Wasserstück

Christoph Arnold

(* 12. April 1627 in Hersbruck; † 30. Juni 1685 in Nürnberg)

Es fliessen die süssen hellgläsernen Wässer/
begrasen den Wasen/ verglasen die Fässer:
Erfrischen den Fischen die strudlende Flut/
                            die brudlende Strut.
Es rinnen die Brünnen/ die Wässerlein glatschen/
die flitschen und flatschen/ pfitschpfatschen und platschen:
Es wüthlet und mürmlet die lispelnde Quell
                            auß wisplender Zell.
Sie netzet und flötzet mit wunderanschauen ;
Es flinken und blinken die gleissenden Auen:
Es säuslet/ verkräuslet/ der schlirfende Zwang
                            den schlifrichten Gang.
Es rieseln in Kieseln die schwellenden Quellen/
Es güssen und gisten die quellenden Wellen ;
Sie rauschen und bauschen ; es wallet zum Fall
                            das Flutengelall.

Aus: M. Christof Arnolds Kunst-spiegel, darinnen die hochteutsche Sprach nach ihrem merckwürdigen Uhraltertuhm, ersprießlichen Wachstuhm und reich-völligen Eigentuhm auf fünfferlei Gestalten Denkzeitweis außgebildet. Nürnberg: Dümler, 1649, S. 34f

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