Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
gerhard, frage ich mich
wie schreibt man ein fettes gedicht
#TillmannSeverin #GerhardFalkner
Ich bin ein Kind von Traurigkeit.
Vor meinen Augen sah Stirn Welt.
Krone trug ich stets um m Hals.
Gut Freund mit der Betonung früh.
Ich bin ein Kind von Traurigkeit.
Er ist fünfundvierzig.
Im Schmetterlingsstil
schwimmt er durch seinen
eigenen Mist von klein auf.
Das ganze Zimmer ist voll.
Wo wohnen die Wörter im
Schlaf in der Stille des
Sturms im ruhig Blut im
unwirschen un in der
Einsilbe Nein, im Nachhall
des Ja, immer im Nimmer, im
Zimmergrau, im Immerblau
wo dämmerung die dünung abstellt,
den strand zuklappt, radiert der wind die letzten segel aus
und legt sich auf die seite, schläft mit dem gesicht zum horizont.
bewegt sich einzelnes
ruht alles
alles ruht
einzelnes bewegt sich
Es ist nicht schwierig, bei uns in Deutschland, mißverstanden zu werden. Das Talent: zu schreiben, erhält sich noch in einigen Exemplaren; das Talent: zu lesen, scheint ausgestorben.
wer ist denn schon zu hause
wenn er bei sich ist
wer ist denn schon bei sich
wenn er zu hause ist
doch warte, nein, es gab eine Form des Protests:
unsere Großmütter haben zu Ostern
Paska-Brote gebacken
und nannten sie Kuchen
um die Ohren der Spitzel zu täuschen
Ein Mann, eine Frau, vor einhundert Jahren,
sie setzten das lyrische Ich in die Welt, ich gebe es
einhundert Jahre später zurück.
Neueste Kommentare