Aus den Pyrenäen

Joan Maragall

(10.10.1860 – 20.12.1911)

Pirenenca

Dins la cambra xica, xica,
en la nit dormo tot sol;
part de fora negra, negra,
la muntanya em vetlla el son.
La muntanya alta, alta,
que se’m menja tot el cel,
se m’arrima dreta, immòbil,
sentinella mut i ferm.
Els meus somnis volen, volen
cap als plans i vora el mar,
on els meus amors m’esperen
sota el cel assoleiat.
Jo somric an els meus somnis
adormit en la nit, sol…
Part de fora negra, negra,
la muntanya em vetlla el son.


Aus den Pyrenäen

In dem kleinen, kleinen Zimmer
schlaf ich nächtens ganz allein;
und die schwarze, schwarze Bergwand
bewacht draußen meinen Schlaf.
Diese hohe, hohe Bergwand,
die den Himmel ganz verdeckt,
aufrecht, regungslos und nahe
steht als Wächter stumm und fest.
Meine Träume fliegen, fliegen
hin ins Flachland und ans Meer,
wo die Liebsten mich erwarten
unterm Himmel sonnenhell.
Und ich lächle meinen Träumen,
schlafend in der Nacht, allein …
Und die schwarze, schwarze Bergwand
bewacht draußen meinen Schlaf.

Mit freundlicher Genehmigung des Lyrik Kabinetts aus dem im Januar erscheinenden Band: Joan Maragall: Der Pinien Grün, des Meeres Blau. Gedichte. Katalanisch/deutsch. Ausgewählt, übertragen und mit einer Einführung von Àxel Sanjosé. München: Stiftung Lyrik Kabinett, 2022

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