Heidelberger Poetikdozentur mit Lutz Seiler

Neben drei Vorlesungen stehen auch eine Veranstaltung mit dem Schriftsteller Jürgen Becker sowie eine Lesung auf dem Programm

Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker, der Schriftsteller Lutz Seiler, übernimmt zwischen dem 9. und 24. Juni 2015 die Heidelberger Poetikdozentur, ein Projekt der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem Kulturamt Heidelberg. Seine drei Poetikvorlesungen stehen unter dem Motto „Laubsäge und Scheinbrücke. Aus der Vorgeschichte des Schreibens“. Darüber hinaus bestreitet er eine Veranstaltung gemeinsam mit dem Kölner Schriftsteller Jürgen Becker. Zum Abschluss der diesjährigen Poetikdozentur, die vom Germanistischen Seminar der Ruperto Carola veranstaltet wird, liest Lutz Seiler aus seinem Debütroman „Kruso“, für den er im vergangenen Jahr den Deutschen Buchpreis erhalten hat.

Lutz Seiler wurde 1963 in Gera/Thüringen geboren. Parallel zum Abitur absolvierte er eine Lehre als Baufacharbeiter und arbeitete in Maurer- und Zimmermannsbrigaden. Während seiner Wehrdienstzeit in der damaligen DDR begann er, sich für Literatur zu interessieren und – inspiriert von der Lyrik Peter Huchels – Gedichte zu schreiben. Bis 1990 studierte er Germanistik in Halle/Saale und Berlin. Zu den bekanntesten Werken Lutz Seilers zählen seine beiden Gedichtbände „pech & blende“ (2000) und „vierzig kilometer nacht“ (2004). Mit der Erzählung „Turksib“, die 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, wechselte er in die Prosa. 2014 erschien sein erster Roman „Kruso“. Lutz Seiler lebt in Wilhelmshorst bei Berlin sowie in Stockholm.

„Lutz Seilers Literatur ist in hohem Maße autobiographisch fundiert: Den Stoff seiner Lyrik und Prosa findet er in den Landschaften Ostthüringens und Brandenburgs, der im Schatten des Uranbergbaus verlebten Kindheit und der Nachwendezeit in Berlin. Landschaft und Zeitgeschichte gehen in den Gedichten und Erzählungen Lutz Seilers eine organische Verbindung ein“, erläutert Privatdozentin Dr. Michaela Kopp-Marx vom Germanistischen Seminar, die Leiterin der Heidelberger Poetikdozentur ist.

Eröffnen wird Lutz Seiler die Poetikdozentur am 9. Juni mit seinem Vortrag „Müde Dörfer. Eine Herkunftsgeschichte“, dem ersten Teil der Poetikvorlesungen. Zur Begrüßung sprechen Prof. Dr. Óscar Loureda, Prorektor der Universität Heidelberg, und Dr. Andrea Edel, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Heidelberg. In das Werk des diesjährigen Poetikdozenten wird Dr. Kopp-Marx einführen. Die Veranstaltung in der Aula der Alten Universität, Grabengasse 1, beginnt um 19 Uhr.

Die beiden weiteren Poetik-Vorlesungen – „Die jungen Jahre. Fontane, Huchel und Pink Floyd“ sowie „Potsdamer Platz. Ein Blick durch die Maske“ – finden am 16. und 23. Juni jeweils in Hörsaal 13 der Neuen Universität statt und beginnen um 19 Uhr. Die Veranstaltung mit Jürgen Becker im Kulturhaus Karlstorbahnhof ist für den 10. Juli geplant; Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr. Die Lesung aus dem Roman „Kruso“ ist Teil der „Heidelberger Literaturtage“. Sie findet am 24. Juni im Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz statt und beginnt um 20 Uhr.

Die Heidelberger Poetikdozentur am Germanistischen Seminar ist Teil der Heidelberger „Unesco City of Literature“-Aktivitäten. Sie wurde 1993 mit Martin Walser gestartet. Zuletzt waren die Schriftsteller Louis Begley (2006), Peter Bieri (2008), Bernhard Schlink (2010), Patrick Roth (2012) und Wilhelm Genazino (2014) zu Gast. / idw

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