Staatspreise

In Österreich gibt es viele Staatspreise für Kunst und Literatur (-> Bundeskanzleramt).

Aus einer Mitteilung des Bundeskanzleramts:

„Rechtzeitig zum Welttag des Buches vergeben wir auch heuer wieder sechs wichtige Preise an herausragende Literaturschaffende. (…)

„In unserer durch Medien geprägten Welt sind wir bestens informiert und Wissen ist scheinbar mühelos immer und überall auf Knopfdruck abrufbar. Aber wenn wir die Welt kennenlernen wollen, müssen wir uns entweder selber aufmachen oder können zur Literatur und zu Büchern greifen. Denn in Erzählungen, Romanen, Essays und auch in Gedichten können wir am Leben anderer teilhaben. Dort können wir in Geschichten erfahren, wie es anderen ergangen ist oder ergeht. Einige jener Künstlerinnen und Künstler, die solche Werke schaffen, werden auch heuer wieder für ihre einzigartige literarische Arbeit mit einem Preis der Republik Österreich ausgezeichnet. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und danke der Jury für ihre wohlbedachte Auswahl an wunderbaren Schriftstellerinnen und Schriftstellern“, so [Kulturminister] Ostermayer.

Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk wird mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur ausgezeichnet: „Er ist ein Wahrnehmungskünstler und zieht die Leser mit seinem bildkräftigen, von sinnlichen Eindrücken schier übergehenden Stil in diese Welterfahrung mit hinein. Mit fundiertem Geschichtswissen übt er scharfe Kritik am polnischen Selbstbild des ewigen Opfers“, heißt es in der Jurybegründung. Der Österreichische Staatspreis für europäische Literatur wird für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Der Outstanding Artist Award für Literatur geht in diesem Jahr an Angelika Reitzer: Er wird jährlich an eine Autorin bzw. einen Autor der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, die bzw. der bereits wichtige literarische Veröffentlichungen vorweisen kann, und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Jury erklärt: „Die Autorin zählt zu den eigenständigsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Reitzer glaubt nicht an das einfach-süffige Erzählen, ist aber auch keine, die Geschichten zertrümmert. Mit großer Ausdauer arbeitet sie an einer Literatur, die der Welt zeigt, wie die Welt ist.“

Der Österreichische Kunstpreis für Literatur geht heuer an Sabine Gruber: Dieser Preis zeichnet das literarische Gesamtwerk einer österreichischen Autorin bzw. eines österreichischen Autors aus und ist mit 15.000 Euro dotiert. „Sabine Gruber erzählt mit existenzieller Wucht von Körper und Seele, von Grenzen und Freiheit, von Verzweiflung und Hoffnung, ihre Werke sind grundiert vom Wissen um die Bedeutung von Sprache und Kunst für das Leben“, so die Jury.

Den mit 15.000 Euro dotierte Österreichische Kunstpreis für Kinder- und Jugendliteratur geht an Linda Wolfsgruber: Die Jury betont: „Mit beeindruckendem Gespür für Farbe und Komposition versteht es Linda Wolfsgruber wie keine andere, ihren Bildern eine ganz eigene Atmosphäre und Spannung zu verleihen. Sie schafft mit ihren Buchillustrationen ausnahmslos Arbeiten von höchster künstlerischer Qualität und Ausdruckskraft und überrascht dabei seit nunmehr dreißig Jahren immer wieder mit neuen Techniken und Ideen.“

Der mit 10.000 Euro dotierte Outstanding Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur geht an Elisabeth Steinkellner. „Elisabeth Steinkellner verfügt in ihrem Schreiben bereits über eine bemerkenswerte Bandbreite – Kinderbücher und jugendliterarische Texte finden sich in ihrem Werk ebenso wie Lyrik und Miniaturen oder Anthologiebeiträge. Sie ist in der langen wie in der kurzen Form zu Hause und verfügt unabhängig von der Textgattung über große Stilsicherheit und Ausdrucksvielfalt. In ihrer bilderreichen Sprache weiß sie auch in der Prosa einen sehr poetischen Erzählton zu finden, der ‚große‘ Themen wie den Abschied von der Kindheit schlicht, jedoch umso eindringlicher vermittelt“, so die Jury in ihrer Begründung.

Den biennal vergebenen Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik erhält 2016 Alfred J. Noll. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Jury folgendermaßen begründet: „Als Advokat demokratischer Verhältnisse, unabhängig von textverwertenden Zwangsökonomien, entschieden in selbstgewählter Parteilichkeit und frei von Amtsverpflichtungen ist er ein gesellschaftskritischer Autor, der mit seinen Einsprüchen dazu beiträgt, die Obsolenz des videant consules ne res publica detrimentum capiat aufrecht zu erhalten.“

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