feldkircher lyrikpreis festival 2015

5. bis 7. Nov. 2015

Mit Emily Dickinson Vortrag, Poetry-Experimental Music-Performance, Visuelle Poesie Ausstellung, Lobreden auf Dinge…

Aus dem Programm:

Gunhild Kübler, Vortrag: Emily Dickinson & ÜÜ-Poetry-Experimental-Music-Performance von Alfred Vogel und Norbert Mayer

Literatur – 5. November 2015 – 19:30 Theater am Saumarkt

Ihre  Lyrik ist mutig, frei und radikal im Nachdenken über die Grundfragen unserer Existenz und voller Ketzerei, Komik und Spottlust. Emily Dickinson (1830 – 1886) – die Dichterin der Ekstase, brillante Denkerin und Sprachmusikerin  – ist eine der erstaunlichsten Gestalten der Literaturgeschichte. Ihren Zeitgenossen blieb ihr Werk unbekannt, aber heute wird es weltweit als moderne Lyrik gelesen und geliebt. Im deutschen Sprachraum galt sie lange als Geheimtip. Jetzt aber liegen ihre rund 1 800 Gedichte erstmals in einer englisch-deutschen Gesamtausgabe vor.

„Ein Triumph für Dickinson. An diesem Band wird man für lange Zeit nicht mehr vorbeikommen.“ ( Jürgen Brôcan, Neue Zürcher Zeitung )

„Es ist ein Buch, das auszulesen und auszudeuten ein Menschenleben nicht reicht, ein Buch für Menschen, die noch nichts oder schon alles von der Welt gesehen haben.“ ( Denis Scheck, ARD Druckfrisch )

„Sie ist die Grösste unter den amerikanischen Dichterin“ ( Donna Leon )

„Kraft, Überschwang, dann wieder tiefste Verlorenheit sprechen aus den Gedichten von Emily Dickinson, denen Gunhild Kübler die Qualität von Zaubersprüchen und von alter Mystik bescheinigt.“ Eva Pfister, Westdeutsche Zeitung

Gunhild Kübler, geboren 1944, studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg, Berlin und Zürich. Sie promovierte bei Peter von Matt. Anschließend arbeitete sie als Literaturkritikerin für das Schweizer Radio und die Neue Zürcher Zeitung. Sie war Redakteurin der Weltwoche und schreibt heute für die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag.
Von 1990 bis 2006 war Gunhild Kübler zudem Mitglied des Kritiker-Teams der Sendung „Literaturclub“ vom Schweizer Fernsehen. Sie lebt in Zürich.

O Amor Natural – Ein Lyrik-Dokumentarfilm von Heddy Honigmann, Niederlande 1996, 79 Min.

Literatur, Film – 6. November 2015 – 18:00 Theater am Saumarkt

Heddy Honigmann zieht durch die Straßen von Rio de Janeiro und lässt Passanten, auch junge, aber vor allem alte Männer und Frauen aus dem Erotik-Gedichtband „O Amor Natural“ des in Brasilien ebenso berühmten wie populären Lyrikers Carlos Drummond de Andrade (1902–1985) vorlesen. Das animiert die Sprecher an eigene, vergessen geglaubte Erfahrungen und Wünsche zu denken. Greise sprechen über Jugendeskapaden und Seitensprünge, eine Schwimmerin fühlt sich bei einem Gedicht über Sex unter der Dusche in ihrem Element.

„Dieser groß- und einzigartige Lyrik-Dokumentar-Film ist ein Glücksfall für das Kino.“  Dietrich Kuhlbrodt

Lyrik Gala: Preisverleihung Feldkircher Lyrikpreis 2015

Literatur – 6. November 2015 – 20:15 Theater am Saumarkt

Intro: „Transit“: Poesiefilm von Julietta Fix, Text – ein Zyklus nach Bildern von Neo Rauch, D 2014, 9 Min.
Übersetzung: Paul-Henri Campbell, Sprecher: Helmfried von Lüttichau und Julietta Fix, Musik: Lothar Manteuffel, Audio Mix: Milan Meyer-Kaya, Animation: Michael Zauner

An diesem Abend werden die PreisträgerInnen des 13. Feldkircher Lyrikpreis der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie lesen aus ihren ausgezeichneten Texten. Anschließend werden die Preise von Stadt Feldkirch, Land Vorarlberg und Literatur Vorarlberg überreicht. Die Jury begründet ihre Entscheidungen.
Erika Kronabitter präsentiert die diesjährige Anthologie zum Lyrikpreis 2015.
Moderation: Gerhard Ruiss
Musikalischer Beitrag: Klanglabor
, Liechtenstein

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8 Comments on “feldkircher lyrikpreis festival 2015

  1. Lieber Axel, der von Dir angebrachte Aspekt ist ja richtig, man sollte dafür aber niemanden pauschal kritisieren. Zum Beispiel, wenn jemand Einschränkungen hat, körperlich behindert ist oder kleine Kinder hat, sodass es mit Stipendien nicht klappt und in diesem Jahr hakelt es vielleicht mit der KSK Mindestsumme? Soll ich das jemandem vorwerfen, wenn er sich dann auch auf kleine Preise bewirbt? Ich fürchte auch Lyrikerrenomme ist oft eine so auf Fachkreise beschränkte Sache, dass das Kriterium, wie glanzvoll die Teilnehmer jeweils sind, von den eigentlichen Entscheidern über solche Preishöhen gar nicht recht wahrgenommen wird.

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    • Mag sein, dass ich das etwas zu eng sehe, soweit es die Autoren betrifft. Mir geht es in erster Linie um die Dotierungen mancher Preise. Beispielsweise sind beim Feldkircher Lyrikpreis laut Wikipediaartikel die österreichische Bundesregierung, Vorarlberger Regierungsinstitutionen,
      Banken (!) und eine Privatstiftung Sponsoren. Und was kommt dabei heraus: 1500 Euro für den Sieger bzw. die Siegerin. Da kreißt Vorarlberg und gebiert ein Mäuschen. Vor den Bemühungen der meist ehrenamtlichen Initiatoren solcher Preise habe ich Respekt. Leider trägt ihr Engagement oft nur bescheidene Früchte. Die von Konstantin Ames angesprochenen Mängel des Aufenthaltsstipendienwesens sind ein weiteres kritikwürdiges Kapitel im Literaturbetrieb. Nähere Erläuterungen von Betroffenen wären sicher aufschlussreich.

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  2. Natürlich stimme ich Alex zu. Aber es ist eine grobe Geschmacklosigkeit, dies wieder gegen die Lyriker zu verwenden. (Die sind es ja nicht, die die Gelder zur Verfügung stellen.) Das ist ungefähr als sagte man, es läge nur an der Nachfrage der Konsumenten, dass unsere Landwirtschaft nicht ökologisch sei. Aber Freilandeier sind eben billiger, wenn der Staat durch Verordnungen eine Infrastruktur geschaffen hat, dass ein Handel in größerem Stil sich lohnt, nun kann ich mir mein gutes Gewissen auch leisten. Man muss sich aber erstmal Appel und Ei leisten können, ehe man als Verbraucher die Wahl hat. Axel Kutsch kann seiner Meinung Gewicht verleihen, weil er das Trepplein der öffentlichen Aufmerksamkeit bereits hinaufgestiegen ist, man soll nicht über diejenigen die Nase rümpfen, die sich Aufmerksamkeit schaffen. Klar: Natürlich gibt es dazu Gott sei Dank auch andere Mechanismen und keiner muss sich auf den Preis bewerben, jeder kann ja auch selbst Hühner halten.
    Warum muss relativiert Axel Kutsch seine Kritik an den Preissummen gleich wieder dadurch, dass er gegen Leute zu Felde zieht, die dafür am wenigsten können? Denn es werden sich IMMER andere bewerben, wo man selbst enthaltsam ist, in solchen Fällen. DIESE Strukturen haben andere in der Hand

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    • Lieber Bertram, wenn ich das richtig beobachte, bewerben sich auch renommierte Lyriker, die das Trepplein der Aufmerksamkeit längst hinaufgestiegen sind, um sehr bescheiden dotierte Preise. Dadurch werden diese im öffentlichen Interesse zwar aufgewertet, aber die Dotierungen dümpeln weiterhin auf niedrigem Niveau dahin. Wir sollten uns ruhig einmal fragen, warum wir (oder manche von uns) das Spiel peinlicher Dotierungen offenbar so bereitwillig mitmachen. Bei Autoren an der Schwelle zur Aufmerksamkeit kann ich es noch nachvollziehen, aber bei Poeten auf den oberen Treppenstufen reibe ich mir verwundert die Augen.

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      • Mein Punkt ist nicht der finanzielle, sondern der Umstand, dass manche Projekte (neben dem Feldkricher Lyrikpreis wäre der Lyrikpreis München zu nennen) eben Flagge zeigen gegenüber den Zentren, die dekretieren: „Sei bereit, dich uns anzuschließen (ob du mitmachen darfst, das entscheiden wir wie die Clubbesitzer: Gesichtspolitisch) oder du bist raus.“ … Gerade die kleineren Wettbewerbe sorgen dafür, dass niemand so schnell raus ist wie einige elitäre Institutionen sich das wünschen.

        Übrigens wäre nicht nur das Preiswesen einer kritischen Schau zu unterziehen, auch das Aufenthaltsstipendienwesen hat gravierende Mängel (unabhängig von der Dotierungshöhe; es ist nämlich mannig familienfeindlich; das sagen auch die auf dem oberen Treppenabsatz, sofern „betroffen“), auch die Altersgrenzen sind schlicht unsinnig. Talent ist keine Altersfrage. Jung ist keine Frage von U-irgendwas, und wer sich sicher ist, die obere Treppenstufe erreicht zu haben … na, der schadet sich nur selbst — mit seiner Sattheit.

        Es gibt doch jenseits von Geld/Auszeichnungen noch etwas, das erhaltenswert scheint und das sich mit keinem Preisgeld o.ä. verrechnen lässt: Integrität, Sportsgeist. Lieber ein kleiner feiner (schlechter dotierter) Preis, vergeben von einer kompetenten Jury, als ein Großpreis, der auf Schacherei und Seilschaftertum beruht. Warum sollte die Wertigkeit eines Preises vornehmlich (oder: überhaupt) an der Höhe der Dotierung oder den Sponsoren abzulesen sein?

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  3. Kann Axel nur zustimmen. Man sehe sich die Liste der Sponsoren an. Das macht die Dotierung schon peinlich. Viel Brimborium, hochkarätiges Programm – und dann bekommt der Preisträger 1500 Euro. Es ist mir ein Graus, immer wieder sehen zu müssen, wie engagierte Menschen wunderbare Veranstaltungen auf die Beine stellen, aber zugleich monatelang bei Banken, Ministerien, Ämtern die Klinken putzen müssen, mit solch einem Ergebnis.

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  4. Es könnte der Impuls und die tatsächliche Teilnahme an Wettbewerben auch ganz andere Hintergründe haben: Das Zur-Disposition-Stellen der eigenen Position oder der kollegiale Wettstreit etwa.
    Es gibt keine Gleichung, die da lautet: Auftritt beim Wettbewerb xy = Durch-die-Manege-am-Nasenring-geschleift-werden ebenda. Bloß: Für Leute mit Charakter ist er nur schon immer etwas schwieriger gewesen. Macht die Sache andererseits aber auch würziger und interessanter, wenn mensch nicht immer Netzwerksprech spricht (hintenrum natürlich trotzdem, wie ein waschechter Philister, über „die Alphatiere“ herzieht), sondern Position bezieht und nicht jeden Quatsch mitmacht, bloß weil dann Staatskohle eingesackt werden kann und die Eitelkeit gestreichelt wird.
    Sobald das blinde (!) Vertrauen auf fördernde Institutionen und Fördertöpfe (mit dem Anspruch auf Repräsentanz, Renomee und Elitenbildung) aufgegeben wird, laufen die Dinge anders, bescheidener, mag sein; es sind dann aber auch ganz andere Wettbewerbe möglich, weil nicht die immergleichen Betriebsnudeln in Vorjurys und Jurys sitzen, und die Netzwerke mal nicht so reibungslos funktionieren. Das werte ich als unverzichtbaren Beitrag zur Artenvielfalt.

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  5. Eigentlich ist es sehr schön, dass es solche Lyrikpreise gibt. Sehe ich mir allerdings die Dotierung mancher Auszeichnungen an (1000 bzw. 1500 Euro), dann fällt mir ein Begriff ein, der in finanzieller Hinsicht für Lyrik bezeichnend ist: Armenhaus der Literatur. Trotzdem ist es sehr schön, dass es solche Preise gibt. Wenn man auch nicht alles am Geld messen sollte, so könnte es aber hier und da schon ein „bisserl“ mehr sein. Mitunter kommt es mir so vor, als würden LyrikerInnen für ’n Appel und ’n Ei am Nasenring durch die Preismanege gezogen. Freilich – niemand zwingt sie dazu. Viele mögen offenbar Appel und Ei.

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