Prometheus

Otto Gross (* 17. März 1877 in Gniebing bei Feldbach, Steiermark; † 13. Februar 1920 in Berlin) war ein österreichischer Psychoanalytiker und Anarchist. Nach einem Konflikt mit Freud wurde er aus der Psychoanalyse verstoßen und sogar aus ihrer Geschichte getilgt. Ausschnitte aus seine Biografie:

Am 6. Mai 1908 begab sich Gross in eine Behandlung am „Burghölzli“ in Zürich, die aus einer Entziehungskur und einer Analyse bei Carl Gustav Jung bestehen sollte. Am 17. Juni 1908 brach er sie ab, indem er aus der Klinik floh. Jung diagnostizierte im Nachhinein eine Dementia praecox.

(…) 1912 erfolgte eine steckbriefliche Fahndung wegen Mordes und Beihilfe zum Selbstmord. Im Februar 1913 ging Gross nach Berlin, wo er sich der Gruppe um Franz Pfemfert, den Herausgeber der Aktion, anschloss und Quartier bei Franz Jung in Wilmersdorf fand. Am 9. November 1913 wurde er hier mit der Beschuldigung, ein gefährlicher Anarchist zu sein, verhaftet und aus dem preußischen Staatsgebiet ausgewiesen. An der österreichischen Grenze nahm der Vater Hans Gross seinen Sohn in Empfang und veranlasste dessen Einweisung in die Privat-Irrenanstalt Tulln bei Wien. Verhaftung, Abschiebung und anschließende Einweisung in die Anstalt veranlassten Jung, Pfemfert und Mühsam zu einer internationalen Pressekampagne mit dem Ziel, Gross zu befreien.

1914 wurde gegen ihn wegen Wahnsinns mit Genehmigung des k.u.k. Landesgerichtes vom Bezirksgericht Graz eine Kuratel beschlossen und der Vater zum Kurator eingesetzt. Er sorgte sogleich dafür, dass sein Sohn in die Landesirrenanstalt Troppau in Schlesien verlegt wurde. Hier begann Otto Gross gegen seine Entmündigung anzukämpfen, verfasste mehrere Gesuche um neuerliche Untersuchung und Begutachtung seines Geisteszustandes und erreichte schließlich, dass er am 8. Juli 1914 als genesen entlassen wurde.“ (Wikipedia)

Bess Brenck-Kalischer

(* 21. November 1878 in Rostock; † 2. Juni 1933 in Berlin)

Prometheus
Otto Groß

Urgestein, Blut durchsickert,
Zackige Fahne – Prometheus
Stürmt das Feuer der wachen Pforte,
Streut es jauchzend den Völkern der Erde,
Aber die Vielen betrübte die Glut,
Biß und Haß spaltet den Brand,
Verqualmtes Geschlinge.
Da rang sich Prometheus wider dem Felsen,
Zwang von Neuem in jede Spalte
Heiligen Samen.
Nun quillt es leise
Um keusche Knospen,
Demütig zu lösen
Die Wehe der Welt.*

1913

Aus: Bess Brenck-Kalischer, Dichtung (Dichtung der Jüngsten, Band I). Dresdner Verlag, 1917

*) Philologie hin und her, ich habe dem Gedicht mal probeweise zwei Korrekturen zugefügt. Vielleicht Verschlimmbesserungen, vielleicht nicht. Wer das Original sehen will, findet es bei Versensporn (bis Nr. 3 runterscrollen) oder hier in der Zeitschrift „Die schöne Rarität“ (aber da ohne die Widmung an Otto Groß).

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