Kategorie: Österreich

72. Banallyrik

Wer liest denn heute noch Lyrik? Die Zeiten von Rilke, Celan, Jandl sind vorbei, als es gerade die Lyriker waren, die der Literatur ihre entscheidenden Wendungen, ihren entscheidenden Ausdruck gaben. Seit etwa zwanzig Jahren beherrscht müde pseudo-mystische Lyrik à la Hilde Domin und harmlose… Continue Reading „72. Banallyrik“

69. Heute

vor 40 Jahren starb Ingeborg Bachmann. Am 26. September 1973 erleidet sie schwere Brandverletzungen in ihrer Wohnung in Rom, am 17. Oktober stirbt sie im Krankenhaus Sant’Eugenio. Ingeborg Bachmann selbst über Gedichte: [Wozu Gedichte?] „… Ich habe noch nie gehört, daß jemand einem Gedicht… Continue Reading „69. Heute“

53. Tod durch Musen

SZ: Ihr erster großer Sammelband, erschienen im Jahr 1966, hieß ‚Tod durch Musen‘. Können Sie sich den Titel noch erklären? Friederike Mayröcker: Mein Gedanke war, dass man als Schreibender, wenn man es ganz intensiv betreibt, so wie ich es gemacht habe und immer noch… Continue Reading „53. Tod durch Musen“

48. Theodor Kramer

Am gestrigen Sonnabend, 12. Oktober, gab es im Cultimo Lieder nach Texten von dem heute fast Vergessenen Theodor Kramer. In den Zeitungen der 30er Jahre konnte man Woche für Woche Gedichte von ihm finden: von Hamburg bis Zürich und Königsberg, von Köln bis Prag… Continue Reading „48. Theodor Kramer“

43. Sophie Reyer

Sie spricht mittels fragiler lyrischer Partituren das „Gewicht der Welt“ in all seinen Erscheinungsformen (Gesellschaftskritik, Alltag, Geschichte, Innerseelisches, Körperhaftigkeit, Schreiben, Reisen) an, um sich nachdrücklich (eine Nachdrücklichkeit, die aus einer Zartheit im Umgang mit den Dingen heraus entsteht) zu positionieren. Petra Ganglbauer Und wenn… Continue Reading „43. Sophie Reyer“

31. Allemann, Hundegger, Kraus

MAERZ Literatur: linzer notate 3/13 ein literarischer Abend mit Urs Allemann, Barbara Hundegger und Dagmara Kraus Moderation und Konzept: Christian Steinbacher Montag, 14.10. 2013, 19.30 Uhr VOM ERSTELLEN NEUER SPRACHEN: Das Prinzip der De- und Remontage bestimmt viele Arbeiten von URS ALLEMANN, der mit… Continue Reading „31. Allemann, Hundegger, Kraus“

18. delikatessen

Oft ist es ein winziger, fast unterschwelliger Anstoß, ein Rauschen, ein Wort, diskursfest vielleicht oder glattgebügelt, vielleicht mit abgehangenem Fleisch kombiniert. Und schon ist das Gedicht da. Ernst Jandl rettet meinen Tag. Wo hängen sie denn? im delikatessenladen bitte geben sie mir eine maiwiesenkonserve etwas… Continue Reading „18. delikatessen“

6. Herrlich & herrisch

Immer, wenn Peter Handke übersetzt, will er uns auch einen Autor, den er schätzt, ins Bewusstsein bringen; es sind in einem guten Sinne «Freundschaftsdienste». Das gilt auch für Dimitri T. Analis, den 2012 verstorbenen griechischen Dichter, der französisch schrieb; Handkes Analis-Auswahl heisst «Präludium zur… Continue Reading „6. Herrlich & herrisch“

5. Babelsprech

Lyrisches Davos: Babelsprech in Lana Am Sonntag, 29.9.2013 ist das Treffen junger Lyriker und Lyrikerinnen „Babelsprech“ in Lana/Südtirol zu Ende gegangen. Das Treffen möge zu einem „lyrischen Davos“ werden, von dem wesentliche Impulse für die aktuelle Lyrik ausgehen, diesen Wunsch gab Friederike Tappe-Hornbostel von… Continue Reading „5. Babelsprech“

86. Aktion

„Lyrik hat etwas Befreiendes. Befreiend für den Leser und den Schreiber“, ist sich Oliver Tazl sicher. Und zwar so sicher, dass er gemeinsam mit Christopher Tafeit und Ina Plattner das Buch „Neue Zeitpunkte“ herausgegeben hat. Inhalt: 40 Gedichte. Verfasser: Jugendliche, die im Murtal leben… Continue Reading „86. Aktion“

64. Kärntner Lyrikpreis

Die Stadtwerke Gruppe verleiht heuer zum 6. Mal den Kärntner Lyrikpreis. „Es ist noch nie so viel Lyrik gedruckt worden wie heute“, sagt Manfred Posch, Jury-Sprecher des Stadtwerke-Lyrik-Wettbewerbes, und kann diesen Boom auch mit eigenen Erfahrungen belegen. Als im vergangenen Jahr die Klagenfurter Lyrikerin… Continue Reading „64. Kärntner Lyrikpreis“

61. Zwei Stimmen

Auf den ersten Blick stakst auch der mittlerweile vierte Gedichtband Sophie Reyers durch die problematischen Zonen der Klischeehaftigkeit.die gezirpte zeit – schon der Titel erinnert an Ingeborg Bachmann (Die gestundete Zeit) und wahlweise Paul Celan (»Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun«) oder Rainer… Continue Reading „61. Zwei Stimmen“

31. Österreichische Literatur

Im selben Jahr, da Nicolai das aufgeklärte Deutschland vom jammervollen Zustand der Literatur in Österreich unterrichtete, schrieb Aloys Blumauer, der bekannteste österreichische Lyriker dieser Zeit: «Wenn die deutsche Literatur, wie sie jetzt ist, noch weiter rücken soll, so muss sie von Wien aus weiter… Continue Reading „31. Österreichische Literatur“

28. David Schalko

Der Standard sprach mit dem Schriftsteller David Schalko: Standard: Warum schreiben Sie keine Gedichte mehr, so wie 1995 in „Bluterguss und Herzinfarkt“? Schalko: Mir sind jetzt die großen Erzählbögen wichtiger. Zur Lyrik werde ich im Alter zurückkehren, wenn ich dann zu müde bin für lange Geschichten. (…)… Continue Reading „28. David Schalko“

107. Unebene Wahrnehmung

Ihre autobiografische Poesie, in der sie die Traumata ihrer Kindheit verarbeitet, wurde im Nachkriegsdeutschland als Zumutung empfunden. (…) „Ich wollte eigentlich Lyrikerin werden“, gibt die Germanistikprofessorin zu. „Gedichte sind haltbarer“, weiß die preisgekrönte Literaturwissenschafterin. „Ich wollte sie jetzt ins Licht rücken.“ Gleichzeitig ist sich… Continue Reading „107. Unebene Wahrnehmung“