Kategorie: Deutsch

eia wasser regnet schlaf

Elisabeth Borchers (* 27. Februar 1926 in Homberg, Niederrhein; † 25. September 2013 in Frankfurt am Main) 1961 löste dieses schön surrealistische Gedicht bei den Lesern der FAZ Proteste aus: eia wasser regnet schlaf eia abend schwimmt ins gras wer zum wasser geht wird… Continue Reading „eia wasser regnet schlaf“

Wer vergleicht wen womit?

Mechthild von Magdeburg / Monika Rinck XVIII. Gott gleicht die Seele fünfer Dinge O du schöne Rose im Dornicht, o du fliegende Biene im Honig, o du reine Taube in deinem Sein, o du schöne Sonne in deinem Schein, o du voller Mond in… Continue Reading „Wer vergleicht wen womit?“

Poetische Kombinatorik

Da steckt mehr drin! Hier einige durch Reduktion und Kombination aus Quirinus Kuhlmanns 41. Liebeskuß gewonnene Gedichte. Unten noch einmal das Ganze (zur besseren Übersicht mit Leerzeilen zwischen den Langversen (die im Original auf einer Doppelseite gedruckt wurden, siehe Faksimile im vorigen Beitrag) Eine… Continue Reading „Poetische Kombinatorik“

Nim einen Libes=kuß

Quirinus Kuhlmann (* 25. Februar 1651 in Breslau; † 4. Oktober 1689 in Moskau, hingerichtet), deutscher Schriftsteller und Mystiker. Der XLI. Libes-Kuß Ihro Röm. Kaiser= und Königs=Majestät des Allerglorwürdigsten LEOPOLDUS Hochansehnlichen Rath / H. George von Schöbel und Rosenfeld / Thumherrn zu Magdeburg bei… Continue Reading „Nim einen Libes=kuß“

DEr Früling hatte schon den Feldern abgenommen

Sibylla Schwarz (* 14. Februar jul., 24. Februar greg. 1621 in Greifswald; † 31. Juli jul., 10. August greg. 1638 ebenda) In Pommern galt damals noch der julianische Kalender, weil die meisten protestantischen Länder die Kalenderreform des Papstes boykottiert hatten. Nach dem heutigen Kalender war ihr… Continue Reading „DEr Früling hatte schon den Feldern abgenommen“

Licht im Februar

Elisabeth Langgässer (* 23. Februar 1899 in Alzey; † 25. Juli 1950 in Karlsruhe) Licht im Februar Wahrheit ohne Scheinen, Alles ist noch klar, Strömend von dem reinen Licht im Februar. Fülle der Figuren, Kronen und Geäst, Ferne die Lemuren, Leer ist noch das… Continue Reading „Licht im Februar“

Winterbild

Hedwig Lachmann, verehelichte Landauer, (* 29. August 1865 in Stolp, Provinz Pommern; † 21. Februar 1918 in Krumbach, Bayern) Winterbild In meinem Zimmer ein paar frische Blumen, Die allen Wintermißmut mir vertreiben. Ein Vöglein pickt vor meinem Fenster Krumen Und guckt dabei zutraulich durch… Continue Reading „Winterbild“

Tagesanbruch

Shahryar (eigentlich Akhlaq Muhammad Khan, * 1936) Qual bei Tagesanbruch Tau auf kühlen Ästen    noch immer verträumt Doch die Sonne    lenkt ihren Streitwagen In: Gelobt sei der Pfau. Indische Lyrik der Gegenwart. Hrsg. Alokeranjan Dasgupta. München: Schneekluth, 1986, S. 166

Sakontala

Goethe Will ich die Blumen des frühen, die Früchte des späteren Jahres,   Will ich was reizt und entzückt, will ich was sättigt und nährt, Will ich den Himmel die Erde mit Einem Namen begreifen;   Nenn ich Sakontala dich und so ist alles… Continue Reading „Sakontala“

jedenfalls war ich heut nacht im park

Lioba Happel (* 7. Februar 1957 in Aschaffenburg) «Ist mein Fräulein traurig soll sie sich zum Teufel scheren» zwei mal zwei ist sieben fünf acht drei mal drei alle viere jedenfalls war ich heut nacht im park jedenfalls gibt’s da wilde tiere der erste… Continue Reading „jedenfalls war ich heut nacht im park“

Zuweilen schläft auch der Dichter

Marie Luise Kaschnitz (1901-1974) Zuweilen Zuweilen schläft auch der Dichter Der alte Verderber der Feste Ausgezählt hat er sich selber Gesunken ins Sterntalergras. Schnellwachsender Traum überspinnt ihm Die spähenden Augen Auf seiner Schreibhand Begatten sich Schmetterlinge Seine Sturmvögel plappern wie Spatzen Das liebliche Immer-schon-da.… Continue Reading „Zuweilen schläft auch der Dichter“

Du Mann, den ich liebe

Henriette Hardenberg Eigentlich Margarete Rosenberg (* 5. Februar 1894 in Berlin; † 26. Oktober 1993 in London), expressionistische Dichterin Frühling Birkenweißes Bein, Liebeslandschaft, Hüften, Ihr Blumenbalkon, Zart und verwildert, Vollduftender Märzbecher, Du Mann, Den ich liebe! Aus: Henriette Hardenberg: Südliches Herz. Nachgelassene Dichtungen. Hrsg. Hartmut Vollmer. Zürich:… Continue Reading „Du Mann, den ich liebe“

Poetopie

in der häuslichen Winterlandschaft trittst du auf dem Ergometer fortwährend die Zeit unter dir weg Hansjürgen Bulkowski

Es ging nicht

Marie Luise Kaschnitz Schreibend Schreibend wollte ich Meine Seele retten. Ich versuchte Verse zu machen Es ging nicht. Ich versuchte Geschichten zu erzählen Es ging nicht. Man kann nicht schreiben Um seine Seele zu retten. Die aufgegebene treibt dahin und singt. Aus: Marie Luise… Continue Reading „Es ging nicht“

Vom Strand wo wir liegen

Marie Luise Kaschnitz (* 31. Januar 1901 in Karlsruhe; † 10. Oktober 1974 in Rom) Dem folgenden Text, ausgesucht zum Geburtstag von Marie Luise Kaschnitz, habe ich das letzte Wort entnommen und woanders deponiert. Wer es unbedingt wissen will, unten steht wo ichs her hab. Vom… Continue Reading „Vom Strand wo wir liegen“