Christoph Meckels „Ausgabe letzter Hand“

(…) Er war und ist einer der großen Dichter der deutschen Nachkriegsliteratur.

So jedenfalls nennt ihn, den Berliner, der sich immer wieder in sein Dorf Rémuzat im Département Drôme im Südosten Frankreichs zurückgezogen hat, der Herausgeber einer jetzt erschienenen opulenten Gesamtausgabe der Meckelschen Gedichte. Gut 950 Seiten auf feinem Chamois-Dünndruckpapier umfasst die Ausgabe, zu der Wolfgang Matz ein ausführliches Nachwort geschrieben hat. Der Schutzumschlag zeigt ganz unverkennbar eine Grafik von Christoph Meckel, der auch an der Edition dieses gewichtigen Buches beteiligt war: Hier und da hat der Autor ein Gedicht noch einmal überarbeitet, grundsätzlich hat er sich im Zweifel für die jeweils späteste Fassung entschieden und damit den Fortgang des Lebens und der Erfahrungen mit der Entwicklung seines lyrischen Werks koordiniert. Ein solches Verfahren ruft nicht nur Gleichklang zwischen Leben und Werk hervor, sondern auch existenzielle Widersprüche und Dissonanzen. Christoph Meckel hat kurz vor seinem 80. Geburtstag im Juni dieses Jahres die große Chance zu einer „Ausgabe letzter Hand“ genutzt. / Herbert Wiesner, Die Welt

Christoph Meckel: Tarnkappe. Gesammelte Gedichte. Hanser, München. 960 S., 34,90 €.

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