120. Bartomeu Rosselló-Pòrcel

Das Espriu-Jahr geht zu Ende. Darüber und über Espriu selbst wurde in der Lyrikzeitung mehrfach berichtet (u.a.hier, hier,und hier). Es jährte sich allerdings auch zum hundertsten Mal die Geburt von Bartomeu Rosselló-Pòrcel, einem mallorquinischen Dichter, der bereits 1938 starb. Er war mit Espriu befreundet, beide schätzten sich gegenseitig auch als Dichter sehr. Rosselló-Pòrcel hinterließ drei schmale Gedichtbände, das Erscheinen des dritten (Imitació del foc [Nachahmung des Feuers], 1938) erlebte er nicht mehr. Daraus hier das vorletzte Gedicht:

Escolto la secreta
harmonia de l’aire
i l’ardor que tremola
d’unes grans aigües lliures.

Ales i dansa! Déus
que ara passen i canten
altes músiques! Llum
dels ulls sagrats i verges!

Estic sol en aquestes
ombres i sento caure
ones de sang, enmig
d’una alba trista i aspra.

Ich höre die geheime
Harmonie der Luft
und die Glut, die bebt
von großen freien Wassern.

Flügel und Tanz! Götter
ziehen nun vorbei und singen
hohe Weisen! Licht
der heiligen und jungfräulichen Augen!

Ich bin allein in diesen
Schatten und höre, wie
Wellen aus Blut niedergehen, mitten
im traurigen und rauen Tagesanbruch,.

[aus dem Katalanischen von à.s.]

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