Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Jan Faktor wir brauchen eine neue lyrik (auszug) Aus: Figuren & Capriccios. Hrsg. Jörn Luther u. Jürgen M. Paasch im Auftrag des Literaturbüros Thüringen e.V. Verlag: Krash Verlag, Köln / Berlin / Weimar, 1995
Jóhannes úr Kötlum (1899-1972) Ein Volk des Reims Mein Land – das war ein Einsiedler im Meer des kühlen und blaufunkelnden Nordens: dort dröhnte sprühweiße Brandung an Felsenkanten und endlosen Sanden. Und mein Volk war die Hulda im Tal die hinaus in die rätselhafte… Continue Reading „Volk des Reims“
Eysteinn Ásgrímsson (isländischer Mönch und Dichter, * ca. 1310, † 14. März 1360; od. 1361?) Aus: Die Lilie 98. Wer ein schwierig Maß will wählen, Muß sich zum Gedichte quälen Alte Worte, kaum zu zählen; Schwer wird’s dann, den Sinn zu stehlen. Hier kann… Continue Reading „Zum Gedichte“
GÜNTER KUNERT Minus Langsam verlieren wir das Bewußtsein von unseren Verlusten und so leiden wir an Knappheit keinen Mangel. Aus: Unterwegs nach Utopia, Hanser 1977 In der gleichnamigen DDR-Ausgabe, Aufbau Verlag Berlin und Weimar 1980, fehlt das Gedicht. Wenn Sie die besitzen, fügen Sie… Continue Reading „Utopia“
Jürgen Rennert GEBURT, LOB, BESCHWÖRUNG I Geburt des Souveräns Der Souverän muß noch geboren werden, Der souverän genug ist zuzulassen, Daß welche sind, die die Beschwerden, Die er verursacht, wörtlich fassen. O welch ein Zufall! eben höre Ich, daß wir einen solchen hätten. Im… Continue Reading „Lob des Umlauts“
Friedrich Hölderlin schreibt sich frei vom einengenden Einfluß der Klassiker, vor allem des verehrten Friedrich Schiller. Vermutlich Mitte Oktober 1797 entstehen fünf Epigramme, die hier in der Fassung der jeweils ersten Niederschrift wiedergegeben werden. Guter Rath. Hast du Verstand und ein Herz, so zeige… Continue Reading „5 antiklassische Epigramme“
Martina Kieninger Elternverwirrbuch Heisenberg, das unbestimmte Bimmelschaf hat eine Bimmel um, es heißt das Bimmelschaf darum und wenn die Bimmel bimmelt weiß das Schaf Heisenberg immer, wo es ist. Nämlich da, wo die Bimmel bimmelt. Wartet, ich geb euch ein Beispiel: Wenn die Bimmel… Continue Reading „Was zu beweisen war“
Taras Schewtschenko Taras Hryhorowytsch Schewtschenko (ukrainisch Тарас Григорович Шевченко, wiss. Transliteration Taras Hryhorovyč Ševčenko; * 25. Februar jul./ 9. März 1814 greg. in Morynzi, Gouvernement Kiew, Russisches Kaiserreich; † 26. Februar jul./ 10. März 1861 greg. in Sankt Petersburg) Mir gleich, ob in der… Continue Reading „„In unsrem — nicht mehr unsrem Land““
An Herren Johan Rist/ Alß derselbe neben andern Kaiserl. Frei- heiten zu einem Poeten gekrönet worden. ES ist ein Wunderwerk/ das bei so bösen Zeiten/ (Da unser Teütsches Land von der Verwildungs-Nacht Und dunklem Krieges-rauch stok-finster ward gemacht/ Ja da der grimme Mars mit… Continue Reading „Auf Herren Rist“
Denn aufs Neue wieder Mensch zu werden,
Wenn man´s lange Zeit nicht mehr gewesen ist,
Das ist schwer für unsereins auf Erden,
Weil das Menschsein sich so leicht vergißt.
Günter Kunert zum 90. Geburtstag Deutscher Dichter, Güteklasse A Befaßt mit sich selber wie mit der Revolution: Glanzvolle Verse über die Notwendigkeit des Schreckens Heldenverehrung hymnisch Reimloser Ruhm den Kämpfern aller letzten Gefechte Fragen nach den Erbauern des siebentorigen Theben nach seinen Zerstörern keine… Continue Reading „Deutscher Dichter“
Julian Przyboś (* 5. März 1901 in Gwoźnica Dolna/Powiat Strzyżowski; † 6. Oktober 1970 in Warschau) NAPIS II Zamówiłem na ziemi stos dla siebie u słonca. Mowo, niesłowną jasność ocal. INSCHRIFT II Von der Sonne hab ich mir einen Brandstoß auf der Erde ersprochen.… Continue Reading „Inschrift“
Theodor Kramer Requiem für einen Faschisten Du warst in allem einer ihrer Besten, erschrocken fühl ich mich heut mich dir verwandt; du schwelgtest gerne bei den gleichen Festen und zogst wie ich oft wochenlang durchs Land. Es füllte dich wie mich der gleiche Ekel… Continue Reading „Requiem für einen Faschisten“
# Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch verleiten! Weise fallen in Unwissenheit, Wenn sie mit Unwissenden streiten. # Wie kommt’s, daß man an jedem Orte Soviel Gutes, soviel Dummes hört? Die Jüngsten wiederholen der Ältesten Worte Und glauben, daß es ihnen angehört.… Continue Reading „Zwei Weisheiten zum Tage“
Sophie Tieck (Sophie Berhardi, Sophie v. Knorring, * 28. Februar 1775, Berlin, † 1. Oktober 1833, Reval) Aus: Flore und Blanscheflur Wie schild’re ich euch des Gartens Herrlichkeit, Worin ertönt der allersüß’ste Klang, Der grün bewahrt sein Laub zu jeder Zeit, Wo nie verstummt… Continue Reading „Der wahre Garten“
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