Geschritten in die Welt kam Schiller

Friedrich Schlegel 

(* 10. März 1772 in Hannover; † 12. Januar 1829 in Dresden)

Schiller

[1.]

Geschritten in die Welt kam Schiller,
Und da ward's still und immer stiller.
Erstaunt frug die Natur: »Was will er?«
Und dreimal tönte laut der höchste Triller.

[2.]

Schick dein Schicksal in die Saale!
Es gereicht uns nur zur Quale.

[3.]

Ach wie gefällt die Glocke dem Volk und die Würde der Frauen!
Weil im Takte da klingt alles, was sittlich und platt.

[4]
Welches Schicksakel! Es heißt Piccolomini; dennoch ist keiner
Piccol uomo so sehr, als der es pickelte selbst.

[5] 

Wallenstein hast du, die Stuart sodann zu Dramen geschichtet,
Mach nun den Robinson auch sauber zum tragischen Stück.

[6.]

Schändlich, geehrter Baron, hast du Macbeth den hohen verschimpfet;
Doch was geschehn, ist geschehn, bleibe nur künftig davon.

[7] 

Wahrlich, es stachen den Fuß ihm Taranteln, dem alten Pedanten.
Närrisch da rannt' es mit ihm, wurde Turandot zuletzt.

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