Gute Nacht

Adam Mickiewicz

(* 24. Dezember 1798 in Zaosie bei Nowogródek, heute Weißrussland; † 26. November 1855 in Konstantinopel, Osmanisches Reich)

Diese Polen! Verkaufen ihre klassischen Gedichte als Popsongs! Auch an mich, es ist schon ein paar Jahrzehnte her, in den Siebzigern, da kaufte ich alles von Czesław Niemen in Świnoujście / Swinemünde und Szczecin / Stettin, als es visafreien Reiseverkehr zwischen der DDR und Polen gab, oder in den Häusern der Polnischen Kultur in Berlin und Leipzig, die es auch dann noch gab, als die DDR die kleine Reisefreiheit wieder abschaffte. Ich habe bis heute, manches Mal als Ohrwurm, viele Takte Niemen im Ohr, und auch einige Dichterverse in Niemens Stimme.

Gute Nacht
Übers. Wilhelm Tkaczyk
(Odessa-Sonette 16)

Gute Nacht! Für heut ist unser Spiel zu Ende,
Mag ein Engel dich mit Fittichen behüten.
Gute Nacht! Die Tränen wandeln sich in Blüten,
Und der Frieden nimmt dein Herz in seine Hände.

Gute Nacht! Die Worte und des Herzens Brände,
Jede Stunde und Minute, da wir glühten,
Möge dir ein schöner, lichter Traum vergüten,
Daß dein Sinn sich auch im Schlaf nicht von mir wende.

Gute Nacht! Ich will noch deine Augen sehen.
Deine Lippen – gute Nacht! – bist du verdrossen?
Laß mich deine Brüste küssen, dich umfassen.

Gute Nacht! Schon fliehst du, läßt mich draußen stehen.
Gute Nacht, noch durch das Türschloß! Zugeschlossen!
Gute Nacht! Ich hätte dich nicht schlafen lassen.

Aus: Adam Mickiewicz: Lyrik. Prosa. Leipzig: Reclam, 1978, S. 77

(Wer den polnischen Text mitliest, wird bemerken, daß Niemens Fassung leicht von der hier mitgeteilten abweicht.)

DOBRANOC

Dobranoc! już dziś więcej nie będziem bawili,
Niech snu anioł modrymi skrzydły cię otoczy,
Dobranoc, niech odpoczną po łzach twoje oczy,
Dobranoc, niech się serce pokojem zasili.

Dobranoc, z każdej ze mną przemówionej chwili
Niech zostanie dźwięk jakiś cichy i uroczy,
Niechaj gra w twoim uchu; a gdy myśl zamroczy,
Niech się mój obraz sennym źrenicom przymili.

Dobranoc, obróć jeszcze raz na mnie oczęta,
Pozwól lica. – Dobranoc – chcesz na sługi klasnąć?
Daj mi pierś ucałować. – Dobranoc, zapięta.

– Dobranoc, już uciekłaś i drzwi chcesz zatrzasnąć.
Dobranoc ci przez klamkę – niestety! zamknięta!
Powtarzając: dobranoc, nie dałbym ci zasnąć.

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