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Veröffentlicht am 6. Juli 2026 von lyrikzeitung
98 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Marcel Beyer
SCHREIBHAND
Nimm jetzt die schwere
Schreibhand aus dem
Nacken, Zeit für die
Daumenübungen, jetzt
setz dich hin. Setz dich,
so wie du immer
dagesessen hast, als
ob die Sprache dir
ein frisch gestärkter
Kragen sei. Das ist
nicht viel. Ist nichts.
Muß alles sein.
Man hört deine Gelenke
knacken. Du sagst,
wenn da nur keine
Kugelschreiberspuren
sind. Der Unterarm. Du
sagst, der Ellbogen
hat noch ein wenig
Spiel. Dein wollener
Nacken. Gestärkt.
Von unvertrautem Glanz.
Und schwer.
Und sauber abgemessen.
Aus: Marcel Beyer, Graphit. Gedichte. Berlin: Suhrkamp, 2014, S. 71
der Materialist unter den Lyrikern
(Suhrkamp)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: deutsche Lyrik, Gegenwartslyrik, Graphit, Graphit Gedichte, Handwerk des Schreibens, Körper und Sprache, Literatur, Marcel Beyer, Materialität der Sprache, Poetik, Schreibhand, Schreibprozess, Suhrkamp
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