Lissabon

Gestern war der 100. Geburtstag des portugiesischen Dichters Eugénio de Andrade

(eigentlich José Fontinhas, * 19. Januar 1923 in Póvoa de Atalaia; † 13. Juni 2005 in Porto) 

Lissabon

Da sagt jemand bedächtig:
«Und Lissabon, weißt du. . . »
Ich weiß. Sie ist ein Mädchen,
mit bloßen Füßen und behende;
ein rascher frischer Wind
weht ihr durchs Haar,
und ein paar feine Falten
umlauern ihre Augen;
die Einsamkeit ist sichtlich
auf ihren Lippen, an den Fingern,
wenn sie hinuntersteigt
Stufen
um Stufen bis zum Fluss.

Ich weiß; und wusstest du es auch?

Deutsch von Maria de Fátima Mesquita-Sternal und Michael Sternal. Aus: Poemas Portugueses. Portugiesische Gedichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München: dtv, 1999 (dtv zweisprachig. 2. verbess. Aufl.), S. 167

Lisboa

Alguém diz com lentidão:
«Lisboa, sabes. .. »
Eu sei. É uma rapariga
descalça e leve,
um vento súbito e claro
nos cabelos,
algumas rugas finas,
a espreitar-lhe os olhos,
a solidão aberta
nos lábios e nos dedos,
descendo os degraus
e degraus
e degraus até ao rio.

Eu sei. E tu, sabias?

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