16. Todesnachrichten

Nein, ich kam spät nach Haus, ich wußte es nicht. Ich wollte gerade die Nachricht vom Tod des Schriftstellers Julius Sekai Chingono aus Simbabwe recherchieren, da kam eine Mail von Axel Kutsch: Eva Strittmatter und Hadayatullah Hübsch gestorben. Der Tod hält Ernte.

Zunächst einige Zitate aus Nachrufen auf Eva Strittmatter:

An Eva und Erwin Strittmatter erkannten viele nicht zuletzt: Man kann in der DDR auch DDR-fern leben. Mit Pferden, es waren manchmal fast 30, irgendwo draußen auf dem Land. Er schreibt. Sie schreibt.

Von dieser Genügsamkeit zu zweit, dieser scheinbaren Vollkommenheit im Elementaren ging eine Beruhigung aus. Es gab sie also, die Rückzugsorte. Aber das war nicht die ganze Wahrheit, vielleicht war es nicht einmal die halbe. Auch und erst recht nicht die über ihre Dichtung. Dass die schönen Worte so einfach aus dem Anblick des Schönen wachsen, glauben ohnehin nur die Leser. Und Eva Strittmatter hatte sie zu Tausenden, ja Hunderttausenden, fast von Anfang an. Welcher Jetztzeitdichter darf das von sich sagen, welcher überhaupt? Ist jeder Ruhm am Ende ein Missverständnis? / Kerstin Decker, Zeit online („Quelle: Tagesspiegel“) (sehen Sie auch die Leserkommentare!)

Für Eva Strittmatter blieb als Lyrikerin das Übersichtliche der Idylle die Freiheit des Schaffens: Natur, Liebe, Wechselfälle des Lebens. Doch sie wurde in der DDR gelesen, bewundert und ausgezeichnet. Nicht wenige im Publikum nannten sie „Mütterchen Strittmatter“.

Die Titelgebung der Bände war Programm. „Mondschnee liegt auf den Wiesen“ (1975), „Die eine Rose überwältigt alles“ (1977), „Zwiegespräch“ (1980), „Heliotrop“ (1983) oder „Unterm wechselnden Licht“ (1990), schließlich „Wildbirnenbaum“ aus dem Jahre 2009. …

Eva Strittmatters Bücher erreichten eine Auflage von zwei Millionen. Ein poetisches Gesamtbild erlaubt die Ausgabe des Aufbau Verlages „Sämtliche Gedichte“ aus dem Jahre 2006. / Jürgen Verdofsky, FR

Mehr: Spiegel / Berliner Kurier / NDR / Die Welt / Süddeutsche / Thüringische Landeszeitung / ND / DLR /

Eva Strittmatter liest „Mondnacht“ (MP3-Audio)

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: