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Veröffentlicht am 5. Juli 2009 von lyrikzeitung
Mit den „Akzenten“ errichteten Höllerer und Bender 1954 gleichsam die Zentralstation für die Literatur der Nachkriegszeit. Danach widmete sich Bender vorwiegend der Arbeit als Herausgeber und Förderer junger Autoren. Mit legendären Textsammlungen wie „Mein Gedicht ist mein Messer“ (1955) und „Was alles hat Platz in einem Gedicht?“ (1978) prägte er das Lyrikverständnis von zwei Dichtergenerationen.
Später fand er in „Aufzeichnungen“ und Vierzeilern die literarischen Genres, die ihm die Konzentration auf das Wesentliche ermöglichten. „Ich schreibe kurz“, notiert er in einer dieser Aufzeichnungen, „denn bevor ich sterbe, will ich schlafen.“ Bei Elias Canetti, Cesare Pavese und Julien Green fand er das Stilideal der konstatierenden, chronikalen Grundhaltung, die seine lakonische Knappheit den Weisheitssätzen alter Philosophen verwandt erscheinen lässt.
In seinen Vierzeilern, von denen jetzt der aktuelle Band „Wie es kommen wird“ erschienen ist, konzentriert sich Hans Bender ohne jede stilistische Ornamentik auf die Essenzen unserer Existenz. Diese Miniaturen sind in einer Beiläufigkeit geschrieben, die den inhärenten Humor fast übersehen lässt. Der schönste Vierzeiler des Bandes blamiert die Bemühungen der legendären Gruppe 47: „Behaltenswert die Orte, wo sie / Jahr um Jahr sich trafen. / Sie lasen vor. Sie kritisierten. / Sie wollten mit der Bachmann schlafen.“
/ Michael Braun, Tagesspiegel 5.7.
Hans Bender:
Wie es kommen wird. Meine Vierzeiler.
Carl Hanser Verlag,
München 2009.
80 Seiten, 12,90 €.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Akzente, Cesare Pavese, Elias Canetti, Gruppe 47, Hans Bender, Julien Green, Michael Braun, Walter Höllerer
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