Gute Zeit für Lyrik …

in Frankfurt / Main, wenn man den städtischen Verlautbarungen traut. Lyrik als Event at its best. Und unter dem Besten und Bedeutendsten machen sies dort nicht

Der Kartenvorverkauf für die vierten Frankfurter Lyriktage hat begonnen. Die Veranstalter haben das Programm in diesem Jahr stark erweitert. Einer der Höhepunkte ist eine Lesung von Lutz Seiler, dem Preisträger des Deutschen Buchpreises 2014, am 11. Juni.

Natürlich ist man auch medial up to date:

Etwas „fürs Auge und fürs Ohr“ verspricht das Programm der diesjährigen Frankfurter Lyriktage. Zeitgleich zur Eröffnung des Vorverkaufs präsentierte Kulturdezernent Felix Semmelroth am Mittwoch im Sachsenhausener Lesecafé ein Aufgebot an Lesungen und Podiumsdiskussionen, das die Gegenwartslyrik in den Fokus rückt. Diese sei durch das Internet „transdisziplinär“ geworden, so die Begründung des Kulturamtes für den neuen Fokus.

Neuer Fokus, neue Einflüsse, neue Junglyriker. Und exclusiv, versteht sich:

Den neuen Einflüssen in der Lyrik widmet sich bereits die Eröffnungsveranstaltung am 10. Juni im Dominikanerkloster. Gemeinsam mit der Musikergruppe Ensemble Modern werde der junge Gegenwartslyriker Marcel Beyer eine Auswahl seiner Gedichte der letzten zwölf Jahre vorlesen. Einflüsse aus visuellen Medien, etwa aus Fotografie und Film, werde Beyer in seinem Lesungskonzert verarbeiten, das er eigens für die Frankfurter Lyriktage mit dem Ensemble Modern konzipiert hat.
Aber um wirklich auf der Höhe der Zeit zu sein und Geltung zu erlangen, braucht man auch internationale Trends. Stichworte aus dem Handbuch des Eventmanagers:

Um Lyrik als Kunstform „auf der Höhe der Zeit“ zu präsentieren, werden auch internationale Trends zur Geltung kommen, versprach Programmleiterin Sonja Vandenrath. Mit der Veranstaltung „Inseln der Poesie“ ist am 16. Juni dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, Indonesien, ein eigener Programmpunkt gewidmet. Drei der wichtigsten

selbstredend

indonesischen Gegenwartslyriker Avianti Armand, Goenavan Mohamad und Agus Sarjono werden dabei aus ihren Werken lesen, die

o Wunder

simultan übersetzt werden.

Aber nicht nur das:

Zur Sprache werde dabei auch die international weitgehend unbekannte Dichtung des Landes kommen.

Und überhaupt ist man superlativst:

Mit weiteren Künstlern, etwa aus Polen, USA und Mazedonien, ist die vierte Auflage der Lyriktage auch die internationalste.

Das bleibt nicht ohne Folgen

„Lyrik soll zukünftig eine breitere Öffentlichkeit erreichen“, sagte Semmelroth

wobei man gegen mancherlei Vorurteile wirken muß, ah ja:

und wirkte damit dem Vorurteil entgegen, wonach sich Dichtung auf einem „absteigenden Ast“ befände.

Lyrik ist im Trend, und Fränkfört ist Trendsetter:

Um die Reichweite für die Gattung zu vergrößern, ist das Programm auf zehn Tage erweitert worden und enthält damit doppelt so viele Veranstaltungspunkte als noch im Vorjahr. Neu sind auch Veranstaltungen in der Region, etwa in Oberursel und in Kronberg.

Das Programm

Vom 10. bis 20. Juni präsentiert das Kulturamt die Frankfurter Lyriktage. An den 23 Events werden 65 Künstler mitwirken.

Höhepunkte: Am 11. Juni liest in der Villa Metzler der Preisträger des Deutschen Buchpreises 2014 Lutz Seiler, der seine literarische Karriere als Dichter begann. Der New Yorker Dichter Joshua Mehigan liest am 17. Juni im Künstlerhaus Mousonturm.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.frankfurter-lyriktage.de.

Quelle: Frankfurter Rundschau

#renommiersprache #eventkultur

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