Sonett

George Bacovia

(* 5.jul./ 17. September 1881 greg. in Bacău; † 22. Mai 1957 in Bukarest)

Sonett

Die Nacht so schwer und feucht, man könnt ertrinken.
Im Nebel – müde, rot, kaum noch ein Blinken.
Trübselig, blakend die Laternen glimmen.
Als ob man sich in ekler Kneipe finde.

In tiefres Schwarz die Vorstadt scheint zu sinken …
Auf Dächer trist sich Regengüsse schwingen –
Und bittren, trocknen Husten hört man klingen
Durch Wände, knarrend einsturzreif im Winde.

Wie Edgar Poe ich nun nach Hause wanke,
Oder wie Paul Verlaine, vom Suff bezwungen.
An nichts verliert sich heut noch mein Gedanke.

Drolligen Schritts bin ich dann eingedrungen
Ins finstre Haus, wenn auch ein wenig schwankend,
Und stürz, stürz wieder, red wirr mit dem Munde.

Deutsch von Roland Erb, aus: George Bacovia, Pfahlbauten. Gedichte. Leipzig: Reclam, 1985, S. 14

Aus dem Band: Plumb (Blei), 1916

SONET

E-o noapte uda, grea, te-neci afara,
Prin ceaţa- obosite, roşii, fara zare-
Ard, afumate, triste felinare,
Ca intr-o craşma umeda, murdara.

Prin mahalali mai neagra noaptea pare…
Şivoaie-n case triste inundara-
Ş-auzi tuşind o tuse-n sec, amara-
Prin ziduri vechi ce stau in daramare.

Ca Edgar Poe, ma reintorc spre casa,
Ori ca Verlaine, topit de bautura-
Şi-n noaptea asta de nimic nu-mi pasa.

Apoi, cu paşi de-o nostima masura,
Prin intunerec bajbaiesc prin casa,
Şi cad, recad, şi nu mai tac din gura.

4 Comments on “Sonett

  1. Eine Variante, frei, nicht als Übersetzungskritik gedacht, sondern lediglich zum Spiel(e):

    George Bacovia: Sonett

    Die Nacht so feucht und naß, man mag ertrinken;
    Durch Nebel wie von ferne Lampen blinken ―,
    Die leuchten traurig, rauchig rot und matt
    Wie sonst nur in Tavernen modersatt.

    Noch schwärzer ist die Nacht in den Baracken
    Der Vorstadt, die in Regenflut versacken
    Und wo man hört ein Husten bittertrocken ―
    Durch Wände von maroden Mauerbrocken.

    Wie Edgar Poe kehr ich zurück nach Haus
    Mit Wein, Verlaine gleich trunken, völlig voll ―
    Heut Nacht, da juckt mich wirklich keine Laus.

    Sodann durchs dunkle Haus ich tappen will,
    Doch komisch ist mein Schritt, ich torkle aus,
    Ich falle, fall erneut: und schweig nicht still.

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  2. Mit dem Munde klingt furchtbar. Aus dem Munde wär besser. Aber Dativ -e ist halt genau das Gegenteil von modern, und das ist ganz klar ein modernes Gedicht. Schwierig. Schön übersetzt, sonst.

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