Lob der Frauen

Von Schiller

Würde der Frauen

 Ehret die Frauen! Sie flechten und weben
 Himmlische Rosen ins irdische Leben, 
Flechten der Liebe beglückendes Band,
 Und in der Grazie züchtigem Schleier
 Nähren sie wachsam das ewige Feuer
 Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
 
Ewig aus der Wahrheit Schranken
 Schweift des Mannes wilde Kraft;
 Unstet treiben die Gedanken
 Auf dem Meer der Leidenschaft;
 Gierig greift er in die Ferne,
 Nimmer wird sein Herz gestillt;
 Rastlos durch entlegne Sterne
 Jagt er seines Traumes Bild.
 
Aber mit zauberisch fesselndem Blicke 
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
 Warnend zurück in der Gegenwart Spur. 
In der Mutter bescheidener Hütte
 Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
 Treue Töchter der frommen Natur.
 
Feindlich ist des Mannes Streben,
 Mit zermalmender Gewalt
 Geht der wilde durch das Leben,
 Ohne Rast und Aufenthalt.
 Was er schuf, zerstört er wieder, 
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
 Nimmer, wie das Haupt der Hyder
 Ewig fällt und sich erneut. Usw.



Nach Schiller

August Wilhelm Schlegel (1767-1845)

Schillers Lob der Frauen (Parodie)

Ehret die Frauen! Sie stricken die Strümpfe,
Wollig und warm, zu durchwaten die Sümpfe,
Flicken zerrissene Pantalons aus;
Kochen dem Manne die kräftigen Suppen,
Putzen den Kindern die niedlichen Puppen,
Halten mit mäßigem Wochengeld Haus.
   Doch der Mann, der tölpelhafte
   Find't am Zarten nicht Geschmack.  
   Zum gegornen Gerstensafte
   Raucht er immerfort Tabak;
   Brummt, wie Bären an der Kette,
   Knufft die Kinder spat und fruh;
   Und dem Weibchen, nachts im Bette,
   Kehrt er gleich den Rücken zu. u.s.w.

One Comment on “Lob der Frauen

  1. Lob der Frauen (die Männer loben)

    Ehret die Frauen! Sie wissen die Mannen
    Stets noch in ihre Schranken zu bannen.
    Wenn die auch dichten und sich besingen,
    Ständig neue Moden anbringen,

    Tag und Nacht sich die Hacken ablaufen,
    Um sich am Freitag bloß zuzusaufen:
    Ihr wißt, was ziemet und was ist recht,
    Daß in allem der Mann ist stets schlecht.

    Denn er ist ein Stinker und Weltenzerstörer,
    Ein Trinker und elender Weiberbetörer,
    Vergreist ist er, weiß wie ein Laken, ein Sack,
    Die Männer zusammen ein Altherrenpack.

    Er baut nur Schmu wie den Eiffelturm,
    Und trinkt eklen Schnaps darin ein Wurm,
    Wenn er mal Sport macht, dann nicht allein,
    Nein, das muß in ’nem Stadion sein.

    Er bleibt nicht zu Hause und gibt keine Ruh’,
    Er fährt schnelle Autos und ißt dauernd Kuh,
    Alles was achtsam scheint, ist ihm ein Greul,
    Und wenn er was haßt, dann Weibergeheul.

    Ganz und gar peinlich ist des Mannes Leben,
    Die Grazie der Frau ist ihm nicht gegeben;
    Und was alles noch viel ärger macht,
    Statt diskutier’n will er schlafen die Nacht.

    Drum sagt, Ihr Weiber, was sollen wir machen?
    Soll’n wir ihn schelten oder nur lachen?
    Bei allem Spott ist er doch immerhin,
    Der jenem gibt seinen feinen Sinn.

    Denn wen könnten wir ohne Männer schmäh’n?
    Und wen als miese Neandertaler seh’n?
    Das Mannsvolk nur beschert auf der Leiter
    Die oberste Sprosse uns — und so weiter.

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