5. Gedicht mit Taube

„vielleicht
sind wir doch keine Wunderkinder, sondern Arschlöcher, die eine Taube brauchen, um das
zu sehen, was sie nicht begreifen“

Franz Hodjak Gedicht mit Taube

Der neue Gedichtband von Franz Hodjak beginnt mit einem vielsprachigen Reisenden, dem Autor Franz Hodjak selbst, an einem ihm vertrauten, doch von Zeit, Gott und den Menschen verlassenen Ort. Dieser Ort ist ein stillgelegter Bahnhof. Keine Züge kommen mehr an. Keine Züge fahren mehr ab. Doch wurde der Bahnhof nicht abgeschlossen. Und es gibt noch ein Gleis. Und auch noch einen zweiten Gast. Das Gedicht heiߟt Aufgelassener Bahnhof.

(…)

Auf jeden Fall entführt€œ Franz Hodjak sich in seinen klug inszenierten Gedichten in eine uns angehende Geschichte. Die Geschichte nämlich von den Königskindern Ost-und Westeuropa, ein gefrorenes Kiesbett dazwischen.

Das wird im zweiten Gedicht des Buches sogleich noch um einiges klarer – spiegelt es doch die Ausgewanderten und deren Auswanderungsgrund, Leben / die nicht mehr zählen, in den Augen der Zögernden, der vor Ort Gebliebenen, wider, die ihr Bleiben, ihr lohnendes Leben, durch Selbstverleugnung teuer zu bezahlen hatten. Sie trauern nun um die einstige Identität und verharren doch in dummer / Geste erstarrt, ratlos, leer. / Axel Reitel, relevant.at

Franz Hodjak (Gedichte) / Hubertus Giebe (Lithografien), Der Gedanke, mich selbst zu entführen, bot sich an, Verlag SchumacherGebler, 98 Seiten, ISBN 978 – 3-941209-28-2.

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