Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
„Hört ihr das, so höhnen Honigprotokolle“ – mit diesem Auftakt fangen die meisten der 65 Gedichte an. Optisch kommen sie wie Prosa daher, in langen Zeilen ohne Reim, doch sind sie stark rhythmisiert und tragen auch sonst Kennzeichen lyrischen Sprechen, allen voran die Anrede.… Continue Reading „92. Helles Entzücken“
16 neue Mitglieder wurden im Mai in die Berliner Akademie der Künste gewählt, darunter die Schriftsteller Elke Erb, Kerstin Hensel, Thomas Lehr und Monika Rinck. Die Akademie der Künste zählt nun in ihren sechs Kunstsektionen insgesamt 412 Mitglieder. / Pressemitteilung, 18.6.
Grass macht Schule. Oder war er in Liechtenstein zu Besuch? Jedenfalls bekamen alle Liechtensteiner dieser Tage nicht die Bild-Zeitung, sondern ein Gedicht ins Haus. Ein politisches! Es geht darum, wenn ich recht verstehe, daß dem Volk die absolute Monarchie erhalten bleiben muß. Und gereimt… Continue Reading „90. NEIN!“
Die schwarz-rot-goldene Fußballparty hat in Neuwied einen herben Dämpfer bekommen. Während des EM-Spiels Deutschland gegen Griechenland sollen sich Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, die die Besucher auf das Gelände der VR-Bank-Fanmeile ließen, rassistisch gegenüber mehreren jungen, dunkelhäutigen Personen geäußert haben. … „Wir hatten in unserer Gruppe… Continue Reading „89. Fußballparty mit Lyrik“
Den mit 20.000 Euro dotierten Preis teilen sich in diesem Jahr zwei Lyriker aus dem slawischen Sprachraum: der Sorbe Kito Lorenc, 1938 in Schleife in der Niederlausitz geboren, und der Serbe Miodrag Pavlovic, 1928 in Novi Sad geboren. Im kragenlosen Hemd schwärmte Handke in… Continue Reading „88. Petrarcapreis für Kito Lorenc und Miodrag Pavlovic“
Der Einbruch des Surrealen in den Alltag bricht die Welt des Vertrauten, des Logischen und des Selbstverständlichen auf und verweist auf etwas darüber Hinausgehendes, Unfassbares und Transzendentes. Dunkel war’s, der Mond schien helle, Als ein Wagen blitzeschnelle Langsam um die Ecke fuhr; Drinnen saßen… Continue Reading „87. Einbruch des Surrealen“
Eine Schmähschrift Von Michael Gratz (Aus: Wiecker Bote 27-29/1999) Als ich einmal, in DDR-Jahren, zornig das Wort Beamte gebrauchte, wurde mir Belehrung zuteil: die gebe es in der DDR nicht. Voilà – diese Tür steht vielen offen. Beamte in der Literatur? Ja, als Türsteher. Jack… Continue Reading „86. Der Fall Anders? Nein – der Fall des Literaturbeamten“
Ich erhielt die traurige Mitteilung, daß der Schriftsteller Richard Anders in der Nacht von Sa. 23. auf So. 24.6. in Berlin, im Wenckebach-Klinikum, im Alter von 84 Jahren wahrscheinlich an Herzversagen verstorben ist. Genau am Sonnabend vor 14 Jahren erhielt er in Greifswald den ersten… Continue Reading „85. Richard Anders verstorben“
Basierend auf dem Poem Muspilli Spezial von Bert Papenfuß, einer sehr spezifischen Anwendung des Muspilli-Textes aus dem 9.Jahrhundert auf heutige Verhältnisse, und dessen diversen Vertonungen, erschienen als Beilage des zonic #13,5 (ebendort auch nachzulesen). Hier inklusive eines exklusiven Textes von RQM, inspiriert vom Muspilli,… Continue Reading „83. Eine lyrische Weltuntergangsexkursion in Dub“
1980 erscheint eine erste Sammlung englischer Punk-Songtexte mit deutschen Übersetzungen, I Hate The Universe, herausgegeben von Sylvia James *3), darunter Killing An Arab von Cure, eine Aufarbeitung von Albert Camus’ Der Fremde. Camus, so scheint es, liegt mit seinen Sätzen von der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt hochaktuell in den jungen… Continue Reading „81. Musiker sind die besseren Dichter geworden“
… Memoiren, Menschen, Metamorphosen, Mnemosyne, Monologen (und hätte ich dieses mein Schreiben nicht), Morphemen, Musik (also aus allem beziehe ich meine Sprache, Material aus verschiedenen Quellen, Bild, Gespräche, Musik, überhaupt die Musik, überhaupt habe ich der Musik immer unrecht getan, sie immer ins Unrecht gesetzt oder wie soll… Continue Reading „80. M-Z (Theo Breuer über Friederike Mayröcker)“
Unter dem Namen Martin Mollnitz veröffentlichten die Zeitung Freitag und die Greifswalder Wasser-Prawda vor einigen Wochen ein Pamphlet angeblich über die junge Lyrik, die saft- und kraftlose Selbstbespiegelung sei im Unterschied zu den kraftvollen Versen des Herrn Mollnitz. Der sprach zwar nicht wirklich von… Continue Reading „78. Mollnitziade“
Harsch das Urteil des Rezensenten über den dritten Band von Matthias Göritz: Leider muss man konstatieren: Anstatt das Potenzial seiner Werkzeuge auszunutzen, fasern die Gedichte in labberiges Pathos aus, verfallen in einen rhythmisch unglücklichen Stop-and-Go-Modus oder hüllen noch die belanglosesten Gedanken in den Anschein… Continue Reading „77. Anschein von Literarizität“
Mitgerissen in einem assoziativen Strom von Berührungen, Düften und stillen Augenblicken staunt der Leser über den Bauchladen voller Merkwürdigkeiten, den die Autorin Anne Dorn ihm anpreist. Sie hat viel zu erzählen. „Und aus solchem Reichtum, / den ich mit mir herumschleppe, / erwächst mir… Continue Reading „76. Seltsame Sucht, sich aufzurichten“
Getwitterte Abiperlen aus Frankreich 2012: „Sprechen wir von Rimbauds Werk. Rimbaud hat viele Teile… Rimbaud 1 Rimbaud 2 Rimbaud 3…“ „Wie Bonaparte konnte Jules Cäsar mehrere Briefe gleichzeitig diktieren, das nennt man Diktator.“ / e-orientations
Neueste Kommentare