Das Kind

Die kind is nie dood nie
die kind lig sy vuiste teen sy moeder
wat Afrika skreeu skreeu die geur van vryheid en heide
in die lokasies van die omsingelde hart
Die kind lig sy vuiste teen sy vader
in die optog van die generasies
wat Afrika skreeu skreeu die geur
van geregtigheid en bloed
in die strate van sy gewapende trots

Die Dichterin ist hierzulande wahrscheinlich nur Eingeweihten bekannt. In ihrer Heimat Südafrika ist das anders, dort gilt sie als gleichrangig mit Sylvia Plath oder Anne Sexton. In den sechziger Jahren schrieb Ingrid Jonker radikal subjektive Gedichte – Gedichte gegen die Lieblosigkeit der Welt und Gedichte gegen den Rassismus. Und zwar auf Afrikaans, auch Kolonial-Niederländisch genannt, ursprünglich die Sprache der Buren. Und das während Ingrid Jonkers Vater Abraham Jonker, ein Nationalist und Rassist, Vorsitzender der südafrikanischen Zensurbehörde war. (…)

Es war das Gedicht Das Kind der afrikaanse Lyrikerin mit dem Nelson Mandela im Mai 1994 das erste demokratisch gewählte Parlament nach dem Ende der Apartheid eröffnete. Das Gedicht hatte Jonker geschrieben, kurz nachdem sie eine Zeitungsnotiz über die reale, alltäglich-brutale Tat gelesen hatte. / Matthias Hagedorn, KuNo

Das Gedicht auf Englisch

 

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