Am Rande

Brigitte Struzyk

Am Rande
(Die Kawenzmänner)

Die Vielgestalt des Gleichen-
die Verwandtschaft-
wandelt die Wand von Bäumen
am Rande zu einem Wald
Von Zweig zu Zweig das Grün
formt an den Zackenrändern Töne,
ja, sie betonen, was vom Himmel fällt,
vom Wind gehoben, ja vom Wind.
Der Regen treibt in jede Lücke Blei.

Die Vielgestalt des Gleichen-
die Verwandtschaft –
verflüchtigt sich im Unterholz.
Dürr und verkümmert krümmt es sich
unter dem strotzend Großen.
Braune Skelette gehen sich an die Stämme.
Hier fließt zusammen, was von oben kommt.
Es fördert die Verrottung die Verwandtschaft.

Die Vielgestalt des Gleichen-
die Verwandtschaft-
verdrängt die Schwachen, heißt sie sterben.
Doch oben in den Kronen thronen
die starken Äste unberührt
von all dem Weitverzweigten
der Verwandtschaft.
Sie wachsen angeregt noch höher,
so stark geworden über dem,
was unten welkt, verdorrt-
Verwandtschaft.

Die Vielgestalt des Gleichen
schafft Diverses.
Das schließt sich gegenseitig aus.
Die Eigenart befördert Wachstum.
Der Wipfel rauscht Behauptung.
Die Niedrigkeit am Fuße bleibts.
Sie trachtet kaum nach Leben,
selbst wenn, dann bei sich selbst.
Die Wurzeln aber-
die Verwandtschaft –
halten das Disparate fest zusammen
als Vielgestalt des Gleichen.
Ja, hast du nicht gesehen,
der Fuchs geht um….

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