Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Blasphemische Anwandlungen befallen den in Religionsfragen* sonst** ehrfürchtigen*** Dichter****, wenn es um Sexualmoral, Lust- und Liebesverbote aus priesterlicher Warte geht. Das berühmte ‚Tagebuch‘ von 1810 feiert zwar die eheliche Treue, aber es zeigt, dass ihr Unterpfand eine ‚Neigung‘ ist, die sich mit ‚Begierde‘ verbindet.… Continue Reading „120. Kreuz und Phallus“
Speziell gegen den Feuilleton-Journalismus hegt er einen tiefsitzenden Groll: ‚Dem Dichter schwant’s, dem Jornalisten entet’s‘. / Die Süddeutsche Zeitung über den Schriftsteller Uwe Dick, der am 21.12. 70 Jahre wurde.
Es gibt auch verlorene Gedichte, schrieb ich vor 13 Jahren in der Beschreibung des Plans meiner Online-Anthologie. Eins verlor sich im Mai 2011. Michael Gawenda hatte auf Facebook ein Gedicht von August Wilhelm Schlegel gepostet und mit einer freundlichen Widmung versehen: allen nichtshörenden, staatsstolzen germanisten… Continue Reading „118. Verlorene Gedichte“
Der Schwarzwälder Bote sprach mit Matthias Kehle: Gedichtaufbau, Zeilenanordnung und -zusammenhang verlangen vom Leser aktive „Mitarbeit“, nicht nur bloßen Konsum. Verlocken Sie ihn damit bewusst zum Verweilen und Hinterfragen, oder sind das zeitgeistkonforme methodische Mätzchen? Ich möchte zum Verweilen und zum Hinterfragen verlocken und… Continue Reading „115. Erkenntnisräume“
Es ist nicht originell, aber auch mir kommt der Literaturbetrieb anödend vor. In ihm herrschen Fleiß und Industrie und ein bisschen Inspiration, aber so wenig, dass jede Werbeagentur damit zusperren müsste. Die Reklame, die der Betrieb unaufhörlich für seine Produkte macht, ist fast schon… Continue Reading „114. Ein Österreicher“
Anfang der 1970er Jahre begann Ruth Wolf-Rehfeldt ihre typischen Schreibmaschinengrafiken (Typewritings) zu entwickeln und sich am internationalen Netzwerk der Mail Art zu beteiligen. 1990 stellte sie ihre künstlerische Arbeit ein. 2012 entdeckte Die Weserburg – Das Museum für Moderne Kunst in Bremen ihr graphisches… Continue Reading „113. Typewritings“
Nur Wikipedia, eine irische Rundfunkstation und Facebookkreise wissen es schon:Der irische Dichter Dennis O’Driscoll starb zu Weihnachten im Alter von 58 Jahren. Er veröffentlichte neun Gedichtbände sowie Essays und Kritiken. Deutsche Übertragungen seiner Gedichte u.a. in Ostragehege Nr. 61 (2011) Sing for the taxman (Poetry… Continue Reading „111. Dennis O’Driscoll gestorben“
Von 1986-1988 erschienen seine ‚Gesammelten Werke‘ im Verlag Zweitausendeins. Sie durch eine Briefedition zu ergänzen, war immer geplant, doch wollten sich nach dem Verkauf von Zweitausendeins die neuen Eigentümer nicht auf das Wagnis einlassen. Zum Glück hat der kleine Berliner Verbrecher-Verlag, in dem auch… Continue Reading „107. Richtig beese“
Zentral der zehnteilige Zyklus „das schwarzbuch die farbfotos“, für den Wenzel beim diesjährigen Lyrikpreis Meran ausgezeichnet wurde. Ein Album in Worten, in dem in dokumentarischer Präzision eine kleine Welt fortlebt, die über Jahrhunderte für die Region zwischen Ruhr, Lippe und Emscher prägend war. Gute… Continue Reading „104. Wortaufbewahrung“
»Biographie skandalös uninteressant«, schreibt Hermann Grab 1947 im New Yorker Exil über sich selbst. »Geboren am 6. Mai 1903 in Prag, studierte Philosophie und Musik in Prag, Wien, Berlin, Heidelberg, Dr. phil. in Heidelberg. (…) Dann einige Jahre Journalist (Musikkritiker) und Musiklehrer in Prag. ›Stadtpark‹,… Continue Reading „103. Skandalös uninteressant“
Höllerer, heute vor 90 Jahren in Sulzbach-Rosenberg geboren, war ein Mann der vielen Talente, ein Tausendsassa, der sich der Literatur nicht nur als Universitätslehrer verpflichtet sah, sondern auch als Institutionen- und Zeitschriftgründer, als Autor und Journalist. / Oberpfalznet
Eine schöne Idee*: „Lyrikerinnen und Lyriker der Gegenwart stellen sich vor“. Dirk von Petersdorff legt 19 Gedichte von Frauen und 70 von Männern vor, die die sich ausgesucht hatten, um zu sagen, zu zeigen, wer sie sind. 17 von ihnen sind vielleicht nicht für… Continue Reading „101. Grünbein wie ein Hund (19 zu 70)“
(…) und die luftige (lustige) paragrammatische Assoziation feiert fröhliche Urständ auch in der Lyrik nach 2000: In, beispielsweise, Mikael Vogels Massenhaft Tierelaufen mir nicht bloß Leeren und Lehren der Straßen übern Steg, und dermaßen durchdrungen lese ich, eyes wide as saucers, nein, kein Scherz (eher schon: Merz),… Continue Reading „100. L-e-s-e-n“
Aus drei schmalen Bändchen, in denen Kaléko einst ihr Vermächtnis vermutete, sind so – mit allen bekannten Werken, dazu rund 150 bisher unveröffentlichte literarische und journalistische Texte sowie über 1400 erstmals publizierte Briefe inklusive Kommentarband – vier dicke Bücher geworden, über 4000 Seiten stark.… Continue Reading „99. Kein Frieden mit Deutschland“
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