Botschafter des Halos Paul Celan

Weiter im Celanjahr zwischen 50. Todes- (um den 20. April) und 100. Geburtstag (23. November). Ein Prosagedicht in rumänischer Sprache aus der Zeit bis Ende 1947, übersetzt von der Herausgeberin, sie schreibt darüber: „Die Übersetzungen der rumänischsprachigen Vers- und Prosagedichte (Hg.) (…) wollen Verständnishilfen geben, ohne poetischen Anspruch zu erheben“ (Die Gedichte, 2020, S. 615).

Partizan al absolutismului erotic, megaloman reticent chiar şi între scafandri, mesager, totodată, al halo-ului Paul Celan, nu evoc petrifiantele fizionomii ale naufragiului aerian decât la intervale de un deceniu (sau mai mult) şi nu patinez decât la o oră foarte târzie, pe un lac străjuit de uriaşa pădure a membrilor acefali ai Conspiraţiei Poetice Universale. E lesne de înţeles că pe-aici nu pătrunzi cu săgeţile focului vizibil. O imensă perdea de ametist disimulează, la liziera dinspre lume, existenţa acestei vegetaţii antropomorfe, dincolo de care încerc, selenic, un dans care să mă uimească. Nu am reuşit până acum şi, cu ochii mutaţi la tâmple, mă privesc din profil, aşteptând primăvara.

Als Anhänger des erotischen Absolutismus, als sogar unter Tauchern zurückhaltender Größenwahnsinniger und gleichzeitig als Botschafter des Halos Paul Celan, rufe ich die versteinernden Erscheinungen des Luftschiffbruchs nur alle zehn (oder mehr) Jahre hervor, und ich laufe nur zu sehr später Stunde Schlittschuh, auf einem See, der von dem riesigen Wald der hirnlosen Mitglieder der Welt-Dichter-Verschwörung bewacht wird. Es ist leicht einzusehen, daß man mit den Pfeilen von sichtbarem Feuer hier nicht durchdringt. Ein unendlich großer Amethyst-Vorhang verbirgt, an der Grenze zur Welt, die Existenz dieser menschengestaltigen Vegetation, jenseits derer ich, selenenhaft, einen Tanz versuche, der mich in Staunen versetzen soll. Bis jetzt ist es mir nicht gelungen, und mit den an die Schläfen gerückten Augen betrachte ich mich im Profil, den Frühling erwartend.

Aus: Paul Celan, Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Hrsg. u. kommentiert von Barbara Wiedemann. Berlin: Suhrkamp 2020 , S. 382

Das Gedicht entstand am 11. März 1947 in Bukarest. Erstdruck: Transilvania (Sibiu) H. 7 / 1982, S. 24. Laut Herausgeberinnenkommentar der einzige Text im Werk, in dem der Autor seinen eigenen Namen einbringt. „Des Luftschiffbruchs / Ich laufe … Schlittschuh“ ist möglicherweise eine Anspielung auf Jean Pauls Flegeljahre. Die „hirnlosen Mitglieder der Welt-Dichter-Verschwörung“ spielen auf den Surrealismus und möglicherweise auf die von Georges Bataille 1936 gegründete Zeitschrift Acéphale und die gleichnamige, ebenfalls von Bataille gegründete Geheimgesellschaft an.

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