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Veröffentlicht am 10. Juni 2018 von lyrikzeitung
CLEMENTINA ARDERIU
(* 6. Juli 1889 Barcelona, † 17. Februar 1976, Barcelona)
«Ach, Dichter, oftmals suche ich …»
Ach, Dichter, oftmals suche ich dein Obdach auf,
vielleicht, daß etwas von dir überströmt auf mich;
und dann, eh ich das Buch geschlossen hab,
tanzen Sardana all die Worte rings um mich.
Ich bleibe höchst verwundert in der Mitte stehen,
gesenkten Kopfs und niederblickend unverwandt …
Süße Musik, der Schritte Lärm, verwehend,
es zieht vorbei, kehrt wieder, da sich das Herz entsann!
Aus dem Katalanischen von Roland Erb
«Poeta, sovintejo …»
Poeta, sovintejo els teus recers
per si quelcom de tu se m’encomana,
i els mots, abans que el llibre jo tanqués,
ja em dansen a l’entorn una sardana.
I resto esbalaïda dreta al mig
amb el cap cot i la mirada lenta …
Música dolça i ondulant trepig
que passa i torna mentre el cor esmenta!
(1916—1920)
Aus: Ein Spiel von Spiegeln. Katalanische Lyrik des 20. Jahrhunderts. Katalanisch u. deutsch. Hrsg. v. Tilbert Stegmann. Leipzig: Reclam, 1987, S. 33/32
Sardana: Katalanischer Volkstanz
Kategorie: Katalanisch, KatalonienSchlagworte: Clementina Arderiu, L&Poe-Anthologie, Roland Erb
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