Kategorie: Deutsch

5. Gedicht mit Taube

„vielleicht sind wir doch keine Wunderkinder, sondern Arschlöcher, die eine Taube brauchen, um das zu sehen, was sie nicht begreifen“ Franz Hodjak Gedicht mit Taube Der neue Gedichtband von Franz Hodjak beginnt mit einem vielsprachigen Reisenden, dem Autor Franz Hodjak selbst, an einem ihm… Continue Reading „5. Gedicht mit Taube“

4. Aus Unverstand und Unverstand

Das Problem, meine Damen und Herren, ist nicht, das einige Betriebsmitglieder offenbar eine Grundfertigkeit der Branche verlernt haben: das Lesen. Sonst würden sie ja nicht eifrig posten, schreiben und twittern, dass es keine Literatur, also keine Romane, Gedichte, Erzählungen und Dramen über Lampedusa, Hartz… Continue Reading „4. Aus Unverstand und Unverstand“

1. Marianne Rein

Die Lyrikerin Marianne Rein ist auch heute noch selbst unter Kennern der deutsch-jüdischen Literatur der 1930/40er-Jahre kaum bekannt. Noch 2012 konnte ein Band zu den „Weiblichen jüdischen Stimmen deutscher Lyrik aus der Zeit von Verfolgung und Exil“ erscheinen, in dem ihr Name nicht einmal… Continue Reading „1. Marianne Rein“

136. Lyropolis / Textkette

Nicht will wohllauten der deutsche Mund, sagt Hölderlin. Beweis: Lyropolis heißt auf Deutsch Textkette. Das klingt ein wenig nach dem ebenfalls wenig wohllautenden  ungarischen Wort für Liebe: Szerelem. Eine Freundin verlängerte es probeweise: Textkettennebenstrecke. Vielleicht lustig, aber nicht wohlklingend. Aber eigentlich ist Textkette nicht die Stadt selbst,… Continue Reading „136. Lyropolis / Textkette“

135. Empfehlungen

Feridun Zaimoglu schreibt im Kulturspiegel: Auf Empfehlung eines von mir sehr geschätzten Dichters habe ich mir antiquarisch eine Trinker-Trilogie von Ernst Herhaus gekauft (Kapitulation, Der zerbrochene Schlaf, Gebete in die Gottesferne). Der Dichter, der mir das empfohlen hat, ist übrigens selbst sehr zu empfehlen. Thomas Kunst ist für mich einer… Continue Reading „135. Empfehlungen“

134. August 1914

Sommer 1914: Millionen Männer zogen singend an die Front, und die Dichter standen dabei in vorderster Linie. Englische war poets und deutsche Expressionisten, französische Dadaisten und russische Futuristen, flämische, ungarische und baltische Autoren kämpften mit  Waffe und Worten. Perlentaucher veröffentlicht einen Auszug aus Geert Buelens‘… Continue Reading „134. August 1914“

133. Poetopie

die in der letzten Nacht verloren gegangene Stunde nun wiederfinden  Hansjürgen Bulkowski

132. Lyrik für Mädchen

Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bzw. ihrer „Frankfurter Anthologie“ springt mir ein Gedicht entgegen („Nach Jahr und Tag“), das die vom seligen Reich-Ranicki protegierte, dabei kurios untalentierte Ulla Hahn verfaßt und auch gleich kommentiert hat: „Ein Waggon fährt vorbei / Er hat Kohle geladen // Männer… Continue Reading „132. Lyrik für Mädchen“

131. Erfunden

Selbst dem Fachkommissariat für Kunstkriminalität ist sein Name erst seit Kurzem ein Begriff: Igor Paskalow, russischer Künstler, 1894 – 1978. Überliefert sind ein, vielleicht zwei Dutzend konstruktivistische Collagen in kleinen Formaten, angeblich aus den 20er Jahren. Von späteren Werken, experimenteller Lyrik, avantgardistischen Cello-Kompositionen, ist… Continue Reading „131. Erfunden“

129. Galgenpoesie

Zehn Jahre später werden die „Galgenlieder“ ihren Autor berühmt machen. Nicht weil es sich um studentische Unsinnspoesie handelt, sondern um moderne Lyrik mit sprachphilosophischem Hintergrund. Etliche Gedichte dieser Anthologie, bestehend aus den Abteilungen „Palmström“, „Palma Kunkel“ und „Der Gingganz“, sind längst in den Volksmund… Continue Reading „129. Galgenpoesie“

126. Heldenproduzenten

1914 war das anders, da war die Zeit so groß, dass sie nur noch Deutsche beziehungsweise Engländer, Franzosen, Russen und so weiter kannte, die alle in der Vaterländerei schwelgten und Helden sonder Zahl produzierte. Der Krieg musste so sein, wie Rilke seinen „Cornet“ geschildert… Continue Reading „126. Heldenproduzenten“

125. Rauris politisch

Auch Robert Menasse kommentiert regelmäßig das Zeitgeschehen, zuletzt mit Doktor Hoechst. Ein Faust-Spiel (2013) in Form einer Faust-Adaptation im Zeichen grenzenlosen Kapitalwachstums. Ilija Trojanow beschreibt mit seinen Romanen, Essays und Reisereportagen die Folgen kapitalistischer Globalisierung und die Notwendigkeit radikalen Umdenkens. Der scheinbar alternativlosen Logik… Continue Reading „125. Rauris politisch“

124. Gedicht wie zur Gegenwehr

Das fängt die religiös aufgeladene Bedrückung in der deutschen Provinz bildhaft ein. Ich bin gerade aus Frankfurt nach Hause gekommen und fühle mich, was das Gedicht STADT DER GEWOHNHEIT betrifft, eingeweiht: Das kann nur Frankfurt sein. Aber die Urbanität hat ja überall die gleichen… Continue Reading „124. Gedicht wie zur Gegenwehr“

123. Der Verkehr der Wanderhure

Der Verlag Voland & Quist teilt mit: Es schmerzt. Wir müssen Julius Fischers „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ leider aus dem Verkehr ziehen. So sieht es der Richter beim Landgericht Düsseldorf: „nicht fernliegend, dass der Verkehr (…) den Titel wörtlich nimmt und tatsächlich davon… Continue Reading „123. Der Verkehr der Wanderhure“

120. Vierdimensional

Seine Lyrik versucht, im Subversiv-Komischen wie in der Suche nach wahrer Erkenntnis, geistige Klarheit zu schaffen. Sie spiegelt auch die zeittypische große Skepsis gegenüber der Tauglichkeit der Sprache wider, die Wirklichkeit objektiv zu erkennen und darzustellen. Nicht von ungefähr wird Christian Morgenstern auch als… Continue Reading „120. Vierdimensional“