Schlagwort: Gebrauchslyrik

98. Schneegida

Das ist Volks-, Gebrauchspoesie: Ich habe nichts gegen Schnee, solang er sich an unser Klima anpasst und Regen ist. Es kann nicht sein, dass sich diese ausländischen Schneemassen unkontrolliert auf Straßen und Gehwegen breitmachen. Zahlt keine Maut und lungert wieder an der Haltestelle rum…

23. Gebrauchslyrik

Aus einer App-Kritik von Michael Derbort: Trinksprüche – so lautet der Name dieser App. Kurz, prägnant und auch noch 3,0-Promille-kompatibel. Die Zielklientel erschließt sich bereits bei der Lektüre der App-Beschreibung im Playstore. Zutiefst betrübt stellen wir fest, dass bereits dort jegliches Niveau nebst Orthographie…

23. Nützen und erfreuen

soll die Poesie, sagt Horaz. Dann ist das Poesie:   Hat dem Brauer genutzt und mich erfreut. Und vielleicht auch umgekehrt. – Frühlingsmarkt vor Schloß Griebenow bei Greifswald.

85. Geht auch mit Mainz

In Mainz funktioniert der Bahnhof nicht mehr. Aus diesem Anlass habe ich, in der Tradition von Günter Grass, ein politisches Gedicht verfasst: Ein Bahnhof, wo nichts fährt, der ist sein Geld nicht wert. Ein Bahnhof ohne Züge ist eine schlimme Lüge. / Harald Martenstein, Tagesspiegel

84. Münchner Reime

Bei der Erziehung ihrer Fahrgäste greifen die Münchner Verkehrsbetriebe gerne zum Gedicht. Es sind in Jamben und Trochäen verfasste Verse, wie sie auch ein Mörike nicht schöner hätte schmieden können: ‚Aus dem Walkman tönt es grell, / Den Nachbarn juckt“s im Trommelfell‘ oder ‚Ob…

90. NEIN!

Grass macht Schule. Oder war er in Liechtenstein zu Besuch? Jedenfalls bekamen alle Liechtensteiner dieser Tage nicht die Bild-Zeitung, sondern ein Gedicht ins Haus. Ein politisches! Es geht darum, wenn ich recht verstehe, daß dem Volk die absolute Monarchie erhalten bleiben muß. Und gereimt…

11. Gereimt

Nochmal Berliner Boulevard, Abt. Geschichte: „Keine Kohlen im Keller, keine Eier im Sack, das ist euer 20. Jahrestag“, rief Mitte der sechziger Jahre ein West-Berliner, ausgestattet mit einem Megaphon, nach drüben. Protokolliert wurde diese kleine Lyrik durch die Grenztruppen der DDR, wie sie ohnehin…

86. Gebrauchsgedicht

Peter Borjans-Heuser, Jahrgang 1948, „erlernte die Dichtkunst auf / großer Fahrt mit seinem Motorsegler quer / durch Europas Gewässer. Das Schiff war / löchrig wie ein Schweizer Käse. / Nur die Dichtkunst hielt ihn über Wasser. / So wurde er Dichter, sein Schiff leider…