Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Heute vor 100 Jahren wurde der Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti geboren. Er starb vor vier Jahren, wenige Tage nach seinem 96. Geburtstag. Kurt Marti (* 31. Januar 1921 in Bern; † 11. Februar 2017 ebenda) wie geit’s? äs chunnt äs geit ganz… Continue Reading „Es kommt es geht“
Edward Lear (* 12. Mai 1812 in Highgate; † 29. Januar 1888 in Sanremo) Vier Buchstaben mit den Zeichnungen von Edward Lear und den alphabetisch verschobenen Verdeutschungen von Hans Magnus Enzensberger Der Edelmütige Esel, der in einem Essigfaß wohnt und sich von Selterswasser und… Continue Reading „Lears ungereimtes ABQZ mit Enzensbergers ADEZ“
Vor 150 Jahren wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet und der Dichter Christian Morgenstern geboren. Letzteres am 6. Mai. Zeit, das Morgensternjahr einzuläuten. Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Südtirol) Der mittelmäßige Übersetzer rechtfertigt sich Wähle saure… Continue Reading „Morgensternjahr“
Bernd Jentzsch (* 27. Januar 1940 in Plauen) Heimatkunde Wenn Mutter nicht Hindenburg gewählt hätte: hätte Hindenburg nicht Hitler zum Reichskanzler bestellt, hätte Hitler die Welt nicht mit Krieg überzogen, hätte Stalin nicht zum Großen Vaterländischen Krieg aufgerufen, hätte der Rotarmist nicht die Hammer-und-Sichel-Fahne… Continue Reading „Heimatkunde“
Ulrich von Liechtenstein (auch: Lichtenstein, * um 1200; † 26. Januar 1275) Gepriesen der sinn, der mich lange schon lehrt, dass ich sie liebe von herzen, je länger, je mehr, dass ich sie verehre, wie ein wunder, besonders, so sehr sie liebe und meine,… Continue Reading „Wol mich der sinne“
Daniel Casper von Lohenstein (* 25. Januar 1635 in Nimptsch, Schlesien; † 28. April 1683 in Breslau) Ο ΒΙΟΣ ΕΣΤΙ ΚΟΛΟΚΥΝΘΗ * Dis Leben ist ein Kürbs / die Schal‘ ist Fleisch und Knochen; Die Kerne sind der Geist / der Wurmstich ist… Continue Reading „Das Leben ist ein Kürbis“
Albin Zollinger (* 24. Januar 1895 in Zürich; † 7. November 1941 in Zürich) Advent der Fabrikmädchen Die Arbeiterinnen kommen in einem Geruche von Mandarinen. Ihr Feierabend neigt in das Dunkel hinein. Wenn sie, die Augen noch blaß vom Gebraus der Maschinen, Über die… Continue Reading „Advent der Fabrikmädchen“
Jesse Thoor (* 23. Januar 1905 als Peter Karl Höfler in Berlin; † 15. August 1952 in Lienz/Osttirol) Dankrede Dies ist die Rede des Einzigen und aus Jesse und Lob und Dank. Der viel gesehen hat, mancherlei gehört und mehr noch erfahren. Und zur… Continue Reading „Jesse Thoors Dankrede“
Die Poeten, wenn sie Poesie machen, die hinter ihrem und unserem Bewußtsein zurückbleibt, sperrt man nur darum nicht ein, weil der Schaden, den sie anrichten, nur sie selber trifft; sie entlassen sich sozusagen selber: indem kein Zeitgenosse, kein bewußter, sie ernst nehmen kann. Max… Continue Reading „Weil niemand sie ernst nehmen kann“
Mascha Kaléko (Golda Malka Aufen, * 7. Juni 1907 in Chrzanów, Galizien, Österreich-Ungarn; † 21. Januar 1975 in Zürich) Kinder reicher Leute Sie wissen nichts von Schmutz und Wohnungsnot, Von Stempelngehn und Armeleuteküchen. Sie ahnen nichts von Hinterhausgerüchen, Von Hungerslöhnen und von Trockenbrot. Sie… Continue Reading „Kinder reicher Leute“
Worte können töten. Gerade wieder haben wir es im Fernsehen gesehen, aus Washington D.C.. Vor 60, 70 Jahren hatten es die Menschen gerade erlebt und – unterschiedliche – Schlußfolgerungen daraus gezogen. Nach Auschwitz könne man keine Gedichte mehr schreiben, schrieb A. B (in einem… Continue Reading „Nur Worte“
Werner Riegel (* 19. Januar 1925 in Danzig; † 11. Juli 1956 in Hamburg) Stirn und Scheitelknochen Inseln unter dem Wind, Wo tief die Zitterrochen Meiner Gedanken sind. Thule und beide Sizilien Hinter Heu irgendwo. Ich schweige im Blau, ich spiele Träumerisch mein Jo-Jo.… Continue Reading „Stirn und Scheitelknochen“
Jorge Guillén (* 18. Januar 1893 in Valladolid; † 6. Februar 1984 in Málaga) Die Namen Der Horizont der Frühe öffnet halb seine Wimpern, blickt auf. Was schaut er? Namen. Die Patina der Dinge trägt ihre Schrift. Die Rose nennt sich noch immer Rose,… Continue Reading „Die Namen“
Klaus M. Rarisch (* 17. Januar 1936 in Berlin; † 20. Juli 2016 ebendort) DEUTSCHER LENZ IN CEFALU Brände brechen aus in mir, grelle Kastagnetten knallen hinter Adern her und hallen allmetallisch Gischt hoch Gier. Durch Aortapforten schweigt Mumienmulm der Urboviste; fahnenfarb das Ungehisste… Continue Reading „„Höllerer, wo ist dein Sieg?““
Inger Christensen (* 16. Januar 1935 in Vejle, Dänemark; † 2. Januar 2009 in Kopenhagen) aus „das“ Sie fungieren, weil sie fungieren, oder damit andere fungieren können, weil andere fungieren. Weil die fiktion fungiert. Weil die zufälligen leben, der zufällige tod in der gesellschaftsfiktion… Continue Reading „sie fungieren“
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