Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 4. Mai 2019 von lyrikzeitung
Wilhelm Lehmann
(* 4. Mai 1882 in Puerto Cabello, Venezuela; † 17. November 1968 in Eckernförde)
AUF SOMMERLICHEM FRIEDHOF (1944)
In memoriam Oskar Loerke
Der Fliegenschnäpper steinauf, steinab.
Der Rosenduft begräbt dein Grab.
Es könnte nirgend stiller sein.
Der darin liegt, erschein, erschein!
Der Eisenhut blitzt blaues Licht.
Komm, wisch den Schweiß mir vom Gesicht.
Der Tag ist süß und ladet ein,
Noch einmal säßen wir zu zwein.
Sirene heult, Geschützmaul bellt.
Sie morden sich: es ist die Welt.
Komm nicht! Komm nicht! Laß mich allein,
Der Erdentag lädt nicht mehr ein.
Ins Qualenlose flohest du,
O Grab, halt deine Tür fest zu!
Aus: Wilhelm Lehmann: Gesammelte Werke in acht Bänden. Bd. 1. Sämtliche Gedichte. Hrsg. Hans Dieter Schäfer. Stuttgart: Klett-Cotta, 1982, S. 157
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Oskar Loerke, Wilhelm Lehmann
Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..
| lollapaloozacertain0… bei Anti-Jazz, schreiben sie | |
| Angelika Janz bei was soll sich auch dadurch gro… | |
| Stan Lafleur bei Einmal rief Thomas Kling mich… | |
| lyrikzeitung bei Was in mir tobt bin ich | |
| technicallyaff69375a… bei Was in mir tobt bin ich | |
| digitalassistenz bei Vegetativ | |
| angelikajanz bei Lerne fernbehilflich zu s… | |
| Angelika Janz bei Lerne fernbehilflich zu s… | |
| Volker Schiebel bei Ein Gulaghäftling besingt die… |
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Wilhelm Lehmann war der Deutschlehrer meines Vaters (geb. 1916), der ihn tief beeindruckt hatte und ihn inspirierte, auch Gedichte zu schreiben. Es ist für mich daher eine besondere Freude, ein Gedicht von ihm hier wiederzufinden.
LikeLike