96. Deutsches Zentrum für Poesie

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein, am Samstag, den 9.3.2013 um 17 Uhr in die Literaturwerkstatt Berlin zu kommen. Nehmen Sie teil, wenn wir die Kampagne „Für ein Deutsches Zentrum für Poesie“ starten.
Was steckt dahinter? Es ist an der Zeit, der Poesie ein Haus zu geben. Es ist an der Zeit, die Interessen und Möglichkeiten, die Dichtung ausmachen, zu bündeln und das „Kulturgut Dichtung“ in Deutschland zu stärken sowie dafür zu sorgen, dass Dichtung aus unserem Land in anderen Sprachen und Ländern stärker wahrgenommen wird. Umgekehrt ist ein Zentrum für Poesie in Deutschland natürlich ein Ort für den internationalen Austausch der Dichtung aus aller Welt. Poesie ist eine Kunst, die nicht nur auf eine große Tradition in Deutschland zurückblickt, sondern auch heute und in allen Generationen höchst lebendig ist. Das ist zunächst den Dichterinnen und Dichtern zu danken, die ihre Kunst unter teilweise arg prekären Bedingungen schaffen. Das ist aber auch dem Publikum geschuldet, das in Poesie immer häufiger eine geradezu lebensnotwendige Form der Selbstvergewisserung sieht. Poesieveranstaltungen können auf wachsende Besucherzahlen aus allen Generationen verweisen. Dichtung ist eine eigen-ständige Kunst, existiert aber auch in vielen medialen und künsteübergreifenden Formaten.
Diese Kunst braucht einen Ort, ein Haus für internationale Dichtung in unserem Land, in dem Dichterinnen und Dichter um eine Interessenvertretung wissen. Einen Ort, der die in Deutschland agierenden Institutionen und Initiativen zur Zusammenarbeit einlädt und genauso befördert, wie es den internationalen Austausch pflegt und ausbaut.
Das „Deutsche Zentrum für Poesie“ wird all diese Interessen national wie international vertreten.
Wir haben gemeinsam mit Dichtern – besonderer Dank gilt Monika Rinck – eine Veranstaltung vorbereitet, die Sie über ganz konkrete Aktionen mit den Inhalten des „Deutschen Zentrum für Poesie“ bekannt machen wird.
Seien Sie dabei, diskutieren Sie mit uns. Wir hoffen auf Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.
Was erwartet Sie am 9. März um 17 Uhr?

Drei Dichtergruppen aus Berlin, München und Leipzig nehmen sich das weltweit am meisten benutzte Nachschlagewerk vor. Was sagt das umstrittene Wikipedia über deutsche Dichtung des 20, Jahrhunderts? Geradezu nichts. Hören Sie streitbare Versionen und diskutieren Sie mit darüber, wer oder was uns und Ihnen wichtig ist. Das Ergebnis geht online, wir halten Sie auch nach dem 9.3. auf dem Laufenden. Was lernen eigentlich unsere Kinder über Poesie? Junge Dichter aus der Gruppe G 13 durchforsten derzeit die Schulbücher der 10. Klassenstufe nach dem poetischen Gehalt. Der „Schulbuchreport“ geht dann auch an die Kultusminister der Länder. Vorher aber werden die Ergebnisse Ihnen in einer Performance vor- und zur Diskussion gestellt.
Wie schafft man es in anderen Ländern, dass die eigenen Dichter und deren Zeugnisse gut in der Welt und anderen Sprachen publiziert werden? Lassen Sie uns von den Nachbarn lernen: Thomas Möhlmann, “Poesieverantwortlicher“ des Nederlands Letterenfonds, erzählt, wie es funktionieren kann. Deutsche Autorinnen und Autoren haben sich solidarisch erklärt und sich fotografieren lassen mit dem Schild „Zentrum für Poesie“ – wir laden Sie zur Premiere einer hintergründigen Fotoschau ein.
Und am Ende: Die Verbindung von Alkohol und Poesie ist nicht von der Hand zu weisen. Dichter und Barmixer haben gemeinsam vier Rezepte entwickelt, die „Georg Maurer“ oder „Heroischer Alexandriner“ heißen – auch alkoholfrei! Mit Rezeptgedicht!

Bringen Sie Ihre Kinder mit. Sylvia Krupicka lädt zum Spielen, Dichten Basteln ein.

Es treten auf: Jan Kuhlbrodt, Alexander Makowka, Thomas Möhlmann, Maria Natt, Bertram Reinecke, Monika Rinck, Lea Schneider, Armin und Christel Steigenberger, Linus Westheuser, Ilja Winther, Nele Wolter

Wir hoffen auf Ihr Interesse und würden uns freuen, Sie am 9.3 begrüßen zu dürfen.

Am: Sa 9.3.2013, 17:00 Uhr
Ort: Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin

Thomas Wohlfahrt
Leiter der Literaturwerkstatt Berlin

8 Comments on “96. Deutsches Zentrum für Poesie

  1. Deutschlandradio sendete am gestrigen späten Abend in FAZIT ein Gespräch mit Thomas Wohlfahrt über das Gedankengebäude.
    [Nachhörbar im Archivstream. Navigation per http://www.dradio.de und dann über den Flashplayer. 09.03.2013 und 23:41 Uhr. In der HTML-Version ist das Gespräch am Anfang noch schlechter geschnitten.]

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  2. florian, ich glaube nicht, dass das stmmt, und wenn, dann ist das nicht gut für die poesie, aber wie gesagt, ich denke nicht, dass das stimmt. aber die berliner haben ja auch münchner und leipziger eingeladen und beim nächsten mal ist vielleicht auch ein frankea dabei, der noch in franken siedelt. 😉

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  3. Aber etwa 80 % aller (publizierender) Dichter und Dichterinnen leben zur Zeit in Berlin. Da ist es doch nur folgerichtig, hier ein Poesiezentrum zu gründen.

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  4. Aber die Kampagneros aus Berlin könnten beispielsweise mit ihren Kollegen andernorts kooperieren, damit es sozusagen dezentral wird, vielleicht ist es das, was F. K. meint…

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    • Ich lese: »[…] Einen Ort, der die in Deutschland agierenden Institutionen und Initiativen zur Zusammenarbeit einlädt und genauso befördert […]«

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