Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der aus Feldbach gebürtige, in Graz ansässige Autor Helmut Schranz ist am vergangenen Wochenende 52-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Der anarchische Feuerkopf gehörte dem Herausgebergremium der Zeitschrift perspektive an. In diesem Organ werden Formen poetischer Widersetzlichkeit erprobt und vergnüglich in Szene gesetzt. Schranzens letzte Einzelveröffentlichung war BIRNALL.… Continue Reading „Gestorben“
Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek warnt vor einer Verschärfung der Flüchtlingsproblematik, sollte Europa weiterhin keine Initiativen zugunsten der Menschen auf der Flucht vor Hunger und Not ergreifen. „Die Lage kann sich nur verschlechtern. Man kann nur versuchen, rational zu bleiben, und zu planen“, sagte Jelinek im… Continue Reading „Denn wir sind wie sie“
In Erinnerung an den Poeten und Sprachkünstler H.C. Artmann vergibt die Stadt Salzburg gemeinsam mit dem Literaturhaus Salzburg seit 2008 jährlich das H.C. Artmann-Literaturstipendium für einen zwei- bis dreimonatigen Aufenthalt als Stadtschreiber in Salzburg. Bisherige Preisträger sind: 2008 Stefan Weidner (Deutschland), 2009 Armin Senser… Continue Reading „H.C. Artmann-Stipendium (Salzburger Stadtschreiber)“
Das schmale Werk von August Stramm wäre schon lange in Vergessenheit geraten*, hätte dieser Dichter nicht schreiende Gedichte des Verstummens hinterlassen, und damit die inneren Verwerfungen des modernen Menschen wie unter einem Brennglas formuliert. Die Widmungsanthologie, die der fleißige Lyrik-Vermittler, der Weßlinger Anton G. Leitner mit… Continue Reading „Weltpost ins Nichtall“
In einem frühen Manifest postulierte Ann Cotten einst, dass Literatur nicht der Unterhaltung diene. Die 1982 im US-Mittelwest-Staat Iowa geborene Schriftstellerin trat vor allem als Lyrikerin in Erscheinung. 2013 präsentierte sie ihr Prosadebüt Der schaudernde Fächer (Suhrkamp). Der Band besteht aus siebzehn Erzählungen, bei denen die… Continue Reading „Grenzgängerin“
Der Band Laut und Luise genießt den Status eines unangefochtenen Klassikers. Was aber wäre, wenn das Büchlein ausgerechnet heute, am 90. Geburtstag Jandls, zum ersten Mal erschiene? Es würde, so steht zu befürchten, von niemandem rezensiert. Lyrikbände werden von den Kritikern der überregionalen Presse kaum noch… Continue Reading „Demokratisch“
Heuer müsste die Schreibkünstlerin und Illustratorin von Büchern für Kinder und Erwachsene [Angelika Kaufmann] dann eigentlich genau 80 Punkte in ihren Haaren haben. Für jedes Lebensjahr einen. In der Galerie Splitter Art hat sie jedenfalls 80 Papierblüten duftig an die Wand gesteckt. Lauter behutsam… Continue Reading „Papierblüten“
Im ersten Gedichtband, «Die unvollendete Liebe» (1949), wird noch «Tröstung» gesucht; da hört das lyrische Ich sich «unentwegt Gebetlein sagen», und «Mutlos singt das ungeschützte / Klageantlitz zu den Sternen». Rilke und Hölderlin sind da, und das Vokabular kommt oft aus der Kirchensprache, dem… Continue Reading „Lavants Minenfelder“
Seit Samstag hat die kleine Ortschaft St. Stefan im Lavanttal einen „Christine-Lavant-Platz“. Die 100. Wiederkehr der Geburt von Christine Thonhauser, die als Christine Lavant bekannt wurde, sei „ein großer Tag für Wolfsberg, ein großer Tag für Kärnten, ein großer Tag für die Literatur“, sagte… Continue Reading „Christine-Lavant-Platz“
Ein 800-Seiten-Band mit den zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichten ist bereits erschienen. Ein ebenso voluminöser Band mit bislang unveröffentlichten Gedichten wird folgen, dazu zwei Erzählungsbände, einer in diesem Herbst. Nach Amanns Worten eine geradezu unfassbare Menge für eine Autorin aus bildungsfernsten Verhältnissen: „Es ist ein… Continue Reading „Nicht regier- und kanonisierbar“
Zum wichtigsten Förderer der Autodidaktin wurde der Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift Der Brenner, Ludwig von Ficker, der in ihren Gedichten ein Nachhallen der Verse Trakls und Rilkes erkannte. Bei ihm suchte Christine Lavant Beistand: »Eines Eines – ich bitte Sie! Müssen Sie immer wieder… Continue Reading „Christine Lavant 100“
Literaturverrückte Schwaben, vor allem wenn sie aus der ehemaligen Arbeitervorstadt Heslach stammen, neigen offenbar zur Renitenz. In seinem autobiografischen Gedicht holzrauch über heslach (2007) hatte der Ex-Heslacher und Wahl-Berliner Ulf Stolterfoht von der verblüffenden revolutionären Sozialisation der jungen Vorstadt-Community berichtet. Diese Subkultur nährte sich, so die… Continue Reading „Literaturverrückt“
Sie sei „ein auf Füßen gehendes Gedicht“, schrieb Elfriede Jelinek einmal, wie immer knapp und wie immer präzise. „Untertreibungskünstlerin“ hatte der Germanist Wendelin Schmidt-Dengler sie genannt. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte Gerstl 1955, da war sie gerade einmal 23 Jahre alt. Die letzten Lebenszeichen. Gedichte Träume… Continue Reading „Werkausgabe Elfriede Gerstl“
Texte, Klänge und Bilder vermengen sich, Poesie wird zur politischen Aktion: Das Sommerloch im Wiener Museumsquartier versteht sich als Festival abseits des literarischen Mainstream. Autoren, Musiker und Tänzer stellen von 2. bis 3. Juli ihre Arbeiten vor. / Franz Schörkhuber, Der Standard Mit: Flo Staffelmayr… Continue Reading „Jenseits des Mainstream“
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