Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der mit 10 000 Euro dotierte Hölderlin-Preis 2003 von Stadt und Universität Tübingen wird an Marcel Beyer verliehen. Die Auszeichnung für das epische und lyrische Gesamtwerk des 1965 im württembergischen Albstadt-Tailfingen geborenen und in Dresden lebenden Literaten wird am 21. Oktober überreicht. Am kommenden… Continue Reading „Hölderlin-Preis an Marcel Beyer“
Durch ihre Literarisierung verlor die Dichtung aber auch ihre Eindeutigkeit. Nicht nur weil, wie Plato bemängelte, alles Schriftliche offen interpretierbar war, da es bloss Worte, nicht aber Intonation, Mimik und Gestik zu registrieren vermochte, die bestimmten, wie etwas wirklich gemeint war. Nein: Zusätzlich zu… Continue Reading „Überblickbarer Text“
Beim Klagenfurter Wettlesen erhielt der in Prag geborene, in Deutschland lebende iranische Lyriker Farhad Showghi den 3sat-Preis. Die Walnußmaske, durch die ich mich träumend aß. Gedichte und Kurzprosa. Rospo Verlag 1998, Urs Engeler Editor (Vertrieb) Heimaten (mit A. Duden u. L. Seiler). Wallstein 2001… Continue Reading „Klagenfurter Wettlesen“
Das Totalitätsdenken war die radikalste Abstraktion der konkreten Welt und zugleich die tiefste Verbeugung vor der Realität, die dem menschlichen Denken je möglich war. An einer Stelle schrieb Hegel: „grabe einen Toten aus und befrage die Made, die an seinem Fleische nagt: Was der… Continue Reading „Dichter Hegel“
Am Sonntag wurden in Zug/ Schweiz neben dem Zuger Übersetzerpreis (Susanne Langes neue Don-Quijote-Übersetzung) zwei mit je 10’000 Franken dotierte Anerkennungspreise vergeben. Sie gingen an Ralph Dutli (russische Lyrik) und Karl-Ludwig Wetzig (isländische Literatur). Das Zuger Übersetzer-Stipendium ist der höchstdotierte Übersetzerpreis im deutschen Sprachraum.… Continue Reading „Zuger Übersetzer-Stipendium“
Vor zwanzig Jahren, als Friederike Mayröcker noch gar nicht so alt war, schrieb sie in der halluzinatorischen Prosa des Bandes «Reise durch die Nacht» von ihrer Vermutung oder Hoffnung, «dass die Assoziationskraft mit zunehmendem Alter eher zu- als abnimmt». Jetzt, mit bald 80 Jahren,… Continue Reading „Kunst der Assoziation“
Grünbeins Essays leben, ähnlich wie die Lyrik, die dem Autor früh Erfolg und Ruhm einbrachte, von der Genauigkeit der Wahrnehmung, von der Macht der Evokation und der Suggestion. Im Idealfall entstehen gedankliche Verdichtungen, die den Vergleich mit den Gedichten nicht zu scheuen brauchen. «Warum… Continue Reading „«Betonte Zeit»“
Eine rebellisch-poetische Bootsfahrt bei Leipzig vereinte 1968 junge Autoren wie Wolfgang Hilbig, Gert Neumann, Andreas Reimann und Kristian Pech, berichtet die Leipziger Volkszeitung vom 20.6.03: Doch das rebellische Projekt beschäftigt Grüneberger seit langem, seit September 2001 intensiv. Ergebnis ist das mit Gerhard Pötzsch kreierte… Continue Reading „Sächsisches Meer“
Über eine Erich-Arendt-Ausstellung berichtet die FR vom 20.6.03: „Erich Arendt: Menschen sind Worttiere. Zum 100. Geburtstag“. Peter-Huchel-Haus, Wilhelmshorst bei Potsdam bis 29. Juni. Danach wandert die Ausstellung nach Berlin.
Im St. Galler Tagblatt vom 20.6.03 ein lauter Stoßseufzer des Verlegers und Herausgebers der Schweizer Literaturzeitschrift orte, Werner Bucher, betreffend eingesandte Manuskripte (Schreibanfänger: Lesen!). Dann wendet er sich Erfreulicherem zu: dem Dichter Christian Saalberg . Hier der Schluß: Mir aber bleibt nur zu sagen,… Continue Reading „Stoßseufzer“
Manchmal muss man schon die verborgensten Winkel der poetischen Tradition ausleuchten, um sich an die Schreibvoraussetzungen unserer zeitgenössischen Dichter herantasten zu können. Auch wer als Lyriker die gesteigerte Gegenwärtigkeit des Sprechens im freien Vers erreichen will, sucht für diese halsbrecherische Art lyrischer Artistik zuverlässige… Continue Reading „Schöne Verrätselung“
Jeder Überragende schickt ein Dutzend Große in die Kälte der Vergessenheit. Ein Celan verdunkelt die Eich, Lehmann, von der Vring, Bobrowski und Lavant. Die wir sonst stets die liberale Vielfalt preisen, anerkennen unbeirrt den Monarchen, den Ersten und Einen, die führende Größe, die die… Continue Reading „Vergessener großer Dichter“
Eine Prise Hemingway´scher Existenzialismus, gepaart mit Bukowski’scher Gossenprosa und Brinkmann’scher Popbegeisterung – vieles, was Wondratschek so schrieb, wirkt erstaunlich artifiziell und konstruiert. Warum auch nicht, solange ein Meisterstück der Post-Pop-Dichtung wie die Brinkmann-Hommage „Er war too much für euch Leute“ dabei herauskommt. Das Gedicht… Continue Reading „Too much für euch Leute“
Am 7. Juni vor 160 Jahren starb in Tübingen der Dichter Friedrich Hölderlin . Hier 1. ein hübscher Greifswald-Fund der Lyrikerin Silke Peters (mitgeteilt am 11.11.2001): gerade lese ich einen meiner Lieblingsweisen, Karl Kerènyi, und habe einen Greifswaldfund. Er hat in den zwanziger Jahren… Continue Reading „Turmgedichte“
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