Alfonsina Storni

Ihre Texte schrieb sie auf Spanisch. Keller, die Storni-Expertin, sieht in ihr eine selbstbewusste Argentinierin, wie fast alle Argentinier ihrer Generation «mit Migrationshintergrund», den sie nicht verleugnete. (…) «Ich wünsche mir, dass Stornis Gesamtwerk in der Schweiz bekannt wird,» sagt Keller und erklärt, dass das Nachdenken über Storni auch ermögliche, «die Schweiz aus einer heute fast vergessenen Perspektive, nämlich als Auswanderungsland» zu sehen.

Storni stand für ihre Werte ein: Sie war rebellisch, nonkonformistisch, wollte nicht an Althergebrachtem festhalten, bloss um der Tradition willen. Gleichzeitig lebte sie selbst weit weg von der Tradition, denn sie hatte zahlreiche Affären, ohne je verheiratet gewesen zu sein. Aus einer dieser Affären stammte ein Sohn, den sie allein grosszog.

(…)

Mehr von Storni und ihrer Expertin hört man in Hochdorf. Hat man schon den Weg auf sich genommen, besucht man am besten gleich die anderen Lesungen des poetischen Sommers. Den ganzen Tag über wird Lyrik aus Kolumbien, Syrien, Italien oder Nidwalden gelesen. Die Vorträge sind unter verschiedenen Themen wie «Festival der Muttersprachen» oder «Salon de Musique» gewidmet. / Basellandschaftliche Zeitung

16. Seetaler Poesiesommer: 8.8. Hochdorf, 10–20 Uhr; 9.8. Beinwil am See, 19 Uhr; bis Ende September Lesungen in Italien, Frankreich, Schweden etc.

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