„Michael Braun“

Die letzte Lyrikpost hatte zwei Beiträge mit dem Namen „Michael Braun“ – hier ein Hinweis von einem der zwei MBs:

was übrigens lustig ist: Der Rezensent von GRÜNBEIN in der NZZ ist nicht derselbe Michael Braun, der Mirko Bonné in der FR rezensiert hat.

Will sagen: Grünbein-Rezensent ist der M. Braun der Konrad-Adenauer-Stiftung (Bonn/Merzenich), der Bonné-Rezensent M. Braun ist der Heidelberger Kritiker, also meine Wenigkeit.

Gut also, daß das geklärt ist. (Nun frage ich mich, ob ein „Michael Braun“, von dem ich in der taz gelegentlich Politisches gelesen habe, der Bonner ist oder noch ein Dritter. Aber das gehört beiläufig nicht hierher.) Hier ein schon etwas länger zurückbleibender Beitrag von (offenbar!) dem Heidelberger Michael Braun. Der Beitrag erschien schon im Januar in der Basler Zeitung und erinnert an noch länger Zurückliegendes – seit 50 Jahren Ungedrucktes! ein Autor, von dem zwar nicht, aber mittlerweile wenigstens über den publiziert wird:

Poetischer Nomade, noch immer!

Nach [Rainer Maria] Gerhardts Freitod im Juli 1954 blieben alle Versuche, seine literarische Lebensleistung mit einer Werkausgabe seiner Schriften und Briefe zu würdigen, ohne Erfolg. Eine von Helmut Salzinger und Stefan Hyner 1988 in der Edition Head Farm vorgelegte Dokumentation «über das Nachleben des Dichters Rainer Maria Gerhardt» gelangte nicht in den Handel, weil Gerhardts Söhne eine «Einstweilige Verfügung» erwirkten.
Dass sich die literarischen Spuren Gerhardts nie ganz verloren haben, ist indes dem Freiburger Buchhändler und Benn-Archivar Fritz Werner (1907-1996) zu verdanken, der als ein früher Mentor Gerhardts nach dessen Freitod immer wieder auf den Autor hingewiesen hat. Auch die jetzt erschienene konzise Gerhardt-Studie des Literaturwissenschaftlers Uwe Pörksen verdankt viel dem Sammeleifer Werners. Es ist die erste Studie, die – bei aller Kritik an der «vorausgreifenden Requisitenpoesie» der «fragmente» – Gerhardts famose Leistungen als Pound-Übersetzer würdigt. Der ans Ende gesetzte Appell, endlich eine offizielle Gerhardt-Werkausgabe zu realisieren, unterschlägt allerdings den Umstand, dass zumindest im Internet eine solche Ausgabe bereits existiert. Der Publizist Franz Josef Knape, der 1995 eine erste Dissertation über Rainer Maria Gerhardt vorlegte, hat sämtliche veröffentlichten Gedichte und Briefe des poetischen Nomaden Gerhardt auf seiner Homepage ins Netz gestellt. Zumindest hier (Edition ReSource) lässt sich nachlesen, wie berechtigt Arno Schmidts Fürbitte war.
/ Michael Braun, Basler Zeitung 4.1.03

Uwe Pörksen: «Wenn einer dafür lebt, was Dichtung ist». Rainer Maria Gerhardts Fragmente. Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn. 40 S., Fr. 18.-.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: