Heimrad-Bäcker-Preis für Monika Rinck

Nach Entscheidung der Jury (Franz Josef Czernin, Thomas Eder und der letztjährige Preisträger Paul Wühr) werden die diesjährigen Preise verliehen an:

Monika Rinck (Heimrad-Bäcker-Preis, dotiert mit Euro 8.000.-)

Michael Hammerschmid (Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis, dotiert mit Euro 3.500.-)

Begründung der Jury:

Das poetische Werk Monika Rincks überblendet unterschiedliche Diskursebenen im dialogischen Begegnungsort Gedicht. Wissenschaftliche, alltägliche, theologische, pseudo-philosophische und poetische Äußerungsformen sind so ineinander verzahnt, dass die Verwendung der Satzsplitter im Ursprungszusammenhang deutlich bleibt, aber zugleich aus deren Zusammenfügung eine neue Textkohärenz und Textbedeutung entsteht. In ihrem jüngsten Gedichtband „Honigprotokolle“ führt Rinck das dichterische Sprechen in einen Zwischenbereich von Leichtigkeit und Konstruiertheit.
Ihre Kohärenz beziehen diese Gedichte aus einem Assoziieren entlang gestalthafter Ähnlichkeiten.

Programm

Dienstag, 2. Juni 2015
19.30 Uhr
Verleihung der Heimrad-Bäcker-Preise

Heimrad Bäcker hat in seinem Werk die Mittel der Avantgardekunst und der konkreten Dichtung auf die die Sprache der Shoah angewendet. Ann Cotten untersucht in ihrem Vortrag die Frage nach einer Literatur, die sich mit der vereindeutigenden Lesart des Gedenkens beschäftigt und in der Kunst als Kriterium verschwindet.

Im Anschluss werden der Heimrad-Bäcker-Preis an Monika Rinck und der Förderpreis an Michael Hammerschmid verliehen.

Die Vergabe der Heimrad-Bäcker-Preise wird maßgeblich unterstützt durch eine Förderung des Kulturamts der Stadt Linz gemeinsam mit der Landeskulturdirektion des Landes Oberösterreich, sowie durch das Bundeskanzleramt/Kunstsektion.

19.30 Uhr
BSI Dipl.-Päd.in Notburga Astleitner, Abgeordnete zum oberösterreichischen Landtag
Begrüßung

Ann Cotten: Zeigen und Sehen. Beobachtungen, in denen „Kunst“ als Kriterium verschwindet. Zu Heimrad Bäcker

Laudatio: Judith Nika Pfeifer
Lesung Michael Hammerschmid

Laudatio: Ulf Stolterfoht
Lesung Monika Rinck

Monika Rinck, *1969 in Zweibrücken, lebt in Berlin. 1998: NEUES VON DER PHASENFRONT – ein Theoriecomic über unproduktive Phasen bei bbooks Berlin. 2001 erschien Begriffsstudio 1996 – 2001 in der edition sutstein, (www.begriffsstudio.de), 2004 der Lyrikband Verzückte Distanzen im zu Klampen! Verlag. Im Oktober 2006 folgte der Essayband: Ah, das Love-Ding! bei kookbooks, und im Frühjahr 2007 der Lyrikband zum fernbleiben der umarmung im gleichen Verlag. 2008 das Hörbuch: Pass auf, Pony in der edition sutstein. 2009 folgt der Lyrikband HELLE VERWIRRUNG / Rincks Ding- und Tierleben bei kookbooks, Berlin.
Im Herbst 2011 erschien PARA-Riding (mit Christian Filips) als roughbook 015 bei Engelers Erben und die kollektive Poetologie HELM AUS PHLOX im Merve Verlag (zusammen mit Cotten, Falb, Jackson, Popp). Außerdem: ICH BIN DER WIND. Geschwinde Lieder für Kinder (mit W. Taubert, K. Tchemberdji) bei kookbooks. Im Frühjahr 2012 erschien ihr jüngster Lyrikband HONIGPROTOKOLLE bei kookbooks. 2010 erhielt sie den Georg-K-Glaser-Preis, 2012 den Kunstpreis Berlin Literatur, 2013 den Peter-Huchel-Preis für das Buch HONIGPROTOKOLLE, und soeben den Kleist-Preis 2015. Im Winter 2013 erschien HASENHASS – eine Fibel in 47 Bildern im Verlag Peter Engstler, 2014 CANDY – Geschichten vom inneren Biest, im gleichen Verlag. Im Frühjahr 2015 folgte: RISIKO und IDIOTIE, Streitschriften, bei kookbooks.

Monika Rinck ist Mitglied im P.E.N.-Club, der Lyrikknappschaft Schöneberg und der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie übersetzt, kooperiert mit Musikern und Komponisten und lehrt von Zeit zu Zeit. Im Winter 2014 war sie Stipendiaten der Deutschen Akademie Rom, in der Casa Baldi.

Michael Hammerschmid, geboren 1972 in Salzburg, lebt und arbeitet als Dichter und Universitätslektor für Literatur, Medien und Sprachkunst in Wien. Er ist Vater zweier Töchter, lebte zwei Jahre in Paris, wo er an der Sorbonne Paris IV unterrichtete. Als Autor trat er zunächst mit Hörspielen hervor. Als Literaturvermittler ist Michael Hammerschmid regelmäßig fürs Literarische Quartier der Alten Schmiede, Wien, tätig und richtet dort Textvorstellungen und die internationalen Lyrikfestivals „Poliversale“ (erstmals 2014 gem. mit Kurt Neumann) und „Dichterloh“ (2015) aus. 2009 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis. 2014/15 erhielt er das Projektstipendium des bmukk. Michael Hammerschmid publiziert in Literaturzeitschriften und Anthologien und veröffentlichte als Autor, Übersetzer und Herausgeber u.a.:
Skeptische Poetik in der Aufklärung. Formen des Widerstreits bei Johann Karl Wezel. Würzburg: Königshausen & Neumann 2002. Ghérasim Luca: Lapsus linguae / Das Körperecho. Gedichte. Französisch und Deutsch. gem. mit Theresia Prammer / Mirko Bonné. Wien u. Basel, Weil am Rhein: Urs Engeler Editor 2004. „von einen sprachen“. Poetologische Untersuchungen zum Werk Ernst Jandls. (gem. mit Helmut Neundlinger) Innsbruck, Wien: Studien-Verlag 2009. Hg.: Räuberische Poetik. Spuren zu Robert Walser. Wien: Klever 2009. Hg.: (ohne titel). Zu einer Archäologie des Unveröffentlichten. Dossier. Wespennest. Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder. Heft-Nr. 158, Wien, Mai 2010. die drachen die lachen. Kindergedichte. Wien: edition krill 2013. Hg.: Poliversale. Das Wiener Lyrik-Fest der Alten Schmiede. Der Hammer. Die Zeitung der Alten Schmiede, Nr. 69, Mai 2014. Nester. Gedichte. Wien: Klever-Verlag 2014. „Draußen die Stadt“ (gem. mit Barbara Schwarcz) in aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wespennest“,

Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa, wuchs in Wien auf. Seit 2006 lebt sie in Berlin und Wien. Für ihr Debüt Fremdwörterbuchsonette (2007) erhielt sie den Reinhard-Priessnitz-Preis sowie den Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg, für ihren Erzählband Florida-Räume (2010) den Förderpreis des Hermann-Hesse-Literaturpreises. 2014 wurde sie mit dem Wilhelm-Lehmann-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk, insbesondere für den Erzählband Der schaudernde Fächer (2013), ausgezeichnet. 2008 erschien ihre Studie „Nach der Welt. Die Listen der konkreten Poesie und ihre Folgen“, in dem sie sich u.a. mit dem Werk Heimrad Bäckers auseinandersetzt.

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