Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Geleit Worte, schön flügelnd, wir nennen sie wie Namen der Mädchen, die wir kennen: Da tauchen sie aus den Gewässern, aus den Bäumen treten sie hervor, sie stoßen herab aus den Himmeln zu denen, die sie verstehn. Aus: Kito Lorenc, Gedichte. Ausgewählt und mit… Continue Reading „103. Geleit“
Der Schauspieler Richard Burton liest ‚Fern Hill‘ von Dylan Thomas (In der ersten Strophe sind etwa 2 Zeilen „verschwunden“. Hier gibts den Text englisch und deutsch.)
Schon Nietzsche wusste, dass der Dom aus Brettern und Balken der Begriffe keine feste Burg ist. Dem „freigewordenen Intellekt“ [er meinte damit natürlich vor allem oder nur den Künstler] ist dieser Begriffsdom „nur ein Gerüst und ein Spielzeug für seine verwegensten Kunststücke: und wenn… Continue Reading „99. Picasso als Dichter“
Ruth Klüger wurde 1931 in Wien geboren. Ein wenig scheint die Sprachfärbung noch durch. Sie wurde als Jugendliche in die Konzentrationslager Theresienstadt und Auschwitz verschleppt – und hat überlebt. Grausige Orte mit schönen Namen: „Birkenau und Buchenwald, darauf lassen sich Reime machen und Volkslieder singen. Man sieht bei diesen Namen Wälder im… Continue Reading „98. Orte mit schönen Namen“
schreib dich hin, druck dich aus – der weiße Raum zwischen den schwarzen Flammen, das bist du Hansjürgen Bulkowski
Mein erstes Antiquariat, wo ich vor Jahrzehnten paar Bücher verkaufte (denn ich war jung und brauchte das Geld), aber dann mit Sicherheit Jahr um Jahr viel mehr kaufte, ist jetzt zu. „Ladenlokal zu vermieten“ steht dran. Voriges Jahr war es noch auf, aber mit… Continue Reading „94. In Halle“
«‹Fern Hill› – ein wunderbarer Text, der die Jugend auf dem Land beschreibt. Diese Unbeschwertheit könnte es in England geben, oder im Freiamt», so Michael Schneider, Aargauer Musiker und Komponist. Er hat eigens für das Vokalensemble Cantemus ein Stück komponiert, bei dem er das… Continue Reading „93. Fern Hill“
Wer war Franz Ritter von Kobell? Ein ‚Altmeister der bairischen und pfälzischen Mundartdichtung‘. Das steht auf seinem Grab im alten Münchner Südfriedhof. Kobell besaß die Fähigkeit, sich in verschiedenen Dialekten ausdrücken zu können. 1839 entstand als erstes literarisches Werk das Bändchen ‚Tryphylin‘, benannt nach… Continue Reading „92. Meister und Altbayer e.h.“
Der 1929 in Iran geborene Dichter Cyrus Atabay kam in den Fünfzigerjahren zum Studium nach München. Seine ersten Jahre in der Stadt haben den ‚persischen Prinzen‘, wie ihn der Mäzen Pablo Jacobi gerne nannte, und auch seine Texte stärker als alle andere Lebensstationen geprägt.… Continue Reading „91. Deutscher Dichter, aus- und wieder eingebürgert“
28.8. 2013 – 20:30 Altes Finanzamt Schönstedtstrasse 7 12043 Berlin-Neukölln „Voice_Voice_Voice_Voice“ Collaborative performance combining extended vocal technique, text, dada, language, poesia sonora with Tomomi Adachi, Alessandra Eramo, Valeri Scherstjanoi, Gabriel Dharmoo http://www.adachitomomi.com http://www.ezramo.com http://www.lautland.de http://www.electrocd.com —- 31.8.2013 – 19:00 und 22:00 Galerie Haus am Lützowplatz,… Continue Reading „90. Klangpoesie in Berlin“
‚Das Zimmer stank‘, wird Fred Uhlmann über seine erste Begegnung mit Schwitters schreiben. ‚Ein muffiger, säuerlicher, unbeschreiblicher Gestank, der von drei Dada-Plastiken ausging, die er aus Porridge (Haferbrei) gefertigt hatte, da an Gips nicht heranzukommen war. Der Porridge hatte Schimmel entwickelt, und die Skulpturen… Continue Reading „89. Avantgarde im Exil“
Seine Gedichte kommen leise und fragil daher: „Ich gestehe meine Vorliebe für das Unscheinbare, Unspektakuläre, vermeintlich Unvertraute und Periphere.“ Das gilt auch für dieses Gedicht. Wer kennt nicht den Moment des Aufwachens, das erste Öffnen der Augen, in denen noch der Schlaf klebt und… Continue Reading „86. Fenster zum Garten“
In Mainz funktioniert der Bahnhof nicht mehr. Aus diesem Anlass habe ich, in der Tradition von Günter Grass, ein politisches Gedicht verfasst: Ein Bahnhof, wo nichts fährt, der ist sein Geld nicht wert. Ein Bahnhof ohne Züge ist eine schlimme Lüge. / Harald Martenstein, Tagesspiegel
Bei der Erziehung ihrer Fahrgäste greifen die Münchner Verkehrsbetriebe gerne zum Gedicht. Es sind in Jamben und Trochäen verfasste Verse, wie sie auch ein Mörike nicht schöner hätte schmieden können: ‚Aus dem Walkman tönt es grell, / Den Nachbarn juckt“s im Trommelfell‘ oder ‚Ob… Continue Reading „84. Münchner Reime“
Die Gedichte des jüdischen Lyrikers Paul Celan (1920-1970) sind schwere Kost wieso quälen sie sich nur so? Wer keinen Saumagen verträgt, kann ja was Leichteres essen, bloß mal metaphorisch. Natürlich paßt das nicht auf Celan; schon weil er Jude ist… sind schwere Kost: Seine… Continue Reading „83. Schwere Kost“
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