133. Experiment und Existenz

Hier seien „alle wichtigen Stimmen des lyrischen Experiments in der Gegenwartsliteratur“ versammelt, renommierte das Frankfurter Lyrikfestival. Es waren ja tatsächlich sehr schätzenswerte Autoren vertreten, aber „alle“? Das verbuche ich unter „Westdeutsch for you“, Abteilung „Alles über…“: wonach die nächstbeste Zeitschrift 15 Seiten mit großformatigen Bildern zum Thema XYZ auf dem Titel ankündigt mit „ALLES ÜBER XYZ“.

Wie dem auch sei, leider konnte ich nicht hin, weil ich in Vorpommern gebraucht wurde. Jetzt lese ich im FAZ-Bericht so etwas wie den Soundtrack zum Werbefilmchen. Als Kronzeugen werden nacheinander Gottfried Benn, Durs Grünbein und Michael Lentz aufgerufen. Benn bezeugt:

Bis auf weiteres werde das abendländische Gedicht durch Worte und Formen zusammengehalten, nicht durch Rülpsen und Husten

und sprach von

„rezidivierendem Dadaismus“ .

Die vortragenden Dichter schienen dem zu widersprechen und die anhaltende Faszination zu bezeugen, die von „dieser Art“ ausgeht. Aber die Zeugen treten vor und relativieren. Kurt Schwitters sei

 weit radikaler als der Mainstream heutiger Lesebühnen

befand Zeuge Grünbein und hat völlig recht. Vielleicht wenig logisch im Bezug auf Schwitters folgert er:

Es gebe heute keine Regeln, fasste Grünbein zusammen, möglicherweise mit einer Ausnahme. „Es gibt vielleicht eine Fundierung des Schreibens in der Existenz.“

Vor tritt der Zeuge Lentz:

er bemühe sich um eine Wende vom Experimentellen zum Existentziellen [sic].

Womit sich der Kreis schließt und der abendländische Dichter Recht behält. Jetzt wissen wir alles über experimentelles Schreiben heute. [Hat nicht Paulus Böhmer vorgetragen? Franz Mon? Barbara Köhler? Ulf Stolterfoht?]

Stille. – „Was für eine Stille?“ (mehr)

Vgl. L&Poe 2011 Mai #119. Schwester Scham und Bruder Duden in Frankfurt

18 Comments on “133. Experiment und Existenz

  1. by the way: „kein neid, keine angst, keine niedertracht!“ – waer das nicht, wenngleich ex negativo geborn, ne huebsche grundverstaendigungsformel fuer hoffentlich noch viele sinnstiftende l&poe-debatten? fragt & bemueht sich nach menschlich-fehlerhaften kraeften darum, sie profylaktisch selber einzuhalten, in die (voellig ironiefrei:) allseits hochgeschaetzte runde: stan

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  2. Mensch, Christian! Was wurde denn verdeutlicht?

    Die Borniertheit und Spekulierlust eines Langweilers vielleicht, aber mehr doch auch schon wieder nicht.

    War nur eine Ansprache an die Gemeinde der Gläubigen und Ausblancierten. Verzichtbar.

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  3. Daß Frank Milautzki an anderer Stelle sehr differenziert über die Tendenzen der Lyrik geschrieben hat und daß in einem Blog-Eintrag manches Argument zu kurz gerät, sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Ulf Stolterfoht habe ich als angenehmen und bierfesten Lyrikdozenten in Erinnerung (damit flagge ich schön meinen persönlichen Bezug aus und will sagen, daß mir seine Gedichte auch nicht ganz behagen. Vor allem, weil mich unheimlich lange Textflächen mit einer mehr oder weniger, das heißt, eher weniger kontrollierten oder für wichtig erachteten inhaltlich-semantischen Ebene, langweilen. Ich lasse mir das lieber von ihm vorlesen, dosiert.) Daß hier nun seine poetologische Position für so exemplarisch genommen wird, um daran (auch polemisch) etwas zu verdeutlichen, dürfte ihn, so denke ich mir, wenig stören. Viel Feind, viel Ehr.

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  4. ach, wenn jeder seine vorurteile pflegt, wozu diskutieren?

    “ daß dieser Begriff so einseitig auf Formales bezogen wird“ – wo denn, von wem? etwa von stolterfoht? hab ich was vrpaßt, hat der hier geprochen?

    „Textfixierte Dichter“??? ich weiß nicht, was das sein soll, ohne text gehts wahrscheinloch schlecht außer bei jandls „visuellem lippengedicht“: ein experiment ganz gewiß ohne textfixierung. sie häufen popanze und binsen.
    „kein verallgemeinerbares gesicht“, „ihr eigenes ding machen“, „nach schablonen suchen“ „experiment habe so und nicht anders auszusehen“ „auch nicht ‚die experimentellen'“ etc…. ich sehe niemanden hier, der so spricht: nur sie.

    argumente sehen anders aus. da muß man unterscheiden, zitieren, da muß man in die details gehen und auch in die unterschiede zwischen den dichtern, mit verlaub: stolterfoht und rinck? die paarung stammt von ihnen, nicht von ron winkler.

    kunst, schinkel: schreiben sie doch über sie. vielleicht mal zur abwechslung ohne schlenker auf „stolterfoht“. so siehts für mich wenigstens so aus, als suchten sie überall, bei seel, böhme, winkler, kunst… verbündete gegen ihren großen popanz. (kann man jemanden loben, ohne andre herabzusetzen? unterscheiden ist was andres.)

    übrigens lehnert hat mal wie stolterfoht geschrieben? das hab ich dann auch verpaßt. „zerhackt, rumgebastelt“… so schafft man sich ein klares feindbild. wenn sie das brauchen, pflegen sies doch bitte woanders. denn wie, bitte, sollte daraus eine debatte werden? ich glaubs nicht mehr und schlage vor, wir machen da einen punkt.

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  5. lieber ron winkler,
    mein unbehagen am begriff des experimentellen ist einerseits generell, weil es gemeinhin undifferenziert eingesetzt vorwiegend als fahnenwort taugt und benutzt wird. und speziell in diesem fall, wo von veranstalterseite nicht nur das „alles wichtige“ zu buche schlägt sondern auch die auswahl. ganz einverstanden mit allem was sie über böhmer und rinck sagen. ich übergehe auch den versuch milautzckis (von dem ich anregende essays gelesen hab, denen man nicht in allen punkten zustimmen mußte und manchmal auch sehr widersprechen, aber ich wiederhole: anregend, auch zum widerspruch, während seine übellaunigen einwürfe ohne jegliches argument auskommen und so nicht mal zum widersprucherregen nötig, höchstens ablenkend von wirklicher debatte), seinen versuch, einzelne autoren wie daniela seel und, wenn er denn „umschwenkt“ auch lentz auszunehmen. in einem immerhin sind sich die veranstalter und milautzcki einig: beide schließen christian lehnert ein. hier möchte ich nachhaken. was taugt ein experiment-begriff, der rinck, stolterfoht … und lehnert einschließt? das hieße für mich die fusion zur fusionitis treiben. „schönes“, sagt milautzcki, meinetwegen, nur was heißt schönes? dem einen sin uhl dem annern sin nachtegall. ich weiß, daß es viele gibt, die solches reden schön finden, es ist ihnen unbenommen. ich selber und die meisten von uns sind vielleicht eher auf das auch-konvulsivische der schönheit eingeschworen, nicht? aber das sind geschmacksfragen über die müßig zu streiten. ich frage: kann man lehnert experimentell nennen? ich hab mir seinen letzten band bei suhrkamp noch mal angesehen, auf moränen, 2008. hab ich mal genau gelesen, weil ihn jemand für einen preis vorgeschlagen hatte. ich bitte alle auszunehmenden dresdner um verzeihung bevor ich sage, es kam mir irgendwie dresdnerisch vor. da denke ich an grünbein und tellkamp natürlich. (dieser fokus kommt nicht von mir, sondern doch von den medien. da ist seit 20 jahren viel von dresden die rede, seit 10 jahren zu recht von berlin via idstein, aber mE weniger als ihm gebührt von leipzig, und da wir dabei sind auch, scheint mir, von basel oder weil am rhein oder wo das liegt weniger als ihm zukäme, einzelne matadore wie michael braun mal ausgenommen). pauschalisieren ist kaum vermeidbar, will man auf etwas hin-weisen, point out, spotlight on, grelles licht: wenn ich mal von „leipziger schule“ sprach, hab ich weniger an die opposition berlin als eben dresden gedacht, mit genanntem fokus.
    lehnert zum beispiel. (sie verstehen, daß ich garnicht gegen sie agitiere, der sie den namen ja garnicht nannten. ich denke wir haben da keinen großen, oder gar keinen, dissens). das sind 3 oder 4 große rhetorische entwürfe. schönheit? wiege sagt: geschmackssache. „ohrmuschel / des glaubens“, S. 101: ach was!
    zweifellos gedichte, die von etwas sprechen, was mil. und dem suhrkampverlag und manchen rezensenten vermutlich gefällt. von etwas genau bestimmtem, noch genauer gesagt. „zungenreden“ heißt der erste komplex, aber darunter stelle ich mir eher etwas gestammeltes wildes begeistertes vor, hier sind es genau geplante rhetorisch (über)steuerte gedichte über themen, mit denen man im (westdeutschen muß man nicht sagen, andern gibt es nicht) literaturbetrieb ankommt. bausoldaten in leuna-merseburg und prora: mag interessant sein, der verdacht des kalküls mindert die interessantheit für mich, zungenreden ist das nicht. experimentell? ach, dann wird das wort sinnlos. experiment, egal ob in irgendeinem rigiden sinn oder im fusionssinn, muß risiko einschließen. der macht das gegenteil. genauso wie im nächsten abschnitt, der massenweise mielkezitate montiert. interessant ja, aber nie riskant. (es sei denn, vielleicht, er läse es vorm tschekisten-veteranentreffen).
    ich weiß nicht was er dort gelesen hat, aber von allem was ich von ihm kenne erwarte ich vielleicht „schönes“ im genannten sinn, aber nichts, das man experiment nennen sollte, wenn das wort mehr bedeuten soll als eine fahne.
    (ich wollte weder offene noch verschlossene türen einrennen, nur erklären, was ich mit der bemerkung zum experimentellen meinte)

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    • Für mich hat Experimentieren etwas mit Neuland zu tun, auch mit Wagnis und Erkundung. Und mich stört, daß dieser Begriff so einseitig auf Formales bezogen wird. Als gäbe es nicht die Möglichkeit auch im Inhaltlichen neu zu sein und zu experimentieren.
      Ist unsere Welt denn noch die Hölderlinische, die von Trakl, die von Benn, die von Brinkmann, nichtmal mehr die von Kling ist sie – Textfixierte Dichter können das vielleicht nicht so recht nachvollziehen, aber die Welt ändert sich sekündlich und alles was in ihr gedacht und gesagt werden kann – Textfixierte sind an Statik und Architektur interessiert und merken vielleicht gar nicht, daß, wenn man heute von Liebe spricht, man von einer anderen Liebe spricht, als Hölderlin es tat – es ist NICHT peinlich von Liebe zu dichten! um eines der Tabus anzusprechen – die Welt heute ist wesentlich anders, als noch die Welt in der Kling gedichtet hat. Die Fusion die Ron Winkler meint (und die auch ich meine)ist die Verbindung des formalen mit dem inhaltlichen Experiment als individuelles Wagnis.
      Das leistet besipielsweise Lehnert in seinem Kontext genauso wie Böhmer im Langgedicht. Experiment hat kein verallgemeinerbares Gesicht!

      Solange es Dichter gibt, die wirklich ihr eigenes Ding machen, sieht ihr jeweiliges Experiment zwangsläufig völlig verschieden zu dem Experiment eines anderen aus.

      Ich halte es für keine gute Idee nach Schablonen zu suchen, mit der sich das Risiko, das ein anderer geht, einzumessen wäre. An wem? An was? Doch bitte nur an ihm selbst.
      Lehnert hat zum Beispiel in seinen Anfängen Gedichte zerhackt, herumgebastelt etc. (wie es Stolterfoht noch heute macht) – jetzt entdeckt er für sich ganz andere Eigenschaften von Sprache neu. Thomas Kunst nutzt das Sonett. André Schinkel zaubert mit Sinn- und Wortreichtum – niemand hat das Recht zu sagen, das seien keine Experimente. Ein Experiment habe so und so auszusehen, es beginne an einer bestimmten Stelle.

      Auch nicht „die Experimentellen“.

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      • so ganz katholisch bin ich in köln, wo die rechtgläubigen schon ordentlich zinnober veranstalten, dann doch noch nicht geworden.

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      • ha, darum gehts: experimentelles verstandenwerden im fadenkreuz der belegten begriffe. zungen. brötchen. ich sammel die ganzen etikettierungen ausn zeitungen (& was du machst, ist ja auch eine) & werf sie dann in einen pott. damit die journalisten & sonstige interessenten sich bei bedarf auf einen schlag informieren können, was sie & andere über den dichter schonmal gedacht haben (sollten). ironisch-katholisch ist jetzt neu. womöglich treffender als manches andere. womöglich auch nicht. sagt der fasthalbneukatholisch-anarchistisch-wahnsinnige, brinkmanns duktus verpflichtete, an heine und den dadaismus erinnernde, dem trivialen zugewandte etc heimat-fußball-elektrorock-poet, der sich nicht abfindende fatalist & bissige aufklärer, der etwas zu lang in den himmel geschaut hat, um kein rheindichter zu sein. & der dringend mal wieder headbangen gehen musz, um seine schon seit wochen elendig immergleiche weltsicht neuzukaleidoskopieren, was leider kaum einen teils im berufsumfeld doch recht gefragten totalverlust aller gewißheiten bedeuten dürfte, den er sich, als glaubender, jedoch später dann mit dem tode ersehnt. jetzt hat der hausmeister draußen auf der hofwiese den selbstgetunedten motorrasenmäher eingeschaltet, das hilft auch schon ein bißchen.

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  6. Der Fusionsbegriff paßt, ich verwende ihn für mein Werk, bloß ohne Ismus. Ismen rechnen runter und vereinnahmen auch die ihnen Zugerechneten auf häufig irreführende Weise. „Experimentieren“ war für mich stets: testen, bis ersichtlich wird, wies funktioniert/funktionieren kann oder eben nicht funktioniert. Abhaken, weiter zum nächsten Experiment. Die gefundenen Ergebnisse/Wirkweisen als Grundlage zum Weitermachen, persönliche Stimmbildung, zB: tiefer rein in den Klang, zB auch Fusionieren von Sprachfeldern, i.e. deren zugrundeliegenden Weltfänomenen. Und dies aktuelle Fusionieren ist ja wiederum eine postmoderne Technik, die in hiesiger Lyrikproduktion ca in den 80ern erstwurzelt und seitdem im Lyrikgehege wächst bis wuchert. Ob Technik um der Technik willen oder als Werkzeug für whatever: ist jedenfalls Zeitmerkmal.
    (Der Avantgarde-Begriff übrigens hat Anfang der 90er vor meinen Augen Seppuku begangen. War ne Privat-Show. Der ist dann zum Himmel gefahren und von mir bisher nur als Abglanz wieder auf Erden gesichtet worden.)

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  7. Was aber ist Experiment? Ist es eine subjektive Kategorie? Die Anstrengung des Autors, (sich selbst) formal und inhaltlich permanent zu innovieren? Oder ist Experiment nur ein Label für Bereiche der Poesie, in denen man sich die Effekte der Sprache aus ihrer (scheinbaren) Vorläufigkeit erschließen muss? Mir erscheint dieser definitorische Kanon seltsam. Dass experimentelle Dichtung nur die Lyrik sei, die ihre Indikatoren offensichtlich macht: Unzeichenhaftigkeit als Zeichenhaftigkeit, Verständnis jenseits der Folgerichtigkeit, Aufweitung syntagmatischer Semantik durch ihre Zerstörung und Neuordnung und Aufweitung ins Grafische, Visuelle, Klangliche, vielleicht auch Haptische (gibt es Haptische Poesie?) oder ins Sonstwie-ige.
    Ich habe Schwierigkeiten mit dieser kategorialen Aufteilung in Experimentalgilde und Traditionellzunft. Ist nicht Paulus Böhmer experimentell, weil er unermüdlich die Tragfähigkeit des Langgedichts erforscht? Experimentiert nicht Jan Wagner fast schon manisch mit dem Fast-Reim? Demgegenüber könnte man vielen so genannten Experimentellen Routine vorwerfen. Was die meisten nicht anfechten dürfte, weil die meisten (oder wenigstens die besten) ihre Kunst nicht primär unter der Maßgabe ausüben, ein Experiment zu avantisieren. Dieser Schritt ist halt oft keine Strategie. Man entscheidet sich nicht für eine Kunstrichtung, sondern für das, was dieser Kunstrichtung inhärent ist.
    Formale Reprise auf welchem Sperrigkeitslevel auch immer ist nicht Experiment. Nicht wohlfeil zu sein ist Experiment. Sich innerhalb der eigenen Wahrnehmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten immer neu zu erfinden ist Experiment. Letzteres sieht man, auch wenn ihr Werk noch schmal ist, bei Dagmara Kraus sehr toll. Bei Monika Rinck ließen sich viele Indizien finden, warum sie eine experimentelle Autorin ist, und viele, warum sie es nicht ist. Dass das so ist, ist Teil ihres Experiments. Es gibt noch viele, die auf der inoffiziellen Experimentierliste stehen, und die ihre Experiskope subtiler einsetzen, als es die Kategorisateure da draußen gern hätten. Wäre nicht FUSIONISMUS eine gute Epochenbezeichnung für die Lyrik zurzeit? Aber davon an einem anderen Tag. Ich grüße auf Experimentierlichste,

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    • ja, es gibt sie. die „haptische poesie“ hat schon seit 1998 einen namen: http://www.OBJEKTLYRIK.de / nebenbei bemerkt: die logik vom experiment zur existenz ist mir fremd, ich erlebe das exakt andersrum: DURCH „existenzielle“ ebenen der erfahrung des weltganzen ENTSTEHT (mit etwas glück & gnade) ein sogenanntes „experimentelles“ sprechen, wobei DANN (soll heißen: im falle dieser logik in anderer richtung) das wort „experiment“ NUR von der verwunderten/verblüfften/enttäuschten/befriedigten/oder-was-auch-immer außenbetrachtung des repizienten gültigkeit hat, der nach dem „literarischen“ effekt sucht, während das „ungewöhnliche“ oder außer-gewöhnliche sprachmuster für den schöpferischen geist IM MOMENT SEINER INSPIRATION das natürlichste medium seiner wahrnehmung scheint: der geist badet in seiner eigenen sprache! und schert sich einen scheissdreck darum, wer ihn danach verstehen möge! vermeintliche „experimentelle literatur“ (was für ein spießiger, trauriger, selbtentfremdeter ausdruck, wie man jetzt begreift!), die aus ZWANGHAFT PRÄTENZIÖSER NOT entsteht, ist leicht spürbar (wie es ja anscheinend auf jener veranstaltung auf manch einen wirkte) und sättigt letztlich niemanden. bestenfalls wird der autor kurz gehipt, um dann jahrzehnte später seine jugendsünde selbst zu widerrufen, wenn schon alles lexikalisch dingfest gemacht ist. und so geben wir den alltäglichen betriebsfake brav an die näxte generation weiter! herrlich! ICH LIEBE DIESEN PLANET!!!!!! http://www.HELAAF.de !!!!!!!!!!

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  8. http://poemie.jimdo.com/quantenlyrik/

    INTERAKTIVES PROJEKT! DU WILLST MITMACHEN? ORIGINALE QUALITÄTSSPUR (1,6MB) ANFORDERN! Am 17.1.02 entstand die bislang einzige Soundcollage eines Quantengedichtes, des 4.QLP (Quantenlyrisches Primärexperiment) „ÜSTR (ISC RSI M PY ND)“ (vom 7.1.02). Es wurde vom EQ-Erfinder Tom de Toys mitsamt der Originalvorlage (7.-10.Minute) „Überströmung II (Klassische Version mit Happy-End)“ (vom 13.10.01) selbst eingesprochen! Das G&GN-INSTITUT sucht ab dem 5.5.11 sowohl Videokünstler als auch Musiker aller Genres, die eine kongeniale Komposition für diese Soundcollage entwickeln! Wer ein Stück erfindet (von Techno bis Tango alles erlaubt!), muß es auf Youtube hochladen und dem G&GN-Kanal http://www.artNewCologne.de dort mitsamt Link zum Kanal des Künstlers schicken. Eine Playlist wird dann der Promotion aller Beteiligten dienen UND DAS GESAMT-ERGEBNIS EINEM GEEIGNETEN CD-LABEL ALS EXKLUSIVE COMPILATION ANGEBOTEN…

    POETRY & MUSIC: AN EXCLUSIVE INTERACTIVE PROJECT !!! G&GN-INSTITUTE SEARCHES FOR VIDEO-ARTISTS AND MUSICIANS OR BANDS THAT LIKE TO COMPOSE A SOUNDTRACK FOR THE MASTER-PIECE OF „QUANTUM POETRY“ THAT WAS PRODUCED 2002 BUT NOW PUBLISHED VERY FIRSTLY: FREE DOWNLOAD OF LOW QUALITY VERSION 😉 CHECK IT OUT AND BE PART OF A SPECIAL PROJECT!!! IF YOU LIKE IT, WE SEND YOU THE ORIGINAL TRACK IN HIGH QUALITY…

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  9. jedem tierchen sein plaisierchen… natürlich ziehen manche böhmer vor und andere lehnert. bloß warum das „experimentell“ nennen? gilt natürlich für beide. sagen wir so: die einen nennen experimentell, was sie als interessant hervorheben wollen, wie hier die frankfurter. die anderen, wie Sie, zur geißelung dessen, was sie nicht mögen. so what?
    (übrigens „fremdschämen“ müßten sie nun wirklich nicht. ist eh nur ein rhetorischer trick.)
    und „alte avantgarde“ für rinck, filips etc… ist ja auch nicht neu. der alte enzensbergertrick. war schon damals nur für sagen wir gleichgesinnte überzeugend.
    „nicht nur der schriftsteller kann scheitern, sondern auch der kritiker“, lese ich in der neuen rundschau 1/ 2011, S. 30. aber dann bitte schöner scheitern. ich würde mich dann in jedem fall eher für die „aufgepeppte performance“ entscheiden als für das aufgewärmte ressentiment.

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  10. ich war bei der „langen nacht des lyrischen experiments“ und fand vor allem die abschließende performance sehr dürftig, Christian Filips, Monika Rinck, Ulf Stolterfoht, Franz Tröger & Bo Wiget mit Klamauk statt Poesie, dünne verkopfte Texte aufgepeppt mit Tralala.

    überzeugt haben mich christian lehnert (der wirklich „schönes“ dichten kann und das ist ja heute das größere wagnis – deshalb zurecht seine anwesenheit im rahmen des „experimentes“) und daniela seel (die faszinierend an ihren texten dran ist – sie läßt worte an sich ran und geht im vortrag in die worte hinein).

    interessant zu hören, daß lentz nun auch umschwenken will. überfällig ist das sowieso. die „alte“ avantgarde hinkt den wirklichen erfordernissen und möglichkeiten hinterher. ich habe mich beim vortrag von ulf stolterfoht für die rückständigkeit der zeitgenössischen lyrik geschämt – das ist intelligentes klugsein und kaum poesie.

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