58. Superst

Wissen die, daß mit ihrem Superlativstil ihren Gegenstand verkleinern, weil sie glauben, ihn ohne Marktgeschrei nicht an den und die Esslinger bringen können. Dabei hätten sie was zu bieten.

Ich versuche mal die meisten Superstlative herauszunehmen – leicht wird es nicht, und viele Fragen bleiben offen. Hat die Garde Gardemaß? Preußisches?  Oder gibts ein eigenes, Württembergisches? Wer rekrutiert, mißt, befehligt sie? Welches Dekor trug Herta Müller in Esslingen (oder wars eine Dekoration?)? Oder war sie nur höchst dekoriert? Was in genau welcher Reihenfolge geschah mittlerweile und mit Terézia Mora, wann wurde sie gefragt und welche Rolle spielte Esslingen dabei? Sind Egon Bahr und Ransmayer bekannt oder nur vielleicht die bekanntesten unter den Erwählten? Sind die anderen Kinderbuchautoren – vielleicht – weniger interessant und für wen? Und wenn sie schon die Garde befehligen und die Schriftsteller versammeln, konnten sie das nicht vorher klären? Schließlich: war für die Lyriker kein Superlativ mehr zuhanden? Abgesehen natürlich von Urgestein. Und wie lang wird der Abend, wenn über oder unter anderen die 4 Genannten lesen? Irgendwas vergessen? Okay, dann das Zitat:

Die Stadt versammelt die erste Garde der Literatur

Die württembergische Landesbühne ist am Mittwoch ausverkauft gewesen. Nicht nur, weil die Esslinger Literaturfreunde den Hamburger Autor Uwe Timm sehen wollten, sondern auch, weil sie am Eröffnungsabend der Lesart ein Teil eines der wichtigsten Literaturfestivals in Deutschland sein wollten.

Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger sprach zurecht von einer 18-jährigen Erfolgsgeschichte: Immer wieder waren höchst dekorierte Schriftsteller nach Esslingen gekommen, wie etwa die Nobelpreisträgerin Herta Müller, und auch dieses Jahr hatte das Festival die Zusage von Terézia Mora, lange bevor sie den Deutschen Buchpreis erhielt und mittlerweile zu einer der gefragtesten Schriftstellerinnen Deutschlands zählt.

Sprechen wird man auch von den weiteren Veranstaltungen. Die bekanntesten Teilnehmer sind vielleicht der SPD-Politiker Egon Bahr und der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr, dem mit seinem Roman „Die letzte Welt“ von 1988 ein internationaler Erfolg gelang.

Von den Kinderbuchautoren ist vielleicht Daniela Kulot die Interessanteste.

Am 16. November wird um 19.30 Uhr die Villa Merkel zum „Klangraum Lyrik“. Es lesen unter anderem Nico Bleutge, Ann Cotten, Nora Bossong und das Horber Urgestein Walle Sayer.

/ Stuttgarter Zeitung

4 Comments on “58. Superst

  1. lyrik in der villa merkel, genauer sogar herr bleutge dort, die kombination kenn ich. glaub ich zumindest, die erinnerung ist sehr vage, war angeheitert. ist aber ein hübscher ort unweit des dunkelbraunen neckars.

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  2. Schnieke Trouvaille, die „Villa Merkel zum Klangraum Lyrik“. Klingt ein bisschen nach „Brüder zur Sonne!“, aber auch nur ein bisschen, und, nimmt mans genau, garnicht.

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  3. Man kann „eine der gefragtesten werden“ oder „zu den Gefragtesten zählen“. Man kann auch zu den gefragtesten eine zählen. (Z.B. hinzu?) „Zu einer der gefragtesten zählen“ kann man das auch? Vielleicht indem man gefragter wird durch den Akt des Zählens selbst?

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