100. Lyrikpreis „Orphil“ geht an Karin Kiwus

Der mit 10.000 Euro dotierte Lyrikpreis „Orphil“ geht in diesem Jahr an die 1942 in Berlin geborene Lyrikerin Karin Kiwus.

Kiwus erhält den Preis für ihren in diesem Jahr erschienenen Band „Das Gesicht der Welt“ (Schöffling & Co.), der ihre Gedichte von 1976 bis 2006 versammelt. Eine Fachjury, bestehend aus dem Kritiker und Herausgeber Michael Braun, dem Literaturkritiker Alf Mentzer sowie der Schriftstellerin Silke Scheuermann, hat sich einstimmig für die Preisträgerin entschieden. „Der Gedichtband zeigt eine Lyrikerin, die sich konsequent allen Moden entzieht und immer wieder von Neuem in klaren Bildern Wahrnehmungen, Reflexionen und Erinnerungen miteinander verschränkt“, so Jurymitglied und Moderator des Abends, Alf Mentzer, von hr2-kultur. Am Freitag, 6. Juni, 19.30 Uhr, findet die Preisverleihung mit Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz im Literaturhaus Villa Clementine, Wilhelmstraße/Ecke Frankfurter Straße, statt.

Zudem zeichnet die Jury den 1980 in Meerbusch geborenen Lyriker Levin Westermann aus. Er erhält für seinen 2012 erschienenen Band „unbekannt verzogen“ (luxbooks) den mit 2.500 Euro dotierten „Orphil“-Debütpreis. „Westermann schreibt eine Poesie der ‚Dringlichkeit‘, die primär die unsichere Kontur des Ich in den Blick nimmt“, so Braun.

Beide Preise werden vom Kulturamt Wiesbaden in Kooperation mit hr2-kultur vergeben. Die musikalische Umrahmung der Preisverleihung übernimmt das Duo „Sudestada“, bestehend aus Valentín Garvie (Trompete, Flügelhorn, Cornetto und Piccolotrompete) und Daniel Adoue (Klavier). Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos.

Die Bezeichnung „Orphil“ stammt von dem 1991 verstorbenen Dichter George Konell, der so die eisernen Hühner auf den Rathäusern Frankreichs nannte, die für ihn das Lied des Sängers Orpheus sowie die Ideale der Französischen Revolution verkörperten. Er verbrachte viele Jahre seines Lebens in Wiesbaden und hätte am Freitag, 6. Juni, seinen 102. Geburtstag gefeiert. Seine Witwe Ilse Konell stiftete die Preise. Vergeben wird der „Orphil“ alle zwei Jahre an Lyriker, die mit ihrem Werk Stellung beziehen und sich politischen wie stilistischen Moden zu widersetzen wissen. Vor zwei Jahren erhielt ihn Ursula Krechel.

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