Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der niederländische Dichter Erik Lindner geht behutsam mit der Welt um. Er schiebt ihr keinen fertigen Entwurf unter, er erspart ihr die Last einer Idee. Er prahlt nicht mit Bildungswissen, wie er sich überhaupt zurücknimmt; nur selten begegnen wir einem lyrischen Ich. Geschieht es… Continue Reading „137. Behutsam“
Nicht will wohllauten der deutsche Mund, sagt Hölderlin. Beweis: Lyropolis heißt auf Deutsch Textkette. Das klingt ein wenig nach dem ebenfalls wenig wohllautenden ungarischen Wort für Liebe: Szerelem. Eine Freundin verlängerte es probeweise: Textkettennebenstrecke. Vielleicht lustig, aber nicht wohlklingend. Aber eigentlich ist Textkette nicht die Stadt selbst,… Continue Reading „136. Lyropolis / Textkette“
Feridun Zaimoglu schreibt im Kulturspiegel: Auf Empfehlung eines von mir sehr geschätzten Dichters habe ich mir antiquarisch eine Trinker-Trilogie von Ernst Herhaus gekauft (Kapitulation, Der zerbrochene Schlaf, Gebete in die Gottesferne). Der Dichter, der mir das empfohlen hat, ist übrigens selbst sehr zu empfehlen. Thomas Kunst ist für mich einer… Continue Reading „135. Empfehlungen“
Sommer 1914: Millionen Männer zogen singend an die Front, und die Dichter standen dabei in vorderster Linie. Englische war poets und deutsche Expressionisten, französische Dadaisten und russische Futuristen, flämische, ungarische und baltische Autoren kämpften mit Waffe und Worten. Perlentaucher veröffentlicht einen Auszug aus Geert Buelens‘… Continue Reading „134. August 1914“
die in der letzten Nacht verloren gegangene Stunde nun wiederfinden Hansjürgen Bulkowski
Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bzw. ihrer „Frankfurter Anthologie“ springt mir ein Gedicht entgegen („Nach Jahr und Tag“), das die vom seligen Reich-Ranicki protegierte, dabei kurios untalentierte Ulla Hahn verfaßt und auch gleich kommentiert hat: „Ein Waggon fährt vorbei / Er hat Kohle geladen // Männer… Continue Reading „132. Lyrik für Mädchen“
Vladimir Nabokov war nicht gerade für schmeichelhafte Urteile bekannt. Doch in seinem Erinnerungswerk «Speak Memory» schrieb er über den russischen Dichter Vladislav Chodasevič, den er 1932 im Exil kennengelernt hatte: «Ich fand grossen Gefallen an diesem bitteren Mann, der aus Ironie und metallischem Genie… Continue Reading „130. Chodassewitsch“
Zehn Jahre später werden die „Galgenlieder“ ihren Autor berühmt machen. Nicht weil es sich um studentische Unsinnspoesie handelt, sondern um moderne Lyrik mit sprachphilosophischem Hintergrund. Etliche Gedichte dieser Anthologie, bestehend aus den Abteilungen „Palmström“, „Palma Kunkel“ und „Der Gingganz“, sind längst in den Volksmund… Continue Reading „129. Galgenpoesie“
1914 war das anders, da war die Zeit so groß, dass sie nur noch Deutsche beziehungsweise Engländer, Franzosen, Russen und so weiter kannte, die alle in der Vaterländerei schwelgten und Helden sonder Zahl produzierte. Der Krieg musste so sein, wie Rilke seinen „Cornet“ geschildert… Continue Reading „126. Heldenproduzenten“
Auch Robert Menasse kommentiert regelmäßig das Zeitgeschehen, zuletzt mit Doktor Hoechst. Ein Faust-Spiel (2013) in Form einer Faust-Adaptation im Zeichen grenzenlosen Kapitalwachstums. Ilija Trojanow beschreibt mit seinen Romanen, Essays und Reisereportagen die Folgen kapitalistischer Globalisierung und die Notwendigkeit radikalen Umdenkens. Der scheinbar alternativlosen Logik… Continue Reading „125. Rauris politisch“
Der Verlag Voland & Quist teilt mit: Es schmerzt. Wir müssen Julius Fischers „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ leider aus dem Verkehr ziehen. So sieht es der Richter beim Landgericht Düsseldorf: „nicht fernliegend, dass der Verkehr (…) den Titel wörtlich nimmt und tatsächlich davon… Continue Reading „123. Der Verkehr der Wanderhure“
Von Christina Schmidt Posted on March 21, 2014 by euromaidanberlin „Plötzlich ist Deutschland nicht mehr Deutschland, sondern Russland.“ (Alfred Döblin, November 1918) Betr.: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz | „Kreidekreis Krim – Sprengstoff für die politische Architektur Europas“ | Podiumsdiskussion mit: Dr. Uwe Krüger, Dr. Mieste… Continue Reading „121. Offener Brief an Serhij Zhadan“
Seine Lyrik versucht, im Subversiv-Komischen wie in der Suche nach wahrer Erkenntnis, geistige Klarheit zu schaffen. Sie spiegelt auch die zeittypische große Skepsis gegenüber der Tauglichkeit der Sprache wider, die Wirklichkeit objektiv zu erkennen und darzustellen. Nicht von ungefähr wird Christian Morgenstern auch als… Continue Reading „120. Vierdimensional“
Wer grad nix bessers zu tun hat und wissen will, wie das Volk denkt und schreibt… das Denkervolk, das Schreibervolk hier wie überall.
Die Kinderbuchautorin, Lyrikerin und Übersetzerin Friedl Hofbauer ist am Samstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte die IG Autorinnen Autoren am Dienstag mit. Zu ihren Werken zählen etwa die Sagenbände „Sagen aus Wien“, die „Donausagen“ oder „Gruselsagen aus Österreich“. „Sie war eine… Continue Reading „118. Gestorben“
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