Kategorie: Österreich

62. Mikael Vogel

Vogel braucht manchmal bloß zwei halbe Sätze zum Gedicht, einmal sogar nur fünf Wörter, freilich mehr eine witzige Sentenz denn ein ganzes Gedicht. Vogel schiebt die Sprache vorsichtig voran, liest behutsam und silbenweise, mit der zaghaften Aufmerksamkeit einer Schildkröte oder einer Morgenstern’schen Schnecke („soll… Continue Reading „62. Mikael Vogel“

59. Genüßlich

Sie kramte in ihrer Handtasche und zeigte uns Roberts zerfleddertes Notizbuch. Die letzte Eintragung war ein Gedicht: Reglos liegt er im Gras / die Sonne spiegelt sich in seinen Augen wider / ein Geier lässt sich auf ihm nieder / und zerbeißt genüsslich das… Continue Reading „59. Genüßlich“

56. Gnadengesuch

Helmut Seethaler GNADENGESUCH bei praesident dr Fischer angekuendet: Um mich + meine kunstform vor der vernichtung durch richter dr. Peter Wimmer des gerichts wien-innere stadt doch noch zu retten: Man will mich 6 wochen einsperren. Weil die wiener linien meine kunstaktionen nicht wollen+pausenlos zerstoern.… Continue Reading „56. Gnadengesuch“

46. Flegeln in Elegien

Warum überhaupt eine Elegie? „[W]as wollen wir von Elegien, außer sie näher / kennenlernen, ihren Kajal umkurven, voller Empathie“, fragt (ohne Fragezeichen) das lyrische Wir, das an wenigen Stellen von einem lyrischen Ich abgelöst wird, das aber ungreifbar bleibt: „Ich, weißt du wer das… Continue Reading „46. Flegeln in Elegien“

44. Wiener Feedback

Da nehmen sie die Poesie noch ernst. Helmut Seethaler, der Wiener „Zettelpoet“, wird für seine für Nichtwiener harmlosen Aktionen, bei denen keine Fassaden beschädigt werden, von Justiz und „Wiener Linien“ verfolgt, was ihm 1000 Anzeigen, 1 Million abgerissener Zettel und jetzt sogar eine Haftstrafe… Continue Reading „44. Wiener Feedback“

98. Manfred Chobot

„Die einzelnen Textgebilde sind überschaubar, sind meist filigran, aber gerade weil sie so sind, muss man als Leser auf der Hut sein“. Das schrieb der verstorbene Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler über die Poesie des Wiener Stadtlyrikers Manfred Chobot. Und auch Chobots neuem Band „Gefallen Gefällt“… Continue Reading „98. Manfred Chobot“

79. Kärntner Lyrikpreis

„Vor fünf Jahren war ,Lyrik und Stadtwerke‘ noch kein rundes Thema“, blickte Romed Karre am Dienstag zurück auf die ungewissen Anfänge des bedeutendsten Kärntner Dichterwettbewerbs*. „Aber gerade jetzt“ sei es „ein Thema“, befand der Stadtwerke-Chef weiter, weil „Kärnten ein Land der Dichter und Denker“… Continue Reading „79. Kärntner Lyrikpreis“

77. Es ist was es ist

Das Gedicht war einmal eines der bekanntesten deutschen Gedichte eines lebenden Autors.  Erich Fried (1921-1988) hieß er. Es erschien 1983 in dem Band „Es ist was es ist. Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte“, Verlag Klaus Wagenbach. Jetzt ist es neu herausgekommen. Nicht mit anderen Gedichten sondern… Continue Reading „77. Es ist was es ist“

72. Lesen kann man ja ein andermal

Da die Auswahl der Sprachsalz-Gäste sich aus den radikal subjektiven Vorlieben der OrganisatorInnen speist, und da Festivalgründer Heinz D. Heisl sehr viele gute Bekannte in San Francisco hat, kommt in Hall eine Art US-amerikanischer Klassenausflug der Lyriker zusammen. Lyrik, das zeigen die dichtenden Amis,… Continue Reading „72. Lesen kann man ja ein andermal“

69. Rilkes Handschrift

Und jetzt, dem Wallstein-Verlag zu danken, gibt es erneut einen Druck, der mit Rilkes Handschrift erfreut. Zwei schwarze Pappbändchen, im schmucklosen Schuber präsentiert, stellen das »Berner Taschenbuch« mit dem zweiten Teil der »Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« vor. Das Buch, 1904 in Rom begonnen,… Continue Reading „69. Rilkes Handschrift“

66. Sprachsalz

Autoren 2012: Artur Becker (Polen/Deutschland) Robert Bober (Frankreich) Bas Böttcher (Deutschland) Sam & Ann Charters (USA/Schweden) Neeli Cherkovski (USA) Daniela Dill (Schweiz) Agneta Falk (USA/Schweden) William H. Gass (USA) Gerard Malanga (USA) Jens Nielsen (Schweiz) Elisabeth Reichart (Österreich) Paul Renner (Österreich) Walle Sayer (Deutschland) Christian Uetz (Schweiz) Martin Walser (Deutschland) Jubiläumsgäste: Kei Kimura (Japan) Thomas Sarbacher (Deutschland) Barbara Bongartz (Deutschland) Volker Dittrich (Deutschland)… Continue Reading „66. Sprachsalz“

47. Stadtschreiberin

Barbi (Barbara) Marković war Grazer Stadtschreiberin. Zum  1. September 2012 geht das Amt  an Dana Ranga, die nun für ein Jahr das Cerrini-Schlössl bewohnen darf. / literaturhaus graz

46. Beschriftung

Graz, Alexanderplatz ist die Bestandsaufnahme der Beschriftung der drei Grazer Plätze Jakominiplatz, Hauptplatz und Griesplatz zwischen November 2011 und Februar 2012. Barbi Marković hat dort jeweils sämtliche Werbesprüche, Warnungen, Graffitis, Anzeigen etc. per Hand abgeschrieben. Den Hinweis, dass der Verstoß gegen das Taubenfütterungsverbot mit… Continue Reading „46. Beschriftung“

45. Nachbeben

Montag, 24. 09. 2012 20.00 Uhr Literaturhaus Graz Reihe PREMIERE Nachbeben Japan Es lesen Ann Cotten, Elfriede Czurda und Erwin Einzinger aus der Anthologie Nachbeben. Japan (Luftschacht 2012). Moderation: Cornelius Hell   Zwölf österreichische Schriftsteller schreiben über Japan. Von kulturell Befremdlichem oder Bekanntem bis… Continue Reading „45. Nachbeben“

35. Nicht für feine Leute

Kramer hinterließ einige der eindringlichsten Gedichte, die sich mit Faschismus, Flucht und Heimatlosigkeit befassten. Allein sein „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ ist ein Dokument sondergleichen. In diesem Buch aber finden sich seine Liebesgedichte versammelt. Es wurde für diese Ausgabe um einige… Continue Reading „35. Nicht für feine Leute“