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Tadeusz Różewicz
(* 9. Oktober 1921 in Radomsko; † 24. April 2014 in Wrocław, deutsch Breslau, schlesisch Brassel)
In Polen hat man das Jahr seines 100. Geburtstages zum Tadeusz-Różewicz-Jahr erklärt. Lyrikzeitung beteiligt sich mit zwei Gedichten, heute das erste.
Ich las es zuerst in einem 1969 erschienenen Band der „Weißen Lyrikreihe“ des Verlages Volk und Welt. In dieser seit 1967 erscheinenden Reihe hatte ich begonnen, die moderne Weltlyrik zu lesen. Den Reiz der frühen Lektüre wird man nie los. Der schmale Band von Różewicz gehört zu den intensivsten Erlebnissen jener Jahre, Verse so oft gelesen, dass sie im Gedächtnis hängen blieben und bei vielen Gelegenheiten im Kopfkino aufploppen bis heute. Vielleicht daher meine Skepsis gegen Interpretationen – wofür braucht man die, wenn man die Gedichte haben kann?
Meine Lyrik übersetzt nichts erklärt nichts verzichtet auf nichts umfängt nicht das Ganze erfüllt keine Hoffnung schafft keine neuen Spielregeln nimmt an keinem Vergnügen teil sie hat einen bestimmten Platz den sie ausfüllen muß wenn sie kein Rätsel ist wenn sie keine Originalität hat wenn sie nicht Erstaunen erzeugt dann muß es so sein offenbar sie gehorcht eigner Notwendigkeit eigenen Möglichkeiten und Schranken sie unterliegt sich selbst braucht nicht den Platz einer andern und kann von keiner andern ersetzt werden offen für alle geheimnislos sie hat viele Aufgaben die sie nie erfüllt.
Deutsch von Günter Kunert
Aus: Tadeusz Różewicz, Gesichter und Masken. Gedichte. Berlin: Volk und Welt, 1969, S. 104 – Von diesem Gedicht gibt es auch eine Version von Karl Dedecius, die zuerst bei Hanser und 1979 bei Heyne erschien.
Moja poezja niczego nie tłumaczy niczego nie wyjaśnia niczego się nie wyrzeka nie ogarnia sobą całości nie spełnia nadziei nie stwarza nowych reguł gry nie bierze udziału w zabawie ma miejsce zakreślone które musi wypełnić jeśli nie jest mową ezoteryczną jeśli nie mówi oryginalnie jeśli nie zadziwia widocznie tak trzeba jest posłuszna własnej konieczności własnym możliwościom i ograniczeniom przegrywa sama ze sobą nie wchodzi na miejsce innej i nie może być przez nią zastąpiona otwarta dla wszystkich pozbawiona tajemnicy ma wiele zadań którym nigdy nie podoła Laut Zähler der Website, von der ich den polnischen Text habe, 20985 mal geklickt.
Nach dem Kriege ist über Polen ein Komet der Poesie niedergegangen. Kopf des Kometen ist Różewicz, der Rest ist Schweif.
Stanisław Grochowiak
Jeder Satz zum Nach-Sinnen—-ich sehe es ähnlich. Du sicher etwas anders. LG
A.
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