Gestorben

Der britische Dichter und Übersetzer Charles Tomlinson starb im Alter von 88 Jahren in seinem Landhaus in Ozleworth, Gloucestershire, wo er seit 1958 lebte.  Für den amerikanischen objektivistischen Dichter George Oppen waren es Tomlinson und Basil Bunting, „die am lebhaftesten zu den amerikanischen Dichtern sprachen“. Tomlinson überbrückte die gewaltige Kluft zwischen europäischer und amerikanischer Dichtung, er beerbte gleichermaßen Dryden und Williams, Coleridge und Pound. Seine 16 Gedichtbände, Essaysammlungen, Übersetzungen und Anthologien sind ein Vorrat für englische Autoren und Leser, und doch wurde er mehr im Ausland als zu Hause geehrt.

(…)

Er war offen für andere Poesien und andere Künste: Musik, Architektur, Bildhauerei, Malerei. Er war selbst ein hervorragender Graphiker. Er wurde es nie müde, durch Räume und Sprachen zu wandern, doch kehrte er stets in sein Gloucestershire-Haus zurück und zu einem Englisch, das er angereichert hatte mit Übersetzungen aus dem Russischen Fjodor Tjutschews, dem Spanischen von Antonio Machado, César Vallejo und Octavio Paz, dem Italienischen von Giuseppe Ungaretti und anderen sowie der französischen Dichter. Mit Jacques Roubaud, Edoardo Sanguineti und Octavio Paz schrieb er ein viersprachiges Renga (1979). Er gab das Oxford Book of Verse in English Translation (1980) heraus, das die zentrale Rolle der Übersetzung in der Geschichte unserer elsternhaften Literatur herausstellte. Mit dem amerikanischen Dichter Kenneth Rexroth war er der Meinung,  daß „Übersetzung uns vor unseren Zeitgenossen schützt“. Einige etwas ältere amerikanische Dichter waren es auch, die ihn vor seinen englischen Zeitgenossen bewahrten:  William Carlos Williams, Marianne Moore, Wallace Stevens wurden beinahe übermächtig für ihn, eine Gegengabe Williams und Pound half. Auch Louis Zukofsky und Robert Creeley, Robert Duncan und Charles Olson beeinflußten ihn. / Michael Schmidt, The Guardian

Alfred Charles Tomlinson, 8. Januar 1927 – 22. August 2015.

In L&Poe

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