O Herr!

Iulia Hasdeu (Haşdeu, * 14. November 1869 in Bukarest; † 29. September 1888 ebenda) war eine rumänische Dichterin, „Wunderkind“ und „Frühvollendete“. Sie schrieb Rumänisch und Französisch – im deutschen Sprachraum blieb sie offenbar unbekannt. Alexandra Bernhardt (Wien) war so freundlich, mich auf sie aufmerksam zu machen und ein Gedicht zu übersetzen.

Über die Dichterin schreibt Wikipedia:

Iulia Hasdeu wurde als Tochter des Politikers und Schriftstellers Bogdan Petriceicu Hasdeu und dessen Frau Iulia Faliciu in Bukarest geboren. Bereits in jungen Jahren zeigte sich ihr Talent, mit zweieinhalb Jahren lernte sie lesen, im Alter von acht Jahren sprach sie fließend Französisch, Deutsch und Englisch und hatte die vier ersten Schulklassen abgeschlossen. Mit elf Jahren schloss sie die das Colegiul Național „Sfântul Sava“ und ihre Studien am Bukarester Musikkonservatorium ab. Seit 1881 lebte sie in Paris, wo sie zunächst das Collège Sévigné besuchte, welches sie als Bakkalaurea abschloss. Im Jahr 1886 schrieb sie sich an der Sorbonne ein und besuchte Kurse an der École pratique des hautes études. Zwei Jahre später treten bei ihr die ersten Anzeichen von Tuberkulose auf, nach Behandlungen in Italien und der Schweiz kehrt sie im Sommer 1888 nach Bukarest zurück. Dort verstarb sie im September 1888

Mit Ausnahme einiger Gedichte, die während ihres Lebens und ohne Zustimmung der Autorin erschienen sind, erschienen ihre Werke posthum. Ihr erster Gedichtband, Bourgeons d’Avril, den sie 1887 schrieb, erschien zwei Jahre später unter dem Pseudonym Camille Armand im Band Oeuvres posthumes de Julie B.P. Hasdeu. Des Weiteren gab ihr Vater ihre Werke in zwei weiteren Teilen heraus, Chevaleries (Erzählungen) und Theatre.

O, Doamne!

O, Doamne! Cer iertare, aș vrea acum să mor!
N-am șaisprezece ani! Dar viața mea-i amară,
Și inima mi-e tristă, speranțele nu cobor
Și fără de prieteni, ruina mă-mpresoară!

Mai bine e să mor. Nici nu mai pot să plâng,
Și lacrimile au un farmec ne-ntrecut …
Când nu mai pot de-o vreme nici lacrimi să mai strâng,
Vreau moartea să-mi aducă odihna ei de lut. 

(Quelle: https://ro.wikisource.org/wiki/O,_Doamne!)

O, Herr! 

O, Herr! Laß sterben endlich mich — verzeih!
Bin keine sechzehn Jahr! Und doch ist bitter mir mein Leben,
Voll Trauer ist mein Herz, und nichts kann Hoffnung geben,
Ich schmachte ohne Freund: Verderben hüllt mich ein.

Ach! besser wär’ ich tot: Nicht kann ich weinen mehr,
Und keine Tränen haben schmerzt doch sehr … 
Denn diese waren voller Charme und einz’ge Freunde hier;
So mag ich sterben: daß Erde letztlich Ruhe gebe mir.

(Nachdichtung aus dem Rumänischen von Alexandra Bernhardt)

Als Studentin in Paris (Quelle: Wikisource / Gemeinfrei)

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