Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Oskar Loerke (* 13. März 1884 in Jungen bei Schwetz, heute Wiąg, Westpreußen; † 24. Februar 1941 in Berlin) ABEND AUF DER TERRASSE VON SAINT CLOUD Bang ists, — als stände wer gebeugt auf unsre Erde;— Verhüllt sein Leib von Städten, Strömen, Moor und… Continue Reading „„Dort unten liegt, ein graues Steingetürm, Paris““
Heute vor 399 Jahren (am 14. Februar alten, 24. Februar neuen, gregorianischen Kalenders) wurde Sibylla Schwarz in Greifswald geboren. Zum Anlass eins ihrer 23 Sonette. Es handelt,. wie könnte es anders sein, von Liebe, dem „obligatorischen Drehzapfen aller Poesie“ (Friedrich Engels). MEin Alles ist… Continue Reading „Sibylla Schwarz zum 399.“
Es scheint, Pfemfert liebt Nachtgedichte. Direkt unter Heym noch eins von Jakob van Hoddis: Der Träumende Blaugrüne Nacht, die stummen Farben glimmen. Ist er bedroht vom roten Strahl der Speere Und rohen Panzern? Ziehn hier Satans Heere? Die gelben Flecke, die im Schatten schwimmen,… Continue Reading „Nacht vier“
Georg Heym (* 30. Oktober 1887 in Hirschberg, Schlesien; † 16. Januar 1912 in Gatow) Die Schläfer Es schattet dunkler noch des Wassers Schoß. Tief unten brennt ein Licht, ein rotes Mal Am schwarzen Haupt der Nacht, wo bodenlos Die Tiefe sinkt. Doch auf… Continue Reading „Und die dritte“
Obwohl Die Aktion dezidiert politisch orientiert ist, enthält sie von Anfang an viele Gedichte. In der ersten Nummer von Hadwiger, Blaß, Baudelaire, Heym und van Hoddis. L&Poe veröffentlicht sie in den nächsten Tagen. Das heutige Gedicht spiegelt den kolonialen Blick der Zeit. Ernst Blass… Continue Reading „Noch eine Nacht“
Am 20. Februar 1911 erschien die erste Nummer der von Franz Pfemfert herausgegebenen Zeitschrift „Die Aktion“. Programmatisch erklärt sie: „“Die Aktion“ tritt, ohne sich auf den Boden einer bestimmten politischen Partei zu stellen, für die Idee der Großen Deutschen Linken ein. (…) „Die Aktion“… Continue Reading „Aktion“
Paul Zech (* 19. Februar 1881 in Briesen, Westpreußen; † 7. September 1946 in Buenos Aires) Fräser Gebietend blecken weiße Hartstahl-Zähne aus dem Gewirr der Räder. Mühlen gehen profund, sie schütten auf den Ziegelgrund die Wolkenbrüche krauser Kupferspäne. Die Gletscherkühle riesenhafter Birnen beglänzt Fleischnackte,… Continue Reading „Fräser“
Bruno Quandt (25. April 1887 Düsseldorf – 18. Februar 1918 München-Gladbach – heute Mönchengladbach) Blöde Twostepmelodien Lassen deine Schenkel zucken, Daß sie mit schmerzhaftem Nucken Aller Augen nach sich ziehen. Angegeilte Ladenlümmel Streben plump, dich zu verführen. Aber hier in meinem Himmel Muß dein… Continue Reading „Welche reicht an meine Freuden?“
Emmy Hennings (Ball-Hennings) (* 17. Januar 1885 in Flensburg; † 10. August 1948 in Sorengo bei Lugano) IM KRANKENHAUSE Alle Herbste gehn an mir vorüber. Krank lieg ich im weißen Zimmer, Tanzen möchte ich wohl lieber. An die Geigen denk ich immer. Und es flimmern… Continue Reading „O, ihr Schwestern von den Gassen“
Ansätze zum Gedicht „Hälfte des Lebens“ nach Sattler 1 (Dezember 1803) (…) Gebirg hänget See, Warme Tiefe es kühle(t)n aber die Lüfte [] Inseln und Halbinseln, (Felse) Grotten (Berge) zu beten. [ wo der entzükende Tag] [Uns… Continue Reading „Entstehung eines Gedichts“
Johann Wolfgang Goethe Gesteht’s! Die Dichter des Orients Sind größer als wir des Occidents. Worin wir sie aber völlig erreichen, Das ist im Haß auf unsres Gleichen. Aus: West-oestlicher DIVAN von Goethe. Stuttgard: Cotta, 1819, S. 102 (Hikmet-Nameh. Buch der Sprüche)
Johann Wolfgang Goethe Keinen Reimer wird man finden Der sich nicht den besten hielte, Keinen Fiedler der nicht lieber Eigne Melodieen spielte. Und ich konnte sie nicht tadeln; Wenn wir andern Ehre geben Müssen wir uns selbst entadeln. Lebt man denn wenn… Continue Reading „Lebt man denn wenn andre leben?“
Emil Honigberger (* 16. März 1881 Kronstadt (Brașov), 13. Februar 1953 ebd.) Der Brunnen Seit Wochen liegen sie im Schützengraben, Hier Russen, drüben ungarische Schützen; Unheil und Leid, wie märchendunkle Raben, Mit bösen Augen ringsum beutelauernd sitzen. Kalt ist die Nacht und qualmumrauscht die… Continue Reading „Seit Wochen liegen sie im Schützengraben“
Ernst Maria Flinker (* 1899 Czernowitz, † 9.7.1970 Bukarest) Der Dichter Aus den Laternen sprühn ihm tausend Gluten In Herz und Hirn – o fliehet nie zurück! Schon spürt er heißer in sich Flamme bluten Und rinnen reiner durch sich Schöpferglück. Aus hohen Wolken… Continue Reading „Der Dichter“
Georg Kulka (* 5. Juni 1897 Weidling/ Niederösterreich; † 29. April 1929 Wien) Aus: Die Anarchie Warum Warum gabst du uns die tiefen Blicke? Die unversorgte Erde, dich und mich in die dritte Person setzend, Verwachsene anzustaunen, doch der Klang verrauchte. Gang verging. Milch… Continue Reading „Warum“
Neueste Kommentare