Schreibmaschinenkunst

Das präzise, melodiöse Klack-klack der Hebel und Arme, welche die Typen und Buchstaben konzentrisch zu Papier brachten, formte Buchstaben zu Worten, Sätzen und Seiten. Ob Richard Kostelanetz eingedenk dieses komödiantischen Lobliedes zu Werke ging, als er die Kunstsparte Typewriter-Art erfand, ist nicht überliefert. Fest steht, dass er (und viele Mitstreiter) mit ihrer Kunst der analogen Welt ein Denkmal gesetzt haben. Er definierte „concrete poetry“ als Poesie „aus verbildlichten Wörtern oder in Worten gefassten Bildern“. Alles klar? In Wahrheit sind es Bilder, die mithilfe von Schreibmaschinen entstanden. / Gregor Auenhammer, Der Standard

Marvin und Ruth Sackner, „Schreib/Maschinen/Kunst“. € 69,90 / 352 Seiten, Sieveking Verlag 2016. (Jedes Cover ist ein Unikat.)

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  1. Interessant auch, dass jetzt (bis 18. September) im Hamburger Bahnhof Museum (Berlin) die Ausstellung von Carl Andre „Sculpture as place“ läuft. Der Amerikaner Andre (fünf Jahre älter als Kostelanetz) ist in erster Instanz bildender Künstler, hat sich aber auch mit Typewriter-Art beschäftigt. Im Begleitheft wird er zitiert: „Mein bildhauerisches Interesse an Elementen oder Teilen wird von meinem Interesse an Worten als Teilen der Sprache gespiegelt.“ Sein produktivste dichterische Phase war von 1960 bis 1965. In der Zeit entstanden auch seinen Schreibmaschinentexte über den Kennedymord. In Berlin sind auch die (lichtempfindliche) Originalen ausgestellt (die alle zwei Monate wegen das anfällige Material ausgewechselt werden müßen).

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