Annemarie Zornack 70

Wie denkt sie als Frau über Lyrik von Frauen? „Die weibliche Art, die Welt zu erleben, schafft Erkenntnisveränderungen und Erweiterungen des Empfindens. Sie durchmischt Animus mit Anima, rein Verstandesmäßiges mit gefühltem Denken“. Aber eigentlich ist ihr dies alles viel zu theoretisch: „Beim Schreiben von Gedichten bringe ich mich ein, mich als Person, als die Lyrikerin, die ich bin“.
Annemarie Zornack , die 1932 in Aschersleben im Harz geboren wurde und seit 1953 in Kiel lebt, hat den Friedrich-Hebbel-Preis und, als erste schreibende Frau, den Kulturpreis der Stadt Kiel (1998) erhalten. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums, war Ehrengast der Villa Massimo in Rom und ist Ehrenmitglied der Gesellschaft für Zeitgenössische Lyrik in Leipzig. Sie hat surreale Prosa und zwei Reisebücher publiziert. Doch den Schwerpunkt ihres Schaffens bilden 14 Gedichtbände, darunter der 300-seitige Sammelband strömungsgefahr , der 1999 bei der Düsseldorfer Eremiten-Presse erschienen ist und die bisher wichtigsten Texte enthält. / Kieler Nachrichten 12.3.02

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